Electronic Arts geht gegen quelloffenes SimCity 2000-Remake vor

SimCity 2000 feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag und der zweite Teil der Aufbaustrategiereihe gilt als einer der ganz großen Genreklassiker. Angesichts eines Vierteljahrhunderts auf dem Buckel könnte man meinen, dass einen Remake des Spiels nichts im Wege steht. Doch der Macher einer Open-Source-Version namens OpenSC2K wurde nun eines Besseren belehrt.

Will Wrights Strategiespiel SimCity 2000 ist erstmals 1993 für Apple-Computer erschienen, später folgten Versionen für Windows-PCs, Amiga sowie Spielkonsolen. Der zweite Teil der Reihe gilt als wesentlich ausgereifter als das Debüt von 1989 und ist bei Retro-Gamern entsprechend bis heute beliebt.

Viele wünschen sich derartige Klassiker in überarbeiteter und (optisch) modernisierter Form, oftmals versuchen sich Fans an solchen Versionen. Das wollte ein Entwickler namens Nicholas Ochoa mit SimCity 2000 machen und veröffentlichte Anfang des Jahres auf GitHub sein OpenSC2K, eine quelloffene Ausgabe des Maxis-Klassikers.

Derartige Open-Source-Remakes von Fans sind auf dem PC nicht unüblich, das an Civilization angelehnte Freeciv beispielsweise erfreut sich schon viele Jahre großer Beliebtheit. OpenSC2K hat sich laut TorrentFreak aber einen Takedown von Electronic Arts eingehandelt.

Ungeschickt

Allerdings kann man EA hier nicht als klaren Bösewicht positionieren, denn Ochoa hat sich das aus Unwissenheit, Naivität und wohl auch einer gehörigen Portion Drauf-ankommen-lassen auch selbst eingebrockt.

Denn urheberrechtlich ist die Sache klar: SimCity 2000 gehört noch viele Jahrzehnte lang EA. Die Rechtslage ist im Fall von Videospielen nicht ganz eindeutig, aber bei einem Unternehmen als Urheber sind es laut US-Gesetzen 95 Jahre (ab Veröffentlichung) und 120 Jahre nach Erschaffung. Im Fall von Fan-Remakes wie Freeciv ist es rechtlich wohl Definitionssache, ob das bloße Aufgreifen einer grundsätzlichen Spielidee schon einen Verstoß darstellt. Dementsprechend lassen viele Spielehersteller die Fans auch gewähren.

Dass EA nun gegen OpenSC2K vorgeht, hat aber einen simplen Grund: Ochoa hat sich für seine Version originales Bildmaterial und Sound-Dateien "ausgeliehen" und diese gehören klar Electronic Arts. Diese Inhalte sind also zweifelsfrei EA-Besitz, argumentiert der Publisher, der auch darauf verweist, dass man SimCity 2000 nach wie vor über Origin kaufen könne.

Überrascht kann der OpenSC2K-Entwickler auch nicht tun: Denn laut TorrentFreak haben Ochoa bei der Ankündigung des Spiels zahlreiche Leute darauf hingewiesen, dass er sich auf dünnes Eis begibt. Der Entwickler hat deshalb auch ein Tool integriert, mit dem sich solche Assets auch austauschen lassen, bisher ist das aber nicht passiert. Ochoa versucht derzeit, die GitHub-Inhalte wiederherzustellen und eine Version des Spiels ohne direkte Urheberrechtsverstöße zu veröffentlichen.
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