Linux Kernel 6.18: Update macht MS-Dateisystem 16-mal schneller

Linus Torvalds hat den Linux Kernel 6.18 freigegeben. Das Update bringt einen massiven Performance-Boost für exFAT und streicht ein anderes Dateisystem. Zudem gibt es wichtige Unterstützung für Apple Silicon M2 und Änderungen bei Nvidia-Treibern.
Betriebssystem, Sicherheit, Sicherheitslücke, Hacker, Security, Linux, Cybersecurity, Hacking, Hacken, Hacks, Unix, Basis

Änderungen bei Dateisystemen

Der Startschuss für den Linux Kernel 6.18 ist gefallen. Linus Torvalds hat die neue Version freigegeben, die pünktlich zum Jahresende 2025 erscheint und umfangreiche Optimierungen und Neuerungen mit sich bringt.

Eine davon dürfte vor allem Nutzer von externen Speichermedien und Kameras aufhorchen lassen. Denn das von Microsoft entwickelte Dateisystem exFAT erhält einen massiven Geschwindigkeitsschub. In der Praxis bedeutet das, dass Vorgänge beim Einbinden oder Durchsuchen von Verzeichnissen, die bei ungünstigen Clustergrößen zuvor über 40 Sekunden dauerten, nun in rund 2,5 Sekunden abgeschlossen sind. Das entspricht einer Beschleunigung um den Faktor 16. Dieser Boost behebt ein langjähriges Nadelöhr bei der Verwaltung großer Dateimengen auf SD-Karten und USB-Sticks.


Während exFAT deutlich an Fahrt aufnimmt, muss ein anderes modernes Dateisystem weichen. Bcachefs wurde aufgrund anhaltender und teils persönlicher Konflikte über Code-Qualität und Vorgehensweisen zwischen Linus Torvalds und dem Hauptentwickler Kent Overstreet aus dem Mainline-Kernel entfernt. Es wird künftig nur noch als externes DKMS-Modul gepflegt, was den Kernel rein rechnerisch um über 117.000 Zeilen Code erleichtert.

Erfreulicher sieht es bei den etablierten Alternativen aus. Btrfs verarbeitet leseintensive Workloads ab sofort effizienter und profitiert von neuen Locking-Mechanismen. Das besonders bei Servern beliebte XFS führt indes standardmäßig Online-Dateisystemprüfungen durch, um die Integrität im laufenden Betrieb zu sichern, ohne dass Datenträger ausgehängt werden müssen. Wie Phoronix berichtet, wird Linux 6.18 aufgrund seines Umfangs und des Veröffentlichungszeitraums bereits als heißer Kandidat für den nächsten Long-Term-Support-Kernel gehandelt, der über mehrere Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt wird.

Apple Silicon und Nvidia-Optimierung

Im Hardware-Bereich sticht die erweiterte Unterstützung für Apple Silicon hervor. Dank der kontinuierlichen Arbeit des Asahi-Linux-Teams finden sich nun Device Trees für die M2-Reihe (Pro, Max und Ultra) direkt im Kernel. Das ermöglicht zwar das Booten, eine vollständige Nutzung aller Hardware-Features inklusive voller PCIe-Unterstützung steht bei den Mac-Pro-Geräten allerdings noch aus. Nvidia-Nutzer profitieren beim freien Nouveau-Treiber ab der Turing-Generation (RTX 2000er Serie) jetzt standardmäßig von der GSP-Firmware (GPU System Processor). Das verlagert Initialisierungsaufgaben direkt auf den Chip und verspricht eine bessere Leistung sowie stabileres Energiemanagement.

Auch bei der Sicherheit gibt es Anpassungen mit direkter Auswirkung auf die Systemleistung. Die TPM-Bus-Verschlüsselung, ursprünglich zum Schutz gegen Sniffing-Attacken auf den Datenbus implementiert, ist in Version 6.18 standardmäßig deaktiviert. In der Vergangenheit führte diese Funktion auf einigen Systemen zu spürbaren Leistungseinbußen beim Systemstart und bei kryptografischen Operationen. Sicherheitsbewusste Anwender, die physische Angriffe auf ihre Hardware befürchten, können das Feature über den Parameter "TCG-TPM2_HMAC" jedoch jederzeit manuell reaktivieren.

Pflege für alte AMD-Hardware

Abseits der großen Schlagzeilen pflegt die Community auch ältere Hardware weiter, wenngleich mit Einschränkungen. Für sehr alte AMD-Grafikkarten der TeraScale-Architektur wurden diverse Aufräumarbeiten im Radeon-Treiber vorgenommen. Es handelt sich dabei um reine Instandhaltung, ohne dass neue Funktionen hinzukommen. Gleichzeitig wurden im Netzwerk-Stack Optimierungen für TCP vorgenommen, die den Datendurchsatz in Hochgeschwindigkeitsnetzwerken leicht erhöhen sollen.

Der Kernel 6.18 steht ab sofort zum Download bereit und wird in den kommenden Wochen in den Rolling-Release-Distributionen wie Arch Linux erwartet.

Nutzt ihr bereits kernelnahe Distributionen oder wartet ihr lieber auf die stabilen LTS-Versionen in Ubuntu oder Debian? Wir sind gespannt auf eure Update-Strategien und Erfahrungen mit exFAT unter Linux. Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

Zusammenfassung
  • Linux Kernel 6.18 bringt 16-fachen Performance-Boost für exFAT-Dateisystem
  • Bcachefs wurde nach Konflikten zwischen Torvalds und Entwickler entfernt
  • Etablierte Dateisysteme Btrfs und XFS erhalten Verbesserungen und Prüfungen
  • Apple Silicon M2-Chips werden unterstützt, allerdings mit Einschränkungen
  • Nvidia-Grafikkarten profitieren vom verbesserten Nouveau-Treiber mit GSP
  • TPM-Bus-Verschlüsselung ist standardmäßig deaktiviert für bessere Leistung
  • Kernel 6.18 gilt als Kandidat für langfristige LTS-Unterstützung

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!