Hat sich Microsoft verzockt? Windows-10-Aus treibt Kunden zu Apple

Das Support-Ende von Windows 10 sorgt für einen Boom bei PC-Verkäufen. Doch Microsofts Strategie geht nicht komplett auf, denn vor allem Apple profitiert laut neuesten Zahlen über­ra­schend stark. Mac-Verkäufe stiegen zuletzt um fast 15 Prozent.
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Parallels

Windows 10 Support-Ende löst PC-Boom aus

Das Support-Ende von Windows 10 hat deutliche Auswirkungen auf die IT-Branche. Während Japaner massenhaft Blu-ray-Laufwerke kaufen lässt das Aus des Betriebssystems auch den PC-Markt kräftig wachsen. Allerdings scheint die Rechnung von Microsoft nicht komplett aufzugehen. Denn nicht alle Kunden upgraden automatisch auf Windows 11. Während einige Nutzer zu Linux wechseln, zeigen neue Zahlen, dass offenbar viele weitere Anwender zu Apple 'überlaufen'.

Während die globalen PC-Verkäufe im dritten Quartal 2025 um beachtliche 8,1 Prozent im Jahresvergleich anstiegen, sprangen die Mac-Verkäufe um überdurchschnittliche 14,9 Prozent nach oben. Dieser Wechsel ist umso überraschender, da Apple-Computer traditionell deutlich teurer sind als vergleichbare Windows-PCs.


Laut Counterpoint Research sind derzeit noch etwa 40 Prozent aller weltweit installierten PCs mit Windows 10 ausgestattet. Diese massive Basis sorgt dafür, dass der Upgrade-Zyklus über mehrere Jahre andauern wird. "Der PC-Markt-Aufschwung 2025 dreht sich nicht nur um das Ersetzen veralteter Systeme, sondern um die Vorbereitung auf das, was kommt", erklärt David Naranjo, Associate Director bei Counterpoint Research. Die Zahl der Nutzer, die Microsoft und Windows den Rücken kehren, könnte also noch weiter wachsen.

Warum Nutzer zu Apple wechseln

Natürlich kommen nicht alle Mac-Verkäufe durch wechselnde Windows-Nutzer zustande. Experten gehen aber davon aus, dass sie einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an den Verkäufen ausmachen. Der Wechsel zu Apple lässt sich dabei durch mehrere Faktoren erklären. Viele Nutzer sind frustriert über Microsofts aggressive Update-Politik und die strengen Hardware-Anforderungen von Windows 11. Ältere PCs, die noch problemlos mit Windows 10 liefen, erfüllen oft nicht die Mindestanforderungen für das neue Betriebssystem. Insbesondere der TPM 2.0-Chip und Secure Boot bereiten Probleme.

Hinzu kommt, dass Apple in den letzten Jahren seine Kompatibilität zu Windows-Software deutlich verbessert hat. Programme wie Parallels Desktop ermöglichen es, Windows-Anwendungen auf dem Mac zu nutzen, während Cloud-basierte Software ohnehin plattformunabhängig funktioniert. Für viele Privatnutzer, die hauptsächlich im Internet surfen, E-Mails schreiben und Multimedia-Inhalte konsumieren, spielt das Betriebssystem ohnehin nur eine untergeordnete Rolle.

Lenovo dominiert den Markt trotz Apple-Erfolg

Den größten Erfolg verzeichnete jedoch Lenovo mit einem Wachstum von 17,4 Prozent bei den PC-Lieferungen. Der chinesische Hersteller konnte seine Marktführung deutlich ausbauen und profitierte sowohl von der starken Nachfrage in Asien als auch von erfolgreichen Business-Produkten. HP folgte mit einem soliden Plus von 10,3 Prozent, während Dell als einziger großer Hersteller einen leichten Rückgang von 0,9 Prozent hinnehmen musste.

Die Marktverschiebungen zeigen deutlich, wie unterschiedlich die Hersteller auf das Windows-10-Aus reagiert haben. Während Lenovo und HP ihre Produktpalette rechtzeitig auf Windows 11-kompatible Geräte umgestellt haben, kämpfte Dell mit Lieferproblemen bei bestimmten Modellreihen. Apple hingegen profitierte von seiner unabhängigen Position. Mac-Nutzer sind von Microsofts Support-Zyklen nicht betroffen. Counterpoint Research: Globale PC-Verkäufe Q3 2025Apple steigerte seine Mac-Verkaufszahlen in Q3 überdurchschnittlich

KI-PCs bisher nicht der große Renner

Trotz intensiver Bewerbung von Microsoft und anderen Herstellern haben sich KI-fähige PCs noch nicht als Verkaufsschlager etabliert. Die meisten Käufer entscheiden sich weiterhin nach klassischen Kriterien wie Preis, Leistung und Speicherkapazität. Erst nach 2026 erwarten Analysten einen zweiten großen Upgrade-Schub, wenn KI-Funktionen für Verbraucher relevanter werden.

Microsoft hatte gehofft, dass die KI-Features von Windows 11 und die Integration von Copilot mehr Nutzer zum Upgrade bewegen würden. Doch die Realität zeigt, dass Verbraucher pragmatisch sind und nur dann wechseln, wenn sie einen klaren Nutzen sehen. Die meisten KI-Funktionen sind möglicherweise noch zu experimentell oder zu speziell für den Durchschnittsnutzer.

Apples Erfolg zeigt deutlich, dass Windows-10-Nutzer nach dem Support-Ende nicht automatisch auf Windows 11 wechseln. Stattdessen nutzen viele Kunden die Gelegenheit offenbar für einen kompletten Systemumstieg. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob dieser Trend anhält oder ob Microsoft seine Nutzer halten bzw. sogar zurückgewinnen kann.

Was haltet ihr von diesem Trend? Würdet ihr bei einem PC-Neukauf auch über einen Mac nachdenken? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Support-Ende von Windows 10 sorgt für Boom bei PC-Verkäufen weltweit
  • Mac-Verkäufe stiegen überraschend stark um 14,9 Prozent im Vergleich
  • Lenovo führt mit Wachstum von 17,4 Prozent den PC-Markt deutlich an
  • Windows 11 Mindestanforderungen frustrieren viele Nutzer älterer Geräte
  • Apple profitiert von besserer Windows-Kompatibilität und Unabhängigkeit
  • KI-fähige PCs haben sich trotz intensiver Bewerbung noch nicht durchgesetzt
  • Microsoft konnte nicht alle Windows-10-Nutzer zu Windows 11 migrieren

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