Outlook-Debakel: Microsoft zieht Notbremse - Neustart mit KI als Kern

Seit Jahren wird Outlook eigentlich nur noch schlechter. Nach­dem die meisten Nutzer die Wandlung zu einer reinen Web-An­wen­dung, die höchstens noch in einem Desktop-Wrapper steckt, noch nicht mal richtig verwunden haben, will Microsoft jetzt einen Neustart wagen: Outlook soll "rund um KI" neu entstehen.
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Outlook-Team bekommt neuen Chef

Der E-Mail-Client Outlook stolpert gefühlt seit diversen Jahren nur noch von einer Fehlentscheidung zur nächsten. Jetzt hat Microsoft intern offenbar die Notbremse gezogen und das Team unter einer neuen Führungsriege umorganisiert. Outlook soll nun mit einem Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz neu aufgezogen werden, wobei man offenbar radikale Veränderungen plant.

Wie das US-Magazin The Verge unter Berufung auf Quellen aus dem direkten Umfeld von Microsoft berichtet, dürfte Outlook wohl in den kommenden Monaten und Jahren die grundlegendsten Neuerungen erfahren, die der altgediente Mail-Client jemals durchmachen musste. In einer internen Notiz an die Mitarbeiter der Teams hinter Outlook spricht der für "Global Experiences and Platform" zuständige Microsoft-Manager Gaurav Sareen von einer einmaligen Chance.

Alte Outlook-Chefin muss abtreten

Statt KI an ein Legacy-Produkt zu schrauben, habe man jetzt die Möglichkeit, Outlook von Grund auf neu zu gestalten, so Gaurav Sareen, der jetzt die bisherige Leiterin des Outlook-Teams Lynn Ayres ablöst. Ayres gibt ihre Rolle ab und legt ein sogenanntes Sabbatical ein - im Grunde dürfte sie ihren Job los sein und wird vermutlich bald auch nicht mehr für den Softwarekonzern tätig sein, aber man verpackt es eben gern etwas netter.

Outlook soll als 'Double' des Nutzers handeln

In seiner Nachricht an die Mitarbeiter erklärt der neue Outlook-Leiter, dass die Software zu einer Art "Body-Double" der Nutzer werden soll, mit dessen Hilfe sie selbst überwältigend wirkende Arbeitslast dank KI-Unterstützung leicht bewältigen können. Copilot werde Outlook von einem Werkzeug zu einem Partner machen, der für den Nutzer handelt. Gemeint ist natürlich, dass der KI-Assistent Copilot im Zentrum von Outlook stehen soll und dabei wie eine Art Agent im Auftrag des Nutzers handelt.


Sareen spricht von einer künftigen Outlook-Version, in der der E-Mail-Client "die Nachrichten liest, Antworten entwirft und die Zeit der Nutzer verwaltet", heißt es bei den Kollegen. Der neu ernannte Outlook-Chef will bei der Entwicklung offenbar extremen Druck ausüben, denn es würden jetzt Experimente mit neuen Features im Wochentakt erwartet nicht mehr auf Quartalsbasis. Prototyping und Tests sollten "in Tagen, nicht in Monaten" erfolgen, wird die interne Kommunikation von Sareen weiter zitiert.

'KI-Enthusiast' Sareen will Team voll auf KI einschwören

KI solle nun "die Kultur definieren und dabei helfen, sich mit der Geschwindigkeit voranzubewegen, die dieser Moment verlangt", erklärte Sareen in seiner Nachricht an das Team weiter. Die Mitarbeiter müssten den Mut haben, alte Arbeitsweisen hinter sich zu lassen und auch dann Fortschritte machen, wenn Warten der einfachere Weg zu sein scheine. Outlook solle daher rund um KI neu entstehen.

Die Entscheidung, Outlook von Grund auf mit KI im Kern neu zu entwickeln, dürfte bei den Nutzern, die das Tool weltweit millionenfach im Arbeitsalltag verwenden, gemischte Gefühle auslösen. Der Schritt überrascht allerdings auch nicht mehr wirklich, schließlich steht bei Microsoft bereits die Arbeit an KI-Diensten aller Art im Mittelpunkt. Vor einigen Monaten hatte man begonnen, das Office-Team entsprechend auszurichten.

Sareen selbst bezeichnet sich in seiner Job-Beschreibung übrigens als "KI-Enthusiast". Dementsprechend äußerte er sich auch in seiner E-Mail: "Nächstes Jahr wird jedes Produkt behaupten, KI-nativ zu sein." "Aber es wird Teams geben, die KI einfach nur auf ihre Produkte klatschen und mit Schlagworten werben. Und es wird Teams geben, die ihr Produkt und ihre Kultur tatsächlich von Grund auf neu aufgebaut haben, um dies zu verwirklichen. Ich setze meine Führungsqualitäten darauf, dass wir dieses Team sein werden."

Wie seht ihr Microsofts radikalen Ansatz, KI zum Kern von Outlook zu machen? Wären die Ressourcen vielleicht besser investiert worden, um den zuletzt unter dem Titel "One Outlook" neu entwickelten E-Mail-Client endlich auf das Niveau zu bringen, das man von früheren Versionen kannte? Oder wünscht ihr euch einen Mail-Client, der im Grunde als Agent in eurem Namen auftritt als "Body-Double"?

Zusammenfassung
  • Microsoft plant kompletten Neustart von Outlook mit KI im Zentrum
  • Neuausrichtung nach jahrelangen Fehlentscheidungen und Qualitätsverlust
  • Neuer Leiter Gaurav Sareen ersetzt Lynn Ayres an der Programmspitze
  • Outlook soll als KI-gestützter Partner und "Body-Double" des Nutzers agieren
  • Copilot-Integration soll E-Mails lesen, Antworten verfassen und Zeit verwalten
  • Entwicklungsprozess wird stark beschleunigt mit wöchentlichen Experimenten

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