Umfrage: 78 % der Händler wollen Shops wie Temu und Shein verbieten
Deutsche Händler schlagen Alarm: Eine neue Bitkom-Studie zeigt, dass mittlerweile 78 Prozent ein Verbot chinesischer Billig-Marktplätze fordern. Rechtsverstöße und gefährliche Inhaltsstoffe bereiten der Branche Sorgen.
Chinesische Online-Marktplätze stehen aber auch anderweitig zunehmend in der Kritik. Die Plattformen verstoßen laut EU-Kommission oft gegen geltendes Recht und bringen Waren in den Verkehr, die in der Europäischen Union eigentlich nicht verkauft werden dürften. Besonders problematisch sind dabei Produkte mit gefährlichen Inhaltsstoffen oder mangelhafter Qualitätskontrolle.
Eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt nun das ganze Ausmaß der Bedenken deutscher Händler. Die Zahlen der repräsentativen Studie sind eindeutig: 92 Prozent beobachten demnach selbst regelmäßig Verstöße gegen geltendes Recht durch diese Anbieter. Zusätzlich vermuten 88 Prozent potenziell gefährliche Inhaltsstoffe in vielen der angebotenen Produkte.
Die Erfolgsgeschichte der chinesischen Plattformen beunruhigt die etablierte Konkurrenz. Temu, das erst 2022 in Europa startete, hat innerhalb der EU durchschnittlich 93,7 Millionen monatliche Nutzer, 16,4 Millionen davon in Deutschland. Die Plattform gehört zur chinesischen PDD Holdings, die auch den erfolgreichen Marktplatz Pinduoduo in China betreibt.
43 Prozent der Verbraucher in Deutschland kaufen inzwischen auf Marktplätzen wie Temu und Shein ein. Fünf Prozent der Bestellungen im deutschen Onlinehandel entfallen auf diese beiden Anbieter, wobei sie ihren Marktanteil innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt haben.
Diese Einschätzung spiegelt die fundamentalen Veränderungen im globalen E-Commerce wider. Während traditionelle europäische Händler oft mit höheren Lohn- und Produktionskosten kämpfen, können chinesische Anbieter durch niedrigere Herstellungskosten und staatliche Subventionen deutlich günstigere Preise anbieten. Gleichzeitig profitieren sie von weniger strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Produktion.
Die Diskussion um chinesische Marktplätze zeigt die Spannungen zwischen Verbraucherwünschen und Handelssicherheit auf. Was denkt ihr über diese Entwicklung - sollten Billig-Plattformen stärker reguliert werden?
Siehe auch:
Handelsverband fordert klare Regeln
Acht von zehn deutschen Händlern wollen nicht mehr länger zusehen, wie chinesische Billig-Marktplätze wie Temu und Shein den Markt durchdringen und würden sich für ein Verbot in Deutschland starkmachen.Chinesische Online-Marktplätze stehen aber auch anderweitig zunehmend in der Kritik. Die Plattformen verstoßen laut EU-Kommission oft gegen geltendes Recht und bringen Waren in den Verkehr, die in der Europäischen Union eigentlich nicht verkauft werden dürften. Besonders problematisch sind dabei Produkte mit gefährlichen Inhaltsstoffen oder mangelhafter Qualitätskontrolle.
Eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt nun das ganze Ausmaß der Bedenken deutscher Händler. Die Zahlen der repräsentativen Studie sind eindeutig: 92 Prozent beobachten demnach selbst regelmäßig Verstöße gegen geltendes Recht durch diese Anbieter. Zusätzlich vermuten 88 Prozent potenziell gefährliche Inhaltsstoffe in vielen der angebotenen Produkte.
Die Erfolgsgeschichte der chinesischen Plattformen beunruhigt die etablierte Konkurrenz. Temu, das erst 2022 in Europa startete, hat innerhalb der EU durchschnittlich 93,7 Millionen monatliche Nutzer, 16,4 Millionen davon in Deutschland. Die Plattform gehört zur chinesischen PDD Holdings, die auch den erfolgreichen Marktplatz Pinduoduo in China betreibt.
43 Prozent der Verbraucher in Deutschland kaufen inzwischen auf Marktplätzen wie Temu und Shein ein. Fünf Prozent der Bestellungen im deutschen Onlinehandel entfallen auf diese beiden Anbieter, wobei sie ihren Marktanteil innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt haben.
Billig-Händler verschärfen den Wettbewerb und werden von vielen etablierten Handelsunternehmen als Bedrohung wahrgenommen. Die deutschen und europäischen Behörden müssen dafür sorgen, dass dieser Wettbewerb unter fairen Bedingungen stattfindet, Schlupflöcher bei beispielsweise Zöllen geschlossen werden und der Verbraucher- und Umweltschutz gewahrt wird.Die Umfrage basiert auf Angaben von 505 Handelsunternehmen ab zehn Beschäftigten in Deutschland und wurde zwischen März und Mai 2025 durchgeführt.
EU soll Binnenmarkt stärker schützen
85 Prozent der Händler fordern, dass die Europäische Union den Binnenmarkt besser gegen außereuropäische Onlineplattformen schützt. 87 Prozent befürworten eine verschärfte Regulierung beim Import über diese Marktplätze. Als konkreten Schritt nennen drei Viertel der befragten Unternehmen die Abschaffung der bisherigen Zollfreigrenze von 150 Euro. Infografik: Jeder Vierte hat schon bei Temu eingekauft
Langfristige Herausforderung für Handel
Nur 19 Prozent der befragten Händler glauben, dass chinesische Billigplattformen bald wieder vom Markt verschwinden werden. Die Mehrheit rechnet mit einer langfristigen Herausforderung für den deutschen Handel. Zwei Drittel der Händler sind überzeugt, dass Deutschland am Beginn eines neuen Handelskrieges steht.Diese Einschätzung spiegelt die fundamentalen Veränderungen im globalen E-Commerce wider. Während traditionelle europäische Händler oft mit höheren Lohn- und Produktionskosten kämpfen, können chinesische Anbieter durch niedrigere Herstellungskosten und staatliche Subventionen deutlich günstigere Preise anbieten. Gleichzeitig profitieren sie von weniger strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Produktion.
Die Diskussion um chinesische Marktplätze zeigt die Spannungen zwischen Verbraucherwünschen und Handelssicherheit auf. Was denkt ihr über diese Entwicklung - sollten Billig-Plattformen stärker reguliert werden?
Zusammenfassung
- 78 Prozent der deutschen Händler fordern Verbot von Temu und Shein
- 92 Prozent beobachten Rechtsverstöße durch chinesische Plattformen
- Temu und Shein haben ihren Marktanteil innerhalb eines Jahres verdoppelt
- 85 Prozent fordern besseren EU-Schutz gegen außereuropäische Plattformen
- Drei Viertel der Händler befürworten Abschaffung der Zollfreigrenze
- Nur 19 Prozent glauben an baldiges Verschwinden chinesischer Plattformen
- Zwei Drittel der Händler sehen Deutschland am Beginn eines Handelskrieges
Siehe auch:
- Amazon startet "Haul": neues Billig-Portal als Antwort auf Temu & Shein
- Illegal & gefährlich? EU startet Verfahren gegen China-Händler Temu
- Preisgrenzen: Amazon plant Billig-Shopping-Portal als Antwort auf Temu
- Deutschland will Billighändler Temu und Shein schärfer kontrollieren
- Gefährliche Babyprodukte: US-Behörden untersuchen Shein und Temu
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