Gefährliche Babyprodukte:
US-Behörden untersuchen Shein und Temu
US-Behörden fordern eine Untersuchung der Online-Händler Shein und Temu. Der Vorwurf: Verkauf gefährlicher Produkte für Babys und Kleinkinder. Die Diskussion um die umstrittenen chinesischen Billig-Händler erreicht damit eine neue Dimension.
Peter Feldman und Douglas Dziak, Kommissare der CPSC, drängen in einem offenen Brief (PDF) auf eine genaue Prüfung, wie Shein und Temu sowie andere E-Commerce-Plattformen die US-Sicherheitsvorschriften einhalten.
Die Kommissare fordern nun eine Evaluation, wie diese Regel von den Plattformen genutzt wird und welche Herausforderungen sich daraus für die Durchsetzung von Sicherheitsstandards ergeben. Ähnliche Probleme gibt es auch in der EU: Hier sind Sendungen bis 150 Euro zollfrei, allerdings werden hier auch gerne die deklarierten Werte bewusst zu niedrig angesetzt. Infografik: Amazon sitzt die chinesische Konkurrenz im Nacken
Sowohl Shein als auch Temu haben auf die Vorwürfe reagiert. Ein Sprecher von Shein betonte, dass Kundensicherheit höchste Priorität habe und das Unternehmen Millionen in die Stärkung seiner Compliance-Programme investiere. Temu ließ ausrichten, man werde bei einer möglichen Untersuchung vollständig kooperieren und verwies darauf, dass man von allen Verkäufern die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften verlange.
Shein, gegründet 2008 in Nanjing, und Temu, ein Ableger des chinesischen E-Commerce-Riesen PDD Holdings, haben in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt. Ihr Geschäftsmodell, das auf billige Produkte und aggressive Marketingstrategien setzt, hat sie zu dominanten Akteuren im Online-Handel gemacht. Shein wurde zuletzt mit 100 Milliarden Dollar bewertet, während Temu durch massive Werbekampagnen, einschließlich eines viel beachteten Super-Bowl-Spots, auf sich aufmerksam machte.
Siehe auch:
Sicherheitsbedenken bei Billig-Produkten aus China
Die Kontroverse um die chinesischen E-Commerce-Giganten Shein und Temu nimmt eine neue Wendung. Wie Reuters berichtet, fordern zwei führende Mitglieder der US-Verbraucherschutzbehörde Consumer Product Safety Commission (CPSC) eine Untersuchung der beiden Unternehmen. Im Fokus stehen dabei "tödliche Baby- und Kleinkindprodukte", die auf beiden als "Fast Fashion" klassifizierten Plattformen zum Verkauf angeboten werden sollen.Peter Feldman und Douglas Dziak, Kommissare der CPSC, drängen in einem offenen Brief (PDF) auf eine genaue Prüfung, wie Shein und Temu sowie andere E-Commerce-Plattformen die US-Sicherheitsvorschriften einhalten.
Kritik an der "De-minimis-Regel"
Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die sogenannte "De-minimis-Regel". Diese Vorschrift befreit Pakete im Wert von bis zu 800 Dollar von Zöllen, wenn sie direkt an Verbraucher gesendet werden. Kritiker sehen darin einen wesentlichen Grund für den Erfolg von Shein und Temu in den USA, da beide Unternehmen überwiegend günstige Waren direkt aus China versenden.Die Kommissare fordern nun eine Evaluation, wie diese Regel von den Plattformen genutzt wird und welche Herausforderungen sich daraus für die Durchsetzung von Sicherheitsstandards ergeben. Ähnliche Probleme gibt es auch in der EU: Hier sind Sendungen bis 150 Euro zollfrei, allerdings werden hier auch gerne die deklarierten Werte bewusst zu niedrig angesetzt. Infografik: Amazon sitzt die chinesische Konkurrenz im Nacken
Sowohl Shein als auch Temu haben auf die Vorwürfe reagiert. Ein Sprecher von Shein betonte, dass Kundensicherheit höchste Priorität habe und das Unternehmen Millionen in die Stärkung seiner Compliance-Programme investiere. Temu ließ ausrichten, man werde bei einer möglichen Untersuchung vollständig kooperieren und verwies darauf, dass man von allen Verkäufern die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften verlange.
Hintergrund der Kontroverse
Die Forderung nach einer Untersuchung reiht sich in eine Serie von Kritikpunkten ein, mit denen sich Shein und Temu konfrontiert sehen. Neben Sicherheitsbedenken stehen die Unternehmen auch wegen möglicher Verbindungen zu Zwangsarbeit, der Ausbeutung von Handelslücken und potenzieller Verletzungen geistigen Eigentums in der Kritik.Shein, gegründet 2008 in Nanjing, und Temu, ein Ableger des chinesischen E-Commerce-Riesen PDD Holdings, haben in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt. Ihr Geschäftsmodell, das auf billige Produkte und aggressive Marketingstrategien setzt, hat sie zu dominanten Akteuren im Online-Handel gemacht. Shein wurde zuletzt mit 100 Milliarden Dollar bewertet, während Temu durch massive Werbekampagnen, einschließlich eines viel beachteten Super-Bowl-Spots, auf sich aufmerksam machte.
Mögliche Auswirkungen
Die aktuelle Entwicklung könnte weitreichende Folgen für den globalen E-Commerce-Markt haben. Sollten die Untersuchungen zu verschärften Regulierungen führen, könnten nicht nur Shein und Temu, sondern auch andere internationale Online-Händler vor Herausforderungen gestellt werden. Insbesondere kleinere Unternehmen, die auf ähnliche Geschäftsmodelle setzen, könnten unter Druck geraten.
Zusammenfassung
- US-Behörden fordern Untersuchung von Shein und Temu
- Vorwurf des Verkaufs gefährlicher Babyprodukte
- CPSC-Kommissare setzen sich für Prüfung ein
- De-minimis-Regel ermöglicht zollfreie Einfuhr bis 800 Dollar
- Shein und Temu nutzen Lücke für billige Direktimporte
- Unternehmen betonen Einhaltung von Sicherheitsstandards
- Mögliche Untersuchungen könnten E-Commerce-Markt beeinflussen
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