China verliert seinen Status als Smartphone-Lieferant der Welt

Lange Zeit wurde der überwiegende Teil aller Smartphones in China pro­du­ziert. Das ändert sich aktuell aber schnell. Vor allem Indien konnte dem asiatischen Nachbarn zuletzt ordentlich Marktanteile abnehmen und ihn teilweise sogar überholen.
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In USA nur noch Platz 3

Zum ersten Mal hat Indien nun China als größten Exporteur von Smartphones in den USA abgelöst. Wie aktuelle Daten des Analyseunternehmens Canalys (via Bloomberg) zeigen, stammten im Quartal bis Juni rund 44 Prozent aller in den USA verkauften Smartphones aus Indien.

Noch im Vorjahr hatte China in der größten Volkswirtschaft der Welt einen Marktanteil von über 60 Prozent. Dieser ist jetzt auf lediglich 25 Prozent geschrumpft - das reicht sogar nur noch für Platz 3. Auf dem zweiten Platz liegt Vietnam, ein bedeutender Produktionsstandort von Samsung.


Diese deutliche Verschiebung geht maßgeblich auf den Strategiewechsel von Apple zurück: Der US-Konzern hat seine iPhone-Produktion in Indien stark ausgeweitet, um sich unabhängiger von China zu machen. Die Anzahl der in Indien hergestellten Geräte hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal mehr als verdreifacht.

Ein Grund für diese Entwicklung sind wachsende geopolitische Spannungen und potenzielle Handelshemmnisse, wie etwa drohende Zölle. Hersteller verlagern daher verstärkt ihre Produktionsstätten in alternative Länder wie Indien oder Vietnam. Die Verlagerung ist Teil einer langfristigen Strategie zur Diversifizierung der Lieferketten.

Apple treibt voran

Trotz des Produktionsschubs und einer vorgezogenen Lageraufstockung fiel die Nachfrage auf dem US-Markt verhalten aus. Laut Canalys wuchs der Markt insgesamt nur um ein Prozent. Die iPhone-Lieferungen in die USA gingen im Vergleich zum Vorjahr sogar um elf Prozent zurück - was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass Apple bereits im ersten Quartal ungewöhnlich hohe Mengen ausgeliefert hatte, um Lagerbestände frühzeitig aufzufüllen, bevor eventuell neue Zölle greifen.

Während Apple weiterhin den Großteil seiner iPhones in China fertigt, plant das Unternehmen langfristig auch mehr Investitionen in den USA. So wurde angekündigt, in den kommenden vier Jahren rund 500 Milliarden Dollar im Heimatmarkt zu investieren und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Eine Verlagerung der iPhone-Produktion in die USA ist bislang jedoch nicht geplant - und dürfte auch mittelfristig kaum möglich sein.
Zusammenfassung
  • Indien hat China als größter Smartphone-Exporteur abgelöst
  • Indiens Marktanteil in den USA liegt bei 44 Prozent, Chinas nur noch bei 25
  • Apple hat seine iPhone-Produktion in Indien massiv ausgeweitet
  • Geopolitische Spannungen führen zur Diversifizierung der Lieferketten
  • Trotz Produktionsverlagerung wuchs der US-Smartphone-Markt nur minimal
  • Apple plant Investitionen von 500 Milliarden Dollar im US-Heimatmarkt

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