China: Kriselnde Solarbranche entlässt ein Drittel ihrer Mitarbeiter
Die Probleme der aufgeblähten Solar-Branche Chinas drücken sich inzwischen auch in massiven Entlassungswellen aus. Die führenden Anbieter haben im letzten Jahr die Zahl ihrer Angestellten um etwa ein Drittel reduziert.
Der dramatische Beschäftigungsabbau ist Symptom einer tiefgreifenden Krise in der Solarbranche, die jahrelang als Hoffnungsträger der chinesischen Wirtschaft galt. Zwischen 2020 und 2023 hatte Peking massiv in den Ausbau von Solar-, Batterie- und E-Auto-Kapazitäten investiert, um den Abschwung im Immobiliensektor zu kompensieren. Doch die damit einhergehende Überproduktion führte zu einem ruinösen Preiswettbewerb, bei dem zuletzt jährlich doppelt so viele Solarpanels hergestellt wurden wie weltweit benötigt.
Dieser Preisdruck - verstärkt durch US-Zölle auf chinesische Solargüter - hat die Branche im Jahr 2024 bislang weiter unter Druck gesetzt. Mehr als 40 Unternehmen mussten Insolvenz anmelden, fusionieren oder sich vom Markt zurückziehen. Insgesamt belief sich der Verlust der Photovoltaik-Industrie im vergangenen Jahr auf rund 60 Milliarden US-Dollar.
Staatspräsident Xi Jinping forderte im Juli ein Ende des "chaotischen Preiswettbewerbs", während das Industrieministerium versprach, veraltete Anlagen vom Netz zu nehmen. Doch auf Provinzebene ist der Widerstand groß: Lokale Regierungen fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen und Wachstum, sodass neue Projekte teils trotz offizieller Stopps weiter vorangetrieben werden.
Analysten wie Alan Lau von Jefferies schätzen, dass mindestens 20 bis 30 Prozent der Produktionskapazität stillgelegt werden müssten, damit die Branche wieder profitabel arbeiten kann. Doch angesichts politischer Zielkonflikte ist eine schnelle Lösung aber unwahrscheinlich.
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87.000 Arbeitsplätze weg
Laut einer Auswertung von Unternehmensberichten durch die Nachrichtenagentur Reuters strichen die fünf größten Anbieter - Longi Green Energy, Trina Solar, Jinko Solar, JA Solar und Tongwei - zusammen rund 87.000 Arbeitsplätze. Die Unternehmen bestätigten die Entlassungen nicht öffentlich, lediglich Longi hatte einen Stellenabbau von 5 Prozent eingeräumt. Experten gehen davon aus, dass die Verluste auf eine Mischung aus Kündigungen, freiwilligen Abgängen und sinkenden Arbeitszeiten zurückzuführen sind.Der dramatische Beschäftigungsabbau ist Symptom einer tiefgreifenden Krise in der Solarbranche, die jahrelang als Hoffnungsträger der chinesischen Wirtschaft galt. Zwischen 2020 und 2023 hatte Peking massiv in den Ausbau von Solar-, Batterie- und E-Auto-Kapazitäten investiert, um den Abschwung im Immobiliensektor zu kompensieren. Doch die damit einhergehende Überproduktion führte zu einem ruinösen Preiswettbewerb, bei dem zuletzt jährlich doppelt so viele Solarpanels hergestellt wurden wie weltweit benötigt.
Dieser Preisdruck - verstärkt durch US-Zölle auf chinesische Solargüter - hat die Branche im Jahr 2024 bislang weiter unter Druck gesetzt. Mehr als 40 Unternehmen mussten Insolvenz anmelden, fusionieren oder sich vom Markt zurückziehen. Insgesamt belief sich der Verlust der Photovoltaik-Industrie im vergangenen Jahr auf rund 60 Milliarden US-Dollar.
Peking will eingreifen
Die Zentralregierung signalisiert inzwischen verstärkt ihre Bereitschaft zum Eingreifen. So kündigte der chinesische Branchenverband im Juli an, große Hersteller wollten sich zusammenschließen, um Preis und Angebot ähnlich dem OPEC-Modell für Erdöl zu steuern. Zudem sei ein Fonds über rund 6,3 Milliarden Euro geplant, um veraltete Produktionskapazitäten aufzukaufen und stillzulegen.Staatspräsident Xi Jinping forderte im Juli ein Ende des "chaotischen Preiswettbewerbs", während das Industrieministerium versprach, veraltete Anlagen vom Netz zu nehmen. Doch auf Provinzebene ist der Widerstand groß: Lokale Regierungen fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen und Wachstum, sodass neue Projekte teils trotz offizieller Stopps weiter vorangetrieben werden.
Analysten wie Alan Lau von Jefferies schätzen, dass mindestens 20 bis 30 Prozent der Produktionskapazität stillgelegt werden müssten, damit die Branche wieder profitabel arbeiten kann. Doch angesichts politischer Zielkonflikte ist eine schnelle Lösung aber unwahrscheinlich.
Zusammenfassung
- Chinas führende Solarunternehmen haben rund 87.000 Arbeitsplätze abgebaut
- Überproduktion und ruinöser Preiswettbewerb verursachen tiefe Branchenkrise
- US-Zölle verstärken den Druck, mehr als 40 Unternehmen sind in Not geraten
- Verluste der Photovoltaik-Industrie belaufen sich auf 60 Milliarden US-Dollar
- Zentralregierung plant OPEC-ähnliches Modell zur Preis- und Angebotssteuerung
- Xi Jinping fordert Ende des chaotischen Preiswettbewerbs in der Branche
- Lokale Regierungen widersetzen sich aus Angst vor Arbeitsplatzverlusten
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