EU will den Verkauf von Spiele-Controllern nach Russland verbieten
Die EU erwägt ein Verkaufsverbot für Videospiel-Controller nach Russland. Ziel ist es, den Einsatz dieser Geräte für militärische Zwecke und genauer gesagt zur Steuerung von Drohnen zu unterbinden. Experten zweifeln jedoch an der Wirksamkeit dieser Maßnahme.
Das geplante Verbot umfasst nicht nur Spielkonsolen, sondern auch Controller, Flugsimulatoren und andere Eingabegeräte, die potenziell zur Fernsteuerung von Drohnen geeignet sind. Dabei sollen sowohl Neugeräte als auch gebrauchte Produkte betroffen sein. Die Maßnahme richtet sich vor allem gegen Händler innerhalb der EU, die solche Produkte nach Russland exportieren.
Tatsächlich hat China seine Position als wichtigster Lieferant von Gaming-Konsolen und verwandten Geräten für Russland in den letzten Jahren ausgebaut. Laut Trade Data Monitor stieg der Wert der Lieferungen von knapp 30 Millionen Dollar (etwa 29 Millionen Euro) im Jahr 2022 auf über 120 Millionen Dollar (etwa 115 Millionen Euro) im Jahr 2024 - eine Vervierfachung innerhalb von zwei Jahren.
Die Zweckentfremdung von Gaming-Hardware im militärischen Kontext ist kein Einzelfall. So nutzte die ukrainische Armee Valves Steam Deck zur Kontrolle von Geschütztürmen, und die US-Streitkräfte verwenden Gamepad-ähnliche Controller für hochmoderne Raketensysteme.
Siehe auch:
- EU erwägt Verkaufsverbot für Videospiel-Controller nach Russland
- Ziel: Verhinderung des Einsatzes zur Steuerung von Drohnen im Krieg
- Verbot soll Konsolen, Controller und Flugsimulatoren umfassen
- Experten zweifeln an Wirksamkeit aufgrund chinesischer Importe
- Chinas Lieferungen von Gaming-Geräten nach Russland vervierfacht
- Maßnahme Teil eines umfassenderen Sanktionspakets zum Kriegsjubiläum
- Zweckentfremdung von Gaming-Hardware im Militär kein Einzelfall
EU erwägt Sanktionen gegen Gaming-Zubehör
Die Europäische Union plant ein weitreichendes Verkaufsverbot für Videospiel-Equipment, darunter Konsolen wie PlayStation und Xbox, nach Russland. Dieser Schritt zielt auch darauf ab, die Nutzung von Gaming-Controllern für militärische Zwecke zu unterbinden. Insbesondere soll verhindert werden, dass diese Geräte zur Steuerung von Drohnen im Ukraine-Krieg eingesetzt werden.Das geplante Verbot umfasst nicht nur Spielkonsolen, sondern auch Controller, Flugsimulatoren und andere Eingabegeräte, die potenziell zur Fernsteuerung von Drohnen geeignet sind. Dabei sollen sowohl Neugeräte als auch gebrauchte Produkte betroffen sein. Die Maßnahme richtet sich vor allem gegen Händler innerhalb der EU, die solche Produkte nach Russland exportieren.
Wir untersuchen wirklich alle Arten von Dingen, die Russland helfen, diesen Krieg zu führen, um sie auf die Sanktionsliste zu setzen. Sogar die Konsolen für Videospiele, denn offenbar sind das die, mit denen sie Drohnen steuern.
Zweifel an der Wirksamkeit
Experten zweifeln jedoch an der Effektivität dieser Maßnahme. Olena Bilousowa, Expertin für militärische Dual-Use-Güter an der Kiewer School of Economics, erklärte gegenüber der Financial Times: "Ein Verbot würde wahrscheinlich keine signifikante Auswirkung haben, da sich die meisten Drohnenpiloten auf in China hergestellte Controller verlassen, die auf Online-Marktplätzen in Russland erhältlich sind."Tatsächlich hat China seine Position als wichtigster Lieferant von Gaming-Konsolen und verwandten Geräten für Russland in den letzten Jahren ausgebaut. Laut Trade Data Monitor stieg der Wert der Lieferungen von knapp 30 Millionen Dollar (etwa 29 Millionen Euro) im Jahr 2022 auf über 120 Millionen Dollar (etwa 115 Millionen Euro) im Jahr 2024 - eine Vervierfachung innerhalb von zwei Jahren.
Breitere Sanktionsmaßnahmen
Das geplante Verbot von Gaming-Zubehör ist Teil eines umfassenderen Sanktionspakets, das die EU zum dritten Jahrestag der russischen Invasion der Ukraine am 24. Februar 2025 schnüren will. Neben dem Gaming-Equipment sollen auch Chemikalien, die für die russische Militärindustrie benötigt werden, sowie Beschränkungen für Flüssigerdgas-Importe auf der Liste stehen.Die Zweckentfremdung von Gaming-Hardware im militärischen Kontext ist kein Einzelfall. So nutzte die ukrainische Armee Valves Steam Deck zur Kontrolle von Geschütztürmen, und die US-Streitkräfte verwenden Gamepad-ähnliche Controller für hochmoderne Raketensysteme.
Siehe auch:
- Russlands eigene Spielkonsolen: Erste Ergebnisse sind enttäuschend
- Russland: Illegaler Kryptominer direkt beim Energieversorger entdeckt
- Stromverbrauch nicht im Griff: Russland verbietet Krypto-Mining
- Russland testet Zensur des offenen Internets für ganze Landesregionen
- CERN rechnet mit Millionen-Euro-Lücke nach Russland-Ausschluss
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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