Russlands eigene Spielkonsolen:
Erste Ergebnisse sind enttäuschend

Russlands Bemühungen, eigene Spielkonsolen zu entwickeln, stoßen offenbar auf große Schwierigkeiten. Aktuell befinden sich derzeit zwei Geräte in der Entwicklung. Keines von ihnen soll aber auch nur annähernd mit Sony und Microsoft konkurrieren können.
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Unabhängigkeit mit Schwierigkeiten

Im März hatte der russische Präsident Wladimir Putin seine Regierung aufgefordert, russische stationäre und portable Konsolen sowie passende Betriebssysteme und Cloud-Gaming-Dienste zu entwickeln. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Sanktionen gegen Russland und dem Ziel, unabhängige Technologien zu fördern.

Daraus entstanden dann mehrere Entwicklungsprojekte. Eine der Konsolen basiert auf dem Elbrus-Prozessor, der von der Moskauer SPARC-Technologiezentrale (MCST) entwickelt wurde. Der Prozessor mit VLIW-Architektur (Very Long Instruction Word) ist primär für den Einsatz in kritischen Infrastrukturen, der Verteidigung und anderen sensiblen Bereichen gedacht. Seine Leistung reicht jedoch nicht an moderne Prozessoren von Intel, AMD oder Arm heran, geschweige denn an die Anforderungen einer Konsole, die mit der PS5 oder Xbox Series konkurrieren könnte.


Auch beim Betriebssystem wird auf eine russische Lösung gesetzt, wobei noch unklar ist, ob Aurora oder Alt Linux zum Einsatz kommen wird. Die Regierung räumt inzwischen auch ein, dass diese Konsole nicht mit aktuellen Geräten aus dem Ausland mithalten kann, wie aus einem TechSpot-Bericht hervorgeht.

Anton Gorelkin, stellvertretender Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für Informationspolitik, erklärte: "Es ist offensichtlich, dass Elbrus-Prozessoren derzeit nicht auf dem Niveau sind, das für einen Wettbewerb mit PS5 und Xbox erforderlich ist. Daher muss die Lösung unkonventionell sein." Ziel sei es, die Konsole nicht nur für alte, weniger anspruchsvolle Spiele zu nutzen, sondern sie zur Förderung russischer Videospielproduktionen einzusetzen.

Ein weiteres Projekt wird vom Telekommunikationsunternehmen MTS vorangetrieben. Deren Konsole basiert auf der Cloud-Gaming-Plattform Fog Play, mit der anspruchsvollere Spiele auf den leistungsstarken Servern eines Datenzentrums laufen. Die Konsole vor Ort bräuchte dann entsprechend weniger Eigenleistung. Aber auch hier scheint man noch deutlich von dem entfernt zu sein, was vergleichbare Dienste anderswo bieten.
Zusammenfassung
  • Russland entwickelt eigene Spielkonsolen mit großen Schwierigkeiten
  • Zwei Geräte in Entwicklung, nicht konkurrenzfähig zu Sony und Microsoft
  • Eine Konsole basiert auf dem leistungsschwachen Elbrus-Prozessor
  • Russisches Betriebssystem Aurora oder Alt Linux soll eingesetzt werden
  • Zweites Projekt nutzt Cloud-Gaming-Plattform Fog Play für anspruchsvolle Spiele
  • Ziel ist Förderung russischer Videospielproduktionen und Unabhängigkeit
  • Die Regierung räumt ein: Konsolen nicht auf dem Niveau von PS5 und Xbox

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