"Führerschein für E-Scooter":
Die Mehrheit der Deutschen ist dafür

Ähnlich wie bei einem Fahrrad darf sich im Prinzip so gut wie jeder auf einen E-Scooter stellen und am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Eine besondere Fahrprüfung oder Sicherheitseinweisung ist nicht nötig. Viele Deutsche würden genau das aber begrüßen.
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Gespaltene Meinung zu E-Scootern

Seit 2019 sind die E-Scooter verschiedener Leihanbieter nicht mehr aus den deutschen Innenstädten wegzudenken. An ihnen scheiden sich die Geister. Für die einen sind sie eine praktische Ergänzung zu Bus und Bahn, für die anderen eine gefährliche Spielerei. Einige Städte sind bereits gegen die teilweise absurd hohe Anzahl an Fahrzeugen vorgegangen. Gelsenkirchen verbannte die Roller im April 2024 sogar komplett.

Neben wahllos abgestellten Rollern sorgen auch die Unfälle mit den motorisierten Zweirädern für Diskussionen. Immer wieder gibt es daher Initiativen, die einen Führerschein für E-Scooter zur Pflicht machen wollen. Eine repräsentative Forsa-Umfrage, die im Auftrag des TÜV-Verbandes durchgeführt wurde, hat jetzt herausgefunden, dass die große Mehrheit der Deutschen eine bessere Mobilitätsbildung für eine gute Idee hält.


Mehrheit hält "Führerschein" für sinnvoll

So sprechen sich 78 Prozent der Teilnehmer dafür aus, dass Jugendliche in der siebten oder achten Klasse auf einen sicheren Umgang mit E-Scootern und E-Bikes vorbereitet werden. Denn fehlende Fahrtechnik, Erfahrung im Straßenverkehr und Kenntnis der Verkehrsregeln steigern das Unfallrisiko beträchtlich. Da 42 Prozent der verunglückten E-Scooter-Fahrer im Jahr 2023 unter 25 Jahren alt waren, könnte ein "E-Scooter Führerschein" an dieser Stelle Abhilfe schaffen.

Der Straßenverkehr wird immer komplexer, da der Fahrzeugbestand stetig steigt und neue Fortbewegungsmittel hinzukommen. Kinder und Jugendliche brauchen eine durchgehende Mobilitätsbildung von der Grundschule bis zur Oberschule. Hierzu gehören vor allem altersgerechte Angebote in Kitas und verpflichtende Inhalte in Schulen wie speziellere Radfahr- und später E-Scooter-Trainings.
Fani Zaneta, Expertin für Verkehrssicherheit, TÜV-Verband

Eltern und Schulen gefordert

Die Befragten sehen jedoch vor allem die Eltern der Jugendlichen in der Pflicht. 98 Prozent halten sie verantwortlich für die Vorbereitung ihrer Kinder auf den Straßenverkehr. Schulen und Kitas müssten nach Ansicht von 85 bzw. 73 Prozent der Umfrageteilnehmer jedoch auch einen Beitrag leisten.

Um die Zahl der Unfälle zu verringern und eine höhere Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, hatte das Bundesverkehrsministerium bereits im Juli 2024 eine umfassende Reform für E-Scooter vorgestellt. In deren Rahmen wurden etwa verpflichtende Blinker an den Fahrzeugen vorgeschlagen. Allgemein sollten die Regeln für Scooter an die für Fahrräder angeglichen werden.

Zusammenfassung
  • Mehrheit der Deutschen befürwortet Mobilitätsbildung für E-Scooter
  • 78 Prozent für Vorbereitung auf E-Scooter-Nutzung in der 7. oder 8. Klasse
  • 42 Prozent der verunglückten E-Scooter-Fahrer 2023 unter 25 Jahre alt
  • Experten fordern durchgehende Mobilitätsbildung von Grundschule bis Oberschule
  • 98 Prozent sehen Eltern in der Verantwortung für Verkehrserziehung
  • 85 Prozent meinen, Schulen sollten zur Verkehrserziehung beitragen
  • E-Scooter seit 2019 in deutschen Innenstädten präsent und umstritten

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