Cloud wird zur Falle: Betreiber nutzen Abhängigkeit für Preissteigerung

Mit dem Versprechen von sinkenden Kosten und effizienteren Strukturen wurden Unternehmen über Jahre hinweg in die großen Cloud-Dienste gelockt. Nun folgt das böse Erwachen: Immer mehr Firmen stellen fest, dass die angekündigten Effekte nie erreicht wurden.
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Gleiche Leistung wird teurer

Eine neue Umfrage des britischen Cloud-Dienstleisters Civo ergab, dass mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen mit der erreichten Kostenersparnis durch den Umstieg in die Cloud nicht zufrieden ist. Über die Hälfte der Teilnehmer berichtete sogar von gestiegenen Ausgaben für Cloud-Dienste.

Tatsächlich scheinen die Cloud-Betreiber die Situation, dass sich inzwischen viele Unternehmen komplett von ihnen abhängig gemacht haben, schlicht auszunutzen. Ein Preisvergleich von Civo zeigt: Die Kosten für einen einfachen Dreiknoten-Cluster auf Microsoft Azure mit 200 GB persistentem Speicher und 5 TB Datenübertragung stiegen von 1278,58 Dollar im Jahr 2022 auf 1458,68 Dollar im Jahr 2024. Bei Google wuchsen die Preise im gleichen Zeitraum von 1107,61 auf 1250,35 Dollar, und bei AWS von 1142,46 auf 1234,59 Dollar.


Civo verwendet für diese Berechnungen die Preiskalkulatoren der Cloud-Anbieter selbst, was auf eine allgemeine Preissteigerung hindeutet. Diese Erhöhung übersteigt häufig sogar die normale Inflationsrate. Die steigenden Stromkosten nach der Pandemie und die höheren Gehälter für IT-Fachkräfte üben zusätzlichen Druck auf die Preise aus, der von den großen Anbietern bis hin zu den Endkunden weitergegeben wird.

Abschied ist schwer

Analysten hatten den Anstieg der Cloud-Preise bereits vorhergesagt. Canalys warnte im Jahr 2022, dass die Preise um ein Drittel klettern könnten. Einige Unternehmen erwägen daher, ihre Dienstleistungen wieder vor Ort zu betreiben, doch ein Massenexodus aus der Cloud ist unwahrscheinlich. Die meisten Technikchefs können der Cloud nicht einfach den Rücken zuwenden, da inzwischen viele interne Anwendungen auf die externen Infrastrukturen zugeschnitten sind und ein Wechsel enorme Investitionen erforderlich machen würde.

Obwohl die Preise zweifellos steigen, bleibt die Cloud unverzichtbar. Unternehmen sollten jedoch wachsam bleiben, um verdeckte Kostenfallen oder eine versteckte Abhängigkeit von bestimmten Anbietern zu vermeiden. Denn nicht alle Cloud-Dienste und Workloads sind gleich geschaffen.

Zusammenfassung
  • Unternehmen enttäuscht über fehlende Kostenersparnis durch Cloud-Dienste
  • Mehr als ein Drittel der Befragten unzufrieden mit Einsparungen
  • Über 50% berichten von gestiegenen Ausgaben für Cloud-Services
  • Preise für Cloud-Dienste steigen deutlich über Inflationsrate hinaus
  • Stromkosten und höhere IT-Gehälter treiben Cloud-Preise weiter
  • Analysten hatten Preisanstieg in der Cloud bereits prognostiziert
  • Trotz hoher Kosten bleibt die Cloud für viele Unternehmen unverzichtbar

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