Mit Gülle übergossen: Rassistische Übergriffe auf Glasfaser-Bauarbeiter
Die Staatsanwaltschaft Regensburg musste sich dieser Tage mit einem Fall beschäftigen, der dafür sorgen könnte, dass der Glasfaserausbau in der Region ausgebremst wird. Denn die Baufirma denkt nach Übergriffen darüber nach, ihre Leute sicherheitshalber abzuziehen.
Laut eines ersten Polizeiberichtes kurz nach dem Vorfall, sollen Bauarbeiter und ein Landwirt aneinandergeraten sein, es habe Wortgefechte und eine Spritzerei mit Gülle gegeben. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zeichneten letztlich aber ein etwas anderes Bild. Demnach habe der Landwirt die Bauarbeiter rassistisch beschimpft und sie aufgefordert, die Baustelle zu verlassen. Als sie dem nicht nachkamen, habe er letztlich den Verschluss des Gülleanhängers geöffnet und die Personen mit dessen Inhalt übergossen.
Gegenüber der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte angegeben haben, den Verschlussregler versehentlich betätigt zu haben. Dem schenkten die Ermittler aber keinen Glauben. Ob der Mann den Strafbefehl akzeptiert oder die ganze Sache noch vor Gericht geht, steht dem Vernehmen nach bislang nicht fest.
In einem Schreiben an den bayerischen Landtag sprach man seitens der Firma über "erhebliche Bedenken, ob der Einsatz unserer ausländischen Mitarbeitenden in der betreffenden Region noch zu verantworten ist". Denn als Arbeitgeber habe man letztlich auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern. Das könnte letztlich sogar dazu führen, dass Ausbaupläne für die Glasfaser-Infrastruktur in der Region nicht wie geplant umgesetzt werden könnten, da die Unternehmen, die sich auf diese Arbeiten spezialisiert haben, bundesweit gut ausgelastet sind und nicht beliebig ersetzt werden können.
Siehe auch:
Rassismus trifft Glasfaserausbau
Höhepunkt der Entwicklung war laut eines Berichts des Magazins Regensburg Digital ein Vorfall, der sich bereits im letzten Sommer ereignete und aufgrund dessen jetzt ein Strafbefehl gegen einen Bauern beantragt wurde. Wegen Beleidigung und Körperverletzung hat das Amtsgericht Cham diesen auf die Zahlung von 90 Tagessätzen festgesetzt.Laut eines ersten Polizeiberichtes kurz nach dem Vorfall, sollen Bauarbeiter und ein Landwirt aneinandergeraten sein, es habe Wortgefechte und eine Spritzerei mit Gülle gegeben. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zeichneten letztlich aber ein etwas anderes Bild. Demnach habe der Landwirt die Bauarbeiter rassistisch beschimpft und sie aufgefordert, die Baustelle zu verlassen. Als sie dem nicht nachkamen, habe er letztlich den Verschluss des Gülleanhängers geöffnet und die Personen mit dessen Inhalt übergossen.
Gegenüber der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte angegeben haben, den Verschlussregler versehentlich betätigt zu haben. Dem schenkten die Ermittler aber keinen Glauben. Ob der Mann den Strafbefehl akzeptiert oder die ganze Sache noch vor Gericht geht, steht dem Vernehmen nach bislang nicht fest.
Weiterer Ausbau gefährdet
Nicht abgeschlossen mit der Sache hat auf jeden Fall das aus Thüringen stammende Unternehmen, das sich auf den Glasfaserausbau spezialisiert hat. Denn nach dessen Angaben habe es sich nicht um den ersten ausländerfeindlich motivierten Vorfall in der Region gehandelt.In einem Schreiben an den bayerischen Landtag sprach man seitens der Firma über "erhebliche Bedenken, ob der Einsatz unserer ausländischen Mitarbeitenden in der betreffenden Region noch zu verantworten ist". Denn als Arbeitgeber habe man letztlich auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern. Das könnte letztlich sogar dazu führen, dass Ausbaupläne für die Glasfaser-Infrastruktur in der Region nicht wie geplant umgesetzt werden könnten, da die Unternehmen, die sich auf diese Arbeiten spezialisiert haben, bundesweit gut ausgelastet sind und nicht beliebig ersetzt werden können.
Zusammenfassung
- Glasfaserausbau in Regensburg könnte stocken
- Baufirma erwägt Rückzug nach Übergriffen
- Strafbefehl gegen Bauern wegen Beleidigung und Körperverletzung
- Landwirt übergoss Arbeiter mit Gülle
- Beschuldigter behauptet, Gülleversehen sei unabsichtlich
- Entscheidung über Gerichtsverfahren steht aus
- Thüringer Firma beklagt ausländerfeindliche Vorfälle
- Unternehmen äußert Bedenken zum Mitarbeitereinsatz
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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