Pfusch am Bau: Kommunen sind sauer auf Glasfaser-Ausbauer

Der Konkurrenzdruck unter den Netzbetreibern ist groß und so muss der Glasfaser-Ausbau schnell und billig vonstattengehen. In zahlreichen Kommunen regt sich daher nun Unmut gegen die Firmen, die ihre Kabel verlegen und Straßen und Gehwege kaputt zurücklassen.
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Keine Einzelfälle

Der hessische Städte- und Gemeindebund (HSGB) erklärte gegenüber der Hessenschau, dass es sich hierbei keineswegs um Einzelfälle handelt - vielmehr um ein "flächendeckendes Problem". Beschwerden von Kommunen würden bei dem Verband fast in jeder Woche eingehen. Allein in den letzten Monaten gab es entsprechende Meldungen aus 20 Kommunen.

Dabei sei auch davon auszugehen, dass die Zahl sogar noch höher ist. Denn nicht jeder meldet sich beim HSGB, vielfach würden Bürgermeister und andere Kommunalvertreter sich eher mit ihren Kollegen aus der Nachbarschaft austauschen, um eine Lösung für die Probleme zu finden.


Berichtet wird beispielsweise davon, dass das Pflaster auf einem Weg aufgerissen wird, um darunter einen Graben für das Kabel auszuheben. Schon hierbei kommt es immer wieder zur Beschädigung anderer Infrastrukturen wie Wasser- oder Telekommunikationsleitungen, was für Ärger und zusätzlichen Aufwand sorge. Wenn der Graben dann wieder zu ist, harmonieren im besten Fall die Farben von Pflastersteinen oder Straßenbelägen nicht mehr.

Baustopp in Bad Hersfeld

Häufig kommt es aber auch vor, dass Unebenheiten, kleine Gräben oder herausstehende Steine vor allem Fußwege zu Stolperfallen machen. Teilweise in einem Maße, dass sich die Kommune gezwungen sieht, Warnbaken oder Bauzäune aufzustellen, um die Gefahrenstelle abzusichern. Am schlimmsten war es wohl in Bad Hersfeld, wo die Stadt einen Baustopp anordnete, um nicht noch mehr Schandflecken entstehen zu lassen. In Bad Salzschlirf bauen sowohl die Deutsche Telekom als auch TNG Glasfaser-Netze aus, aber sprechen sich nicht ab - daher werden einige Stellen dann zweimal aufgerissen und wenn Schäden zurückbleiben "war der Konkurrent schuld", so Bürgermeister Matthias Kübel.

Denn das Problem geht nach dem Abzug der Bautrupps weiter: Zwar kann man Nachbesserungen verlangen, bis diese aber umgesetzt werden, vergehen teils Monate. Grundsätzlich kann eine Kommune auch selbst aktiv werden - in diesem Fall muss sie mit den Kosten für die Reparaturarbeiten aber in Vorkasse gehen und dann dem Geld oft lange hinterherlaufen.

Zusammenfassung
  • Netzbetreiber-Wettbewerb erfordert schnellen, günstigen Glasfaserausbau
  • Kommunen beklagen Beschädigungen durch Kabelverlegung
  • HSGB sieht "flächendeckendes Problem" durch viele Beschwerden
  • Oft Schäden an bestehender Infrastruktur und Farbunterschiede bei Pflaster
  • Wege werden durch Verlegearbeiten zu Stolperfallen
  • Kommunen müssen teilweise mit Warnbalken absichern
  • Nachbesserungen dauern lange, Kommunen bleiben auf Kosten sitzen

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