Jetzt wissenschaftlich belegt:
Die Rassisten auf Facebook sind doof

Wer gelegentlich Facebook-Kommentarspalten oder X-Posts liest, fragt sich öfter: Was ist nur mit diesen Leuten los? Die anzunehmende Antwort wurde jetzt wissenschaftlich bestätigt - wer sich dort rassistisch äußert, gehört nicht zu den hellsten Kerzen auf der Torte.
Gewalt, Hass, Hetze, Rassismus, Mobbing, Hate Speech, Sexismus, ausgrenzung, Homophobie

Klugheit mindert negative Gefühle

Eine Untersuchung durch ein Team von Psychologen hat herausgefunden, dass rassistische Äußerungen auf Social-Media-Plattformen und geringe kognitive Fähigkeiten miteinander einhergehen. Die Studie zielte darauf ab, zu verstehen, wie die Nutzung sozialer Medien die emotionalen und kognitiven Reaktionen auf Migranten beeinflusst.

Es zeigte sich, dass Personen, die häufig soziale Medien nutzen und Zuwanderer als Bedrohung wahrnehmen, eher negative Emotionen gegenüber diesen Gruppen entwickeln. Diese Effekte sind laut dem in Frontiers in Psychology veröffentlichten Paper besonders stark bei Menschen mit geringerer kognitiver Fähigkeit. Personen mit höherer kognitiver Fähigkeit waren hingegen weniger anfällig für solche negativen Einstellungen, was darauf hindeutet, dass kognitive Fähigkeiten vor emotional aufgeladenen Narrativen in sozialen Medien schützen können.

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass soziale Medien sowohl positive als auch negative Gefühle verstärken können, doch blieb unklar, wie dieser Prozess, insbesondere in Bezug auf kognitive Fähigkeiten, abläuft. Zudem wollten die Forscher untersuchen, welche Rolle wahrgenommene Bedrohungen, wie wirtschaftliche oder kulturelle Verdrängung, spielen, die häufig Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit fördern.


Um das öffentliche Diskursverhalten in sozialen Medien zu analysieren, untersuchten die Forscher Posts aus Singapur. Sie sammelten über einen Zeitraum von sechs Monaten über 700.000 Beiträge auf Plattformen wie Facebook und Reddit, von denen 86.462 speziell Einwanderung thematisierten. Eine Analyse der Emotionen zeigte, dass Beiträge über Migranten deutlich mehr negative Emotionen wie Angst, Wut oder Abscheu enthielten als allgemeine Beiträge. Thematisch standen häufig wirtschaftliche und kulturelle Bedrohungen im Mittelpunkt, etwa Jobkonkurrenz oder kulturelle Unterschiede.

Umfangreiche Daten

Zusätzlich führten die Forscher eine nationale Umfrage unter 1.036 Singapurer Bürgern durch, um zu untersuchen, wie die Nutzung sozialer Medien in Verbindung mit negativen Emotionen gegenüber Migranten steht. Die Befragten wurden zu ihrer Social-Media-Nutzung, ihrer Wahrnehmung von Migranten als Bedrohung und ihren negativen Gefühlen gegenüber verschiedenen Migrantengruppen befragt. Ihre kognitiven Fähigkeiten wurden ebenfalls mittels eines standardisierten Vokabeltests erfasst.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine häufige Nutzung sozialer Medien stark mit negativen Emotionen gegenüber Migranten zusammenhängt. Personen, die Migranten als Bedrohung sahen, entwickelten stärkere negative Emotionen wie Wut oder Angst. Besonders stark war dieser Zusammenhang bei Menschen mit geringeren kognitiven Fähigkeiten, während Personen mit höheren kognitiven Fähigkeiten weniger von negativen Narrativen in sozialen Medien beeinflusst wurden.

Die Studie verdeutlicht, dass kognitive Fähigkeiten eine wichtige Rolle dabei spielen, wie Menschen Informationen in sozialen Medien verarbeiten und wie anfällig sie für Vorurteile gegenüber Migranten sind. Gleichzeitig räumen die Forscher ein, dass weitere Studien nötig sind, um andere Faktoren wie Persönlichkeit oder Bildung zu untersuchen, die ebenfalls eine Rolle bei der Meinungsbildung spielen könnten.

Zusammenfassung
  • Rassistische Äußerungen auf Social Media korrelieren mit geringer Intelligenz
  • Die Studie untersuchte emotionale Reaktionen auf Migranten in sozialen Medien
  • Häufige Nutzer von Social Media neigen zu negativen Emotionen gegenüber Migranten
  • Kognitive Fähigkeiten schützen vor negativen Einstellungen in sozialen Medien
  • Über 700.000 Beiträge analysiert, 86.462 thematisierten Einwanderung
  • Nationale Umfrage in Singapur bewertet Zusammenhang von Social-Media-Nutzung und Xenophobie
  • Weitere Forschung zu Einflüssen wie Persönlichkeit und Bildung notwendig

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