Aus für DSL: Telekom will erste Kunden schon 2026 vom Netz nehmen

Mit dem Fortschreiten des Ausbaus beim Glasfasernetz will die Deutsche Telekom möglichst schnell die alten Kupferkabel, die für DSL verwendet werden, stilllegen. Testprojekte deuten auf einen baldigen Anfang vom Ende für die Technologie hin.
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DSL wird überflüssig

Viele Nutzer können sich noch an die Zeiten erinnern, zu denen ISDN eine echte Geschwindigkeitsrevolution darstellte, was die Verbindung ins Internet anging. Mit dem Aufkommen von DSL gab es dann einen weiteren massiven Schub im Hinblick auf Datenübertragungsraten. Nun soll Glasfaser deutschlandweit der neue Standard werden. Seit Jahren bauen die Telekom und ihre Mitbewerber dazu die entsprechenden Netze aus.

Baldige Abschaltung der Kupfernetze

Ist Glasfaser an einem Standort verlegt, werden die Kupferleitungen, die DSL unter anderem nutzt, theoretisch nicht weiter benötigt. Daher ist mittelfristig mit einem Rückbau der entsprechenden Strukturen zu rechnen. Wie teltarif jetzt aber berichtet, könnte es schon sehr bald die ersten entsprechenden Anträge von Netzbetreibern geben.


Denn die Deutsche Telekom testet in drei Pilotprojekten bereits die Abschaltung der Kupferleitungen an unterschiedlichen Orten. Aus diesem Grund geht der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) davon aus, dass der Konzern bereits Ende dieses Jahres, spätestens aber Anfang 2025, die ersten Anträge für die Kupferabschaltung bei der Bundesnetzagentur stellen wird.

Telekom könnte strategisch vorgehen

Eine große Sorge besteht darin, dass das Bonner Unternehmen dabei auf eine Weise vorgehen könnte, die seine Glasfaser-Mitbewerber benachteiligt. So fürchtet der BREKO, die Telekom könnte zuerst in Gebieten mit der DSL-Abschaltung beginnen, in denen nur sie ein Glasfasernetz betreibt. Infografik Breitband: Ist Deutschland bereit für das Gigabit-Zeitalter?Breitband: Ist Deutschland bereit für das Gigabit-Zeitalter? Denn in solchen Gegenden hätten Kunden keine Wahl und müssten zügig zur Glasfaser der Telekom wechseln. In den Gebieten, in denen auch andere Anbieter ein entsprechendes Netz betreiben, wären die aber weiterhin der Konkurrenz durch das DSL-Netz der Telekom ausgesetzt.

Bundesnetzagentur in der Pflicht

Daher fordert BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers: "Die Telekom darf keine Gelegenheit bekommen, die Abschaltung ihres Kupfernetzes strategisch zu nutzen und damit dem Wettbewerb im Glasfaserausbau zu schaden. Deshalb muss die Bundesnetzagentur die Kupfer-Glasfaser-Migration proaktiv gestalten und einen konkreten Fahrplan vorlegen, der sicherstellt, dass auch in den Ausbaugebieten der Wettbewerber das alte Telefonnetz abgeschaltet wird, sobald Glasfaser dort flächendeckend verfügbar ist."

Nach Anträgen auf Abschaltung des Kupfernetzes sollte es aber mindestens noch ein Jahr bis zur tatsächlichen Stilllegung dauern. Sind die momentanen Einschätzungen der BREKO aber korrekt, könnten das DSL einiger Kunden schon 2026 abgeschaltet werden.

Zusammenfassung
  • Glasfaser soll deutschlandweit neuer Standard werden
  • Telekom testet bereits Abschaltung von Kupferleitungen
  • BREKO befürchtet Wettbewerbsverzerrung durch Telekom
  • Telekom könnte Glasfaser-Monopol in manchen Gebieten ausnutzen
  • BREKO fordert faire Kupfernetz-Abschaltung durch Bundesnetzagentur
  • DSL-Abschaltung könnte ab 2026 Realität werden

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