Kernkraft: Anteil an Stromproduktion weltweit sinkt auf ein Rekordtief
Während einige Kreise in Politik und Wirtschaft eine vermeintliche Renaissance der Atomkraft beschwören, sieht die Realität doch deutlich anders aus. Der Anteil der Nuklearkraftwerke an der gesamten Stromproduktion weltweit ist auf ein Rekord-Tief gefallen.
Wie aus dem jetzt veröffentlichten World Nuclear Industry Status Report 2023 hervorgeht, produzierten alle Kernkraftwerke der Welt im Jahr 2022 noch 2546 Terawattstunden Strom. Das ist ein Anteil am Gesamtmix von nur noch 9,2 Prozent. Die Produktion sank im Vergleich zu 2021 um vier Prozent, was den stärksten Rückgang seit 2012 darstellte, als in Japan nach dem Fukushima-GAU alle Reaktoren vom Netz genommen wurden.
Wie aus dem Branchenbericht hervorgeht, wird der Anteil der Kernenergie in absehbarer Zeit auch nicht mehr steigen. In den zwei Jahrzehnten von 2003 bis 2022 wurden weltweit 99 AKW-Blöcke neu in Betrieb genommen, die Hälfte davon in China, dem standen 105 Abschaltungen gegenüber. Angesichts dessen, dass die meisten aktuell noch laufenden Reaktoren Ende der 1970er und Anfang der 1980er-Jahre in Betrieb gingen und in den kommenden Jahren zahlreiche Anlagen das Ende ihrer Lebenszeit erreichen, werden die laufenden Bauprojekte Schwierigkeiten haben, die Abschaltungen zu kompensieren.
Aktuell kommt der Branchenbericht zu dem Ergebnis, dass man bei neuen Kernkraftwerken mit 180 Dollar pro Megawattstunde kalkulieren muss. Solar- und Windenergieanlagen kommen hingegen auf 45 bis 130 Dollar pro Megawattstunde - und dies bei unsubventionierten Projekten in den USA. Damit sind diese sogar denn billiger, wenn man zusätzlich notwendige Netzumbauten und die Integration von Speichern einberechnet. Und aktuell werden die Systeme im Erneuerbaren-Bereich auch noch zügig immer billiger.
Das wirkt sich auf Investitionsentscheidungen aus. Weltweit wurden 2022 bereit 495 Milliarden Dollar in den Ausbau regenerativer Energien gesteckt, Wasserkraft ist da nicht enthalten. Das ist bereits das 14-Fache dessen, was in neue Nuklearprojekte gesteckt wird. Mit 11,7 Prozent Gesamtanteil hatten die Erneuerbaren im letzten Jahr auch schon einen höheren Anteil am Strommix als die AKW.
Siehe auch:
Seit fast 30 Jahren rückläufig
Den Höchststand erreichte diese Kraftwerksklasse im Jahr 1996, nachdem in den 1970er- und 1980er-Jahren die meisten Bauprojekte gelaufen waren. Damals trugen die Atomkraftwerke 17,5 Prozent zur weltweiten Produktion bei. Seitdem ging es mehr oder weniger schnell nach unten, weil alte Kraftwerksblöcke ihre Dienstzeit beendeten und immer weniger neue Anlagen nachkamen.Wie aus dem jetzt veröffentlichten World Nuclear Industry Status Report 2023 hervorgeht, produzierten alle Kernkraftwerke der Welt im Jahr 2022 noch 2546 Terawattstunden Strom. Das ist ein Anteil am Gesamtmix von nur noch 9,2 Prozent. Die Produktion sank im Vergleich zu 2021 um vier Prozent, was den stärksten Rückgang seit 2012 darstellte, als in Japan nach dem Fukushima-GAU alle Reaktoren vom Netz genommen wurden.
Wie aus dem Branchenbericht hervorgeht, wird der Anteil der Kernenergie in absehbarer Zeit auch nicht mehr steigen. In den zwei Jahrzehnten von 2003 bis 2022 wurden weltweit 99 AKW-Blöcke neu in Betrieb genommen, die Hälfte davon in China, dem standen 105 Abschaltungen gegenüber. Angesichts dessen, dass die meisten aktuell noch laufenden Reaktoren Ende der 1970er und Anfang der 1980er-Jahre in Betrieb gingen und in den kommenden Jahren zahlreiche Anlagen das Ende ihrer Lebenszeit erreichen, werden die laufenden Bauprojekte Schwierigkeiten haben, die Abschaltungen zu kompensieren.
Trendwende nicht sichtbar
Aktuell gibt es auch keine Hinweise, dass sich daran etwas ändert. Denn es ist zwar immer wieder die Rede von neuen Initiativen und Planungen, inzwischen scheitert der Fortgang der Projekte dann aber immer öfter, wenn es um die Finanzierung und die Wirtschaftlichkeits-Planungen geht. Denn es ist immer weniger zu erwarten, dass der Betreiber eines Atomkraftwerkes mit den niedrigen Preisen des Stroms aus regenerativen Quellen mithalten kann.Aktuell kommt der Branchenbericht zu dem Ergebnis, dass man bei neuen Kernkraftwerken mit 180 Dollar pro Megawattstunde kalkulieren muss. Solar- und Windenergieanlagen kommen hingegen auf 45 bis 130 Dollar pro Megawattstunde - und dies bei unsubventionierten Projekten in den USA. Damit sind diese sogar denn billiger, wenn man zusätzlich notwendige Netzumbauten und die Integration von Speichern einberechnet. Und aktuell werden die Systeme im Erneuerbaren-Bereich auch noch zügig immer billiger.
Das wirkt sich auf Investitionsentscheidungen aus. Weltweit wurden 2022 bereit 495 Milliarden Dollar in den Ausbau regenerativer Energien gesteckt, Wasserkraft ist da nicht enthalten. Das ist bereits das 14-Fache dessen, was in neue Nuklearprojekte gesteckt wird. Mit 11,7 Prozent Gesamtanteil hatten die Erneuerbaren im letzten Jahr auch schon einen höheren Anteil am Strommix als die AKW.
Zusammenfassung
- Anteil von Atomkraftwerken weltweit auf Tiefstand
- 1996 trugen AKWs 17,5% zur Stromproduktion bei
- 2022 produzierten Kernkraftwerke 2546 TWh Strom
- In 20 Jahren 99 neue AKW-Blöcke, 105 Abschaltungen
- Finanzierung von AKWs oft nicht wirtschaftlich
- Neue Kernkraftwerke mit Stromkosten von 180 Dollar/MWh
- 2022 flossen 495 Mrd. Dollar in erneuerbare Energien
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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