Zu viel Strom aus Solar und Windkraft:
Frankreich fährt AKW runter
Frankreich gilt eigentlich als das Atomkraftkraft-Land. Doch auch in der Energiewirtschaft unserer Nachbarn machen sich die Effekte der stärker werdenden erneuerbaren Stromquellen immer öfter bemerkbar - aktuell verdrängen diese mehrere Atomkraftwerke vom Markt.
Der inzwischen verstaatlichte Betreiber der Kernkraft-Anlagen EDF wurde vom Betreiber der Übertragungsnetze zu diesem Schritt aufgefordert, nachdem sonniges und windiges Wetter über Tage hinweg große Mengen Ökostrom in die Netze gedrückt hatte. Die Atommeiler Golfech 2, Cruas 2 und Tricastin 1 wurden bereits heruntergefahren, drei weitere sollen am Wochenende folgen, berichtet das Magazin Fortune.
Allerdings dürfte die EDF die Produktion nicht nur aufgrund der Bitte des Netzbetreibers drosseln, der eine Überlastung vermeiden will. Dass der Konzern bereitwillig reagierte, dürfte auch auf die Preisentwicklung zurückzuführen sein. An der Strombörse fielen die Preise zeitweise ins Negative, als Kraftwerksbetreiber muss man in diesem Fall also etwas zahlen, damit die Strominfrastruktur überschüssige Mengen abnimmt und weiterleitet.
Der französische Day-Ahead-Strompreis fiel bei einer Auktion an der Epex Spot sogar auf -5,76 Euro pro Megawattstunde, den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass im Stromnetz aktuell vor allem eines noch fehlt: Die Speichermöglichkeiten.
Dass die Kernkraftwerke zurückgefahren werden, liegt auch daran, dass hier die Preisdifferenzen besonders hoch sind - immerhin liegen die Erzeugerkosten für die Kilowattstunde aus einem Atommeiler deutlich über jenen von Solar- und Windkraftanlagen. Allerdings war in den letzten Tagen teils so viel Strom im französischen Netz, dass auch diverse Erneuerbare abgeschaltet werden mussten.
Siehe auch:
Allerdings dürfte die EDF die Produktion nicht nur aufgrund der Bitte des Netzbetreibers drosseln, der eine Überlastung vermeiden will. Dass der Konzern bereitwillig reagierte, dürfte auch auf die Preisentwicklung zurückzuführen sein. An der Strombörse fielen die Preise zeitweise ins Negative, als Kraftwerksbetreiber muss man in diesem Fall also etwas zahlen, damit die Strominfrastruktur überschüssige Mengen abnimmt und weiterleitet.
Der französische Day-Ahead-Strompreis fiel bei einer Auktion an der Epex Spot sogar auf -5,76 Euro pro Megawattstunde, den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass im Stromnetz aktuell vor allem eines noch fehlt: Die Speichermöglichkeiten.
Speicher kommt
Diese werden aber kommen, wenn solche Situationen häufiger werden. Denn besser kann es für den Betreiber eines Batterieparks kaum werden: Er bekommt bei negativen Strompreisen Geld dafür, dass er die Energie abnimmt - und kann sie später wieder ins Netz einspeisen, wenn der Preis im positiven Bereich angekommen ist.Dass die Kernkraftwerke zurückgefahren werden, liegt auch daran, dass hier die Preisdifferenzen besonders hoch sind - immerhin liegen die Erzeugerkosten für die Kilowattstunde aus einem Atommeiler deutlich über jenen von Solar- und Windkraftanlagen. Allerdings war in den letzten Tagen teils so viel Strom im französischen Netz, dass auch diverse Erneuerbare abgeschaltet werden mussten.
Zusammenfassung
- Frankreich ist bekannt für seine Atomkraftwerke, die nun durch Ökostrom verdrängt werden
- EDF, der Betreiber der Kernkraftwerke, wurde vom Netzbetreiber zur Drosselung aufgefordert
- Golfech 2, Cruas 2 und Tricastin 1 wurden bereits heruntergefahren, drei weitere folgen
- EDF drosselt auch wegen negativer Strompreise, die teils ins Negative fielen
- Der Day-Ahead-Strompreis fiel auf -5,76 Euro pro Megawattstunde, tiefster Stand seit vier Jahren
- Es fehlen Speichermöglichkeiten im Stromnetz, was die Situation verschärft
- Batterieparks profitieren von negativen Strompreisen durch spätere Einspeisung
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