Frankreich: Neue Kernkraftwerke werden deutlich teurer als geplant
Es gibt kaum ein zweites Land, das sich nach außen so begeistert von der Atomkraft zeigt wie Frankreich. Während in vielen Ländern die Reaktoren heruntergefahren werden, will die Grande Nation gleich sechs neue AKW bauen - doch das wird teurer als gedacht.
Kritiker dieses Ansatzes verweisen freilich darauf, dass das diverse Probleme dieser Art der Energiegewinnung ausblendet, darunter jenes des radioaktiven Abfalls und auch der Störungsanfälligkeit. Letzteres zumindest soll durch schöne neue Kraftwerke minimiert werden und so baut Frankreichs staatlich dominierte Elektrizitätsgesellschaft Électricité de France (EDF) gleich sechs neue Reaktoren.
Das Problem dabei: Die Kosten für die drei Standorte Penly, Gravelines und Bugey schießen in die Höhe. Denn laut der französischen Zeitung Les Echos schätzt EDF mittlerweile, dass die neuen Reaktoren zusammengerechnet 67,4 Milliarden Euro kosten werden. Der Preis für den französischen Wiedereinstieg in die Kernenergie wurde vor noch drei Jahren auf 51,7 Milliarden Euro geschätzt, die neue Berechnung bedeutet also einen Anstieg von fast einem Drittel.
Laut der EDF gebe es zwei Hauptgründe für die Revision der Budgetprognose. Zum einen sind die Entwicklungskosten gestiegen, da der Energieversorger beschlossen hat, sich neun Monate länger als geplant Zeit zu nehmen, um die allgemeinen Pläne für seinen neu gestalteten EPR-Reaktor fertigzustellen.
Zum anderen erklärt sich die höhere Prognose aus in den gestiegenen Baukosten, die sich aus den ersten Ausschreibungen ergeben, um die Herstellung bestimmter kritischer Teile vorzuziehen oder Schlüsselverträge zu sichern.
Experten sind von diesen neuen Zahlen alles andere als überrascht. Denn bereits die ersten Berechnungen hielten sie für sehr bzw. zu optimistisch. Es ist auch denkbar und sogar wahrscheinlich, dass die Kosten weiter in die Höhe schnellen werden.
Siehe auch:
Mit Atomkraft gegen den Klimawandel
Es gibt keine Zweifel, dass die Menschheit etwas gegen den Klimawandel unternehmen muss. Doch zum Was gibt es unterschiedliche Meinungen. Viele Länder setzen auf erneuerbare Energien, in Frankreich indes ist die Begeisterung für die Kernkraft größer denn je. Das (vereinfachte) Argument: Atomkraftwerke stoßen kein CO₂ aus, also helfen sie auch dabei, die Erderwärmung zu bekämpfen.Kritiker dieses Ansatzes verweisen freilich darauf, dass das diverse Probleme dieser Art der Energiegewinnung ausblendet, darunter jenes des radioaktiven Abfalls und auch der Störungsanfälligkeit. Letzteres zumindest soll durch schöne neue Kraftwerke minimiert werden und so baut Frankreichs staatlich dominierte Elektrizitätsgesellschaft Électricité de France (EDF) gleich sechs neue Reaktoren.
Das Problem dabei: Die Kosten für die drei Standorte Penly, Gravelines und Bugey schießen in die Höhe. Denn laut der französischen Zeitung Les Echos schätzt EDF mittlerweile, dass die neuen Reaktoren zusammengerechnet 67,4 Milliarden Euro kosten werden. Der Preis für den französischen Wiedereinstieg in die Kernenergie wurde vor noch drei Jahren auf 51,7 Milliarden Euro geschätzt, die neue Berechnung bedeutet also einen Anstieg von fast einem Drittel.
Laut der EDF gebe es zwei Hauptgründe für die Revision der Budgetprognose. Zum einen sind die Entwicklungskosten gestiegen, da der Energieversorger beschlossen hat, sich neun Monate länger als geplant Zeit zu nehmen, um die allgemeinen Pläne für seinen neu gestalteten EPR-Reaktor fertigzustellen.
Zum anderen erklärt sich die höhere Prognose aus in den gestiegenen Baukosten, die sich aus den ersten Ausschreibungen ergeben, um die Herstellung bestimmter kritischer Teile vorzuziehen oder Schlüsselverträge zu sichern.
Experten sind von diesen neuen Zahlen alles andere als überrascht. Denn bereits die ersten Berechnungen hielten sie für sehr bzw. zu optimistisch. Es ist auch denkbar und sogar wahrscheinlich, dass die Kosten weiter in die Höhe schnellen werden.
Zusammenfassung
- Frankreich zeigt große Begeisterung für Atomkraft
- Grande Nation plant Bau von sechs neuen AKWs
- Argument für AKWs: Kein CO2-Ausstoß gegen Erderwärmung
- Kritik wegen radioaktivem Abfall und Störungsanfälligkeit
- Kosten für neue Reaktoren steigen auf 67,4 Milliarden Euro
- Ursprüngliche Schätzung lag bei 51,7 Milliarden Euro
- EDF nennt gestiegene Entwicklungskosten und Baukosten als Gründe
Siehe auch:
- Ein wenig utopisch: Britische Regierung legt Kernkraft-Roadmap vor
- Kernkraft: Anteil an Stromproduktion weltweit sinkt auf ein Rekordtief
- Frankreich fordert mehr Kernkraft: Voulez-vous coucher avec nucléar?
- Saubere, sichere Kernkraft: Forscher arbeiten an Schmelz-Salz-Reaktor
- Olkiluoto 3: Hoffnungs-Reaktor der Kernkraft-Freunde mit Problemen
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