Kernkraft: Amazon, Google, Meta schließen sich Papiertiger-Initiative an

Die US-Technologiekonzerne Amazon, Google/Alphabet und Meta haben offiziell ihre Unterstützung einer Initiative erklärt, die Kern­kraft­kapazitäten weltweit bis zum Jahr 2050 zu verdreifachen. Ob dies aber funktioniert, bleibt fraglich.
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20 Staaten sind dabei

Die Unternehmen schließen sich damit einer Initiative an, die erstmals im Dezember 2023 von rund 20 Staaten auf der UN-Klimakonferenz COP28 beschlossen wurde. Bereits im vergangenen Jahr hatten auch große Finanzinstitute wie die Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Unterstützung zugesichert.

Im Kern handelt es sich hierbei um eine unverbindliche Absichtserklärung, die allerdings einige Aufmerksamkeit auf sich zog. Dass inzwischen auch große IT-Konzerne ein Interesse an diesem Weg haben, liegt vor allem daran, dass diese ihren ausufernden Strombedarf kaum in den Griff bekommen.


Amazon, Google und Meta spielen eine immer wichtigere Rolle als Energieverbraucher in den USA, insbesondere durch den Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Bereits seit einiger Zeit machen die Unternehmen daher immer wieder dadurch Schlagzeilen, dass sie Kernkraftprojekte unterstützen wollen. Microsoft gehört zwar ebenfalls zu diesem Kreis, unterschrieb die Erklärung der Initiative allerdings nicht.

Weit mehr als das zugrundeliegende Papier gibt es hinsichtlich der Absichtserklärung allerdings auch bisher nicht vermelden. Experten halten es für unrealistisch, dass sich die Kernkraftkapazität wirklich in diesem Maße steigern lässt. Immerhin stagniert sie seit gut 25 Jahren und angesichts der kommenden Stilllegungen alter Reaktoren genügen die derzeit geplanten Neubauten nicht einmal, um das bisherige Niveau zu halten.

Erneuerbare boomen wirklich

Hinzu kommt, dass auch kaum mit einem plötzlichen Boom zu rechnen ist. Denn während weltweit die Investitionen in Erneuerbare durch die Decke gehen, passiert im Kernkraftbereich wenig. Dass die Preise der Erneuerbaren dabei immer weiter sinken, während die Kernkraft immer teurer wird und ohne massive staatliche Hilfen überhaupt nicht mehr wirtschaftlich abbildbar ist, trägt nicht gerade dazu bei, die Erfolgschancen der Initiative zu erhöhen.

Parallel zur Kernkraftinitiative, der mit viel Aufwand zu großer Öffentlichkeit verholfen wurde, verpflichteten sich auf der gleichen Konferenz 120 Länder, die Kapazität für erneuerbare Energien bis 2030 zu verdreifachen. Dies ist angesichts der Dynamik in dem Bereich und exponentieller Wachstumsraten deutlich realistischer.

Zusammenfassung
  • Amazon, Google und Meta unterstützen Initiative zur Verdreifachung der Kernkraft
  • Initiative wurde im Dezember 2023 auf der UN-Klimakonferenz COP28 beschlossen
  • IT-Konzerne interessieren sich wegen steigendem Strombedarf für Kernkraft
  • Experten zweifeln an Realisierbarkeit der Verdreifachung der Kernkraftkapazität
  • Kernkraft stagniert seit 25 Jahren und wird im Vergleich zu Erneuerbaren teurer
  • 120 Länder verpflichteten sich zur Verdreifachung erneuerbarer Energien bis 2030

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