El Salvador: Bitcoin erweist sich als gesetzliches Zahlungsmittel als Flop

Zwei Jahre ist es nun her, dass El Salvador als erstes - und dann auch einziges - Land der Welt, den Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel zugelassen hat. Rückblickend zeigt sich nun: Der hoffnungsvolle Vorstoß entpuppt sich in der Praxis als völliger Flop.
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Hoffnungen nicht erfüllt

Durch die gesetzliche Verankerung des Bitcoin wollte man die Wirtschaft ankurbeln und den Zugang der Bevölkerung zu Finanzdienstleistungen verbessern. Das hat allerdings nicht oder nur in Ansätzen funktioniert, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Einer der Gründe dürfte darin bestehen, dass der Wert des Bitcoin seitdem deutlich eingebrochen ist.

Entsprechend wenig konnte die Aktion dazu beitragen, dass die Wirtschaft gestärkt worden wäre. Aber auch andere Hoffnungen erfüllten sich nicht. Das galt vor allem in der Vereinfachung von Auslandsüberweisungen und der Möglichkeit, den 70 Prozent der Bevölkerung, die nicht über ein eigenes Bankkonto verfügen, Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verschaffen.


"Die Menschen nutzen ihn kaum, sie haben kein großes Vertrauen in die Kryptowährung", sagte der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Gouverneur der Zentralbank Carlos Acevedo gegenüber AFP. Das Experiment habe letztlich nicht funktioniert.


Kaum praktisch genutzt

Einen umfassenden offiziellen Überblick über die Nutzung des Bitcoin gibt es zwar nicht, aber durchaus viele Indizien. So wurden von den 4,71 Milliarden Dollar, die von Januar bis Juli dieses Jahres über die Zentralbank liefen, nur ein Prozent in Bitcoin abgewickelt. Und dies, obwohl die Regierung sogar jedem, der sich ein solches digitales Wallet anlegen ließ, ein Startguthaben von umgerechnet 30 Dollar schenkte.

Es gibt zwar Stimmen, nach denen sich die Situation jederzeit ändern kann, wenn der Wert des Bitcoin wieder deutlich steigt und dann auch noch halbwegs stabil bleibt. Um dies zu prüfen, müsste eine solche Situation aber erst einmal eintreten. Zumal auch die Tatsache, dass verschiedene weitere Regierungs-Projekte in Verbindung mit dem Bitcoin nicht angegangen wurden, kaum für ein steigendes Vertrauen in die Kryptoeinheiten sorgt.

Zusammenfassung
  • El Salvador erlaubte Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel vor zwei Jahren
  • Ziel war Wirtschaftsankurbelung und verbesserte Finanzdienstleistungen
  • In der Praxis hat der Vorstoß jedoch nicht funktioniert
  • Wert des Bitcoin ist seitdem stark eingebrochen
  • Nur 1% der Transaktionen über Zentralbank in Bitcoin abgewickelt
  • Bevölkerung zeigt geringes Vertrauen in die Kryptowährung
  • Weitere Bitcoin-Projekte der Regierung wurden nicht umgesetzt

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