Nach wahrem Boom: Absatz von Wärmepumpen geht drastisch zurück

Die Wärmepumpe soll in Deutschland zum wichtigen Teil der Wende beim Heizen werden. Nach einem wahren Absatzboom und Engpässen im letzten Jahr sorgen hohe Strompreise und politische Unsicherheit jetzt aber für den Gegentrend. Die Nachfrage sinkt dramatisch.
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Wärmepumpen: Nach Absatzboom kommt die Mega-Flaute

Das Bundeswirtschaftsministerium würde sicher gerne bessere Zahlen vermelden: Wie der Spiegel (Paywall) berichtet, sind in der ersten Hälfte dieses Jahres 48.804 Förderanträge für Wärmepumpen eingegangen. Wie schlägt man sich damit im Jahresvergleich? 2022 hatten im gleichen Zeitraum rund doppelt so viele Anträge, genau 97.766, das Ministerium erreicht.

Wie der Spiegel weiter analysiert, zeichnet vor allem der Blick auf die monatlichen Zahlen ein interessantes Bild, das die Welt- sowie innenpolitische Lage deutlich widerzuspiegeln scheint. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine stieg in Deutschland die Angst um Gasmangel mitten im Winter. Ferner wollten sich viele vor Umstellung der Förderprogramme im Sommer 2022 noch schnell bekannte Fördersätze sichern.


In der ersten Hälfte des Jahres 2022 explodierte die Zahl der Anträge förmlich, um im August ihren bisherigen Höchststand von 148.000 in einem Monat zu erreichen. Die Folge: Von Beratern über Lieferanten bis hin zu Handwerkern wurde die gesamte Branche von einem Boom erfasst.

Das nächste Kapitel

Doch die Vorzeichen in diesem Jahr stehen deutlich anders. Durch verschiedene Maßnahmen der Regierung wurde der Gas-Markt auf das Vorkrisenniveau gebracht, im Gegensatz dazu sind Strompreise aktuell hoch. Ferner sorgt das lange Ringen um die Ausgestaltung der zukünftigen Förderung für eine unsichere Investitionslage bei Hausbesitzern.

Man darf sehr gespannt sein, ob die Ampel-Regierung mit ihren Vorhaben die Trendwende schafft. Zuletzt musste man nach Urteil des Bundesverfassungsgerichts das Vorhaben aufgeben, das neue Gebäudeenergiegesetz noch vor der Sommerpause zu verabschieden.

Zusammenfassung
  • Wärmepumpe soll Heizen revolutionieren, aber Unsicherheit senken Nachfrage.
  • H1 2023: 48.804 Anträge, Vorjahreszeitraum: Doppelt so viele.
  • August 2021 bisheriger Rekord: 148.000 Anträge
  • Monatliche Zahlen spiegeln Welt- und Innenpolitik.
  • 2023: Gas-Markt auf Vorkrisenniveau, hohe Strompreise, Investitionslage weiter unsicher.

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