Oxford-Studie: Wärmepumpe ist auch in kalten Regionen konkurrenzlos
Wärmepumpen sind ein zentraler Baustein der Energiewende, sie sind aber immer wieder umstritten. Das liegt u. a. daran, dass sich der Boulevard darauf eingeschossen haben und Stimmung dagegen machen - mit der (wissenschaftlichen) Realität hat das nichts zu tun.
Doch eine nun im Fachmagazin Joule veröffentlichte Studie der Universität Oxford hat sich die "Effizienz der Wärmepumpe bei niedrigen Temperaturen" genauer angesehen und kommt zum eindeutigen Fazit: Luftwärmepumpen sind zwei- bis dreimal effizienter (bzw. verbrauchen zwei- bis dreimal weniger Energie) als ihre Pendants, die mit Öl und Gas arbeiten - und zwar insbesondere bei Temperaturen zwischen 10 und minus 20 Grad Celsius.
Die Debatten dazu sind in der grundsätzlichen Funktionsweise von Luftwärmepumpen begründet: Denn diese nehmen - vereinfacht gesagt - Wärme aus der Außenluft aus. Diese Maschinen müssen aber immer härter arbeiten, je kälter es ist, vor allem bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. So mancher kommt deshalb gerne zum Fazit, dass Wärmepumpen sich energetisch und auch wirtschaftlich nicht lohnen, wenn sie mehr arbeiten müssen, um Energie zu erzeugen. Infografik Wärmepumpen-Boom: Nachfrage in Deutschland steigt kontinuierlich
Die Oxford-Studie beantwortet diese Frage durch die Analyse von Feldstudien mit realen Leistungsdaten von Wärmepumpen. Und das eindeutig: "(Sie) zeigt, dass die Effizienz von Wärmepumpen bei Temperaturen weit unter 0°C immer noch deutlich höher ist als die von fossilen Brennstoffen und elektrischen Widerstandsheizungen auf Geräteebene."
In den meisten europäischen Regionen, in denen die Temperaturen selten unter -10°C fallen, seien Wärmepumpen mehr als effizient - und das eindeutig, so die Studie. Auch in "extrem kalten" Klimazonen mit Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius haben Leistungsdaten gezeigt, dass derartige Kraftwärmemaschinen Wärme mit einer bis zu doppelt so hohen Effizienz wie Widerstandsheizungen liefern können - hier legen sich die Autoren der Studie aber nicht final fest und schreiben, dass weitere Analysen erforderlich seien.
Das Fazit der Forscher: "Wir sind der Meinung, dass die flächendeckende Einführung von Luftwärmepumpen als Teil der Dekarbonisierungsbemühungen in den meisten Gebieten mit Raumwärmebedarf mit der vorhandenen Technologie erfolgreich sein kann. Erdwärmepumpen und hybride Luftwärmepumpensysteme können in den kältesten Klimazonen von großem Nutzen sein."
Siehe auch:
Wie effizient sind Wärmepumpen in kalten Gegenden?
Dabei können selbst Kritiker von Wärmepumpen kaum argumentieren, dass diese in warmen Gegenden fossilen Brennstoffen weit überlegen sind. Debatten gibt es hingegen, wenn es um Regionen geht, in denen es während langer Zeiträume sehr kalt ist.Doch eine nun im Fachmagazin Joule veröffentlichte Studie der Universität Oxford hat sich die "Effizienz der Wärmepumpe bei niedrigen Temperaturen" genauer angesehen und kommt zum eindeutigen Fazit: Luftwärmepumpen sind zwei- bis dreimal effizienter (bzw. verbrauchen zwei- bis dreimal weniger Energie) als ihre Pendants, die mit Öl und Gas arbeiten - und zwar insbesondere bei Temperaturen zwischen 10 und minus 20 Grad Celsius.
Die Debatten dazu sind in der grundsätzlichen Funktionsweise von Luftwärmepumpen begründet: Denn diese nehmen - vereinfacht gesagt - Wärme aus der Außenluft aus. Diese Maschinen müssen aber immer härter arbeiten, je kälter es ist, vor allem bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. So mancher kommt deshalb gerne zum Fazit, dass Wärmepumpen sich energetisch und auch wirtschaftlich nicht lohnen, wenn sie mehr arbeiten müssen, um Energie zu erzeugen. Infografik Wärmepumpen-Boom: Nachfrage in Deutschland steigt kontinuierlich
Die Oxford-Studie beantwortet diese Frage durch die Analyse von Feldstudien mit realen Leistungsdaten von Wärmepumpen. Und das eindeutig: "(Sie) zeigt, dass die Effizienz von Wärmepumpen bei Temperaturen weit unter 0°C immer noch deutlich höher ist als die von fossilen Brennstoffen und elektrischen Widerstandsheizungen auf Geräteebene."
In den meisten europäischen Regionen, in denen die Temperaturen selten unter -10°C fallen, seien Wärmepumpen mehr als effizient - und das eindeutig, so die Studie. Auch in "extrem kalten" Klimazonen mit Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius haben Leistungsdaten gezeigt, dass derartige Kraftwärmemaschinen Wärme mit einer bis zu doppelt so hohen Effizienz wie Widerstandsheizungen liefern können - hier legen sich die Autoren der Studie aber nicht final fest und schreiben, dass weitere Analysen erforderlich seien.
Backup kann erforderlich sein
Im letztgenannten Fall ist u. U. eine Zusatzheizung erforderlich, da die Effizienz von Wärmepumpen nachlässt. Doch auch hier sieht die Studie kein echtes Argument gegen die Installation, da "Luftwärmepumpen im Vergleich zu anderen Systemen sowohl auf Jahres- als auch auf Momentanbasis erhebliche Effizienzvorteile bieten können".Das Fazit der Forscher: "Wir sind der Meinung, dass die flächendeckende Einführung von Luftwärmepumpen als Teil der Dekarbonisierungsbemühungen in den meisten Gebieten mit Raumwärmebedarf mit der vorhandenen Technologie erfolgreich sein kann. Erdwärmepumpen und hybride Luftwärmepumpensysteme können in den kältesten Klimazonen von großem Nutzen sein."
Zusammenfassung
- Wärmepumpen sind zentral für die Energiewende, aber umstritten
- Studie der Universität Oxford untersucht Effizienz bei niedrigen Temperaturen
- Luftwärmepumpen sind 2-3 Mal effizienter als Öl- und Gasheizungen
- Wärmepumpen arbeiten härter bei niedrigen Temperaturen, aber bleiben effizient
- Wärmepumpen sind effizient in Regionen mit Temperaturen selten unter -10°C
- In extrem kalten Klimazonen können sie doppelt so effizient wie Widerstandsheizungen sein
- Forscher befürworten flächendeckende Einführung von Luftwärmepumpen für Dekarbonisierung.
Siehe auch:
- Nach wahrem Boom: Absatz von Wärmepumpen geht drastisch zurück
- Zwei Wärmepumpen von MAN werden bald 27.000 Haushalte heizen
- Wärmepumpen-Boom zieht Chinesen an - Heiz-Tech-Markt vor Umbruch
- Reichweitenverlust: VW steht ohne Wärmepumpen für E-Autos da
- Riesige Wärmepumpe soll 150 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen
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