US-Armee will Elektro forcieren, Republikaner sind (dämlich) dagegen

Es gibt kaum jemanden, der leugnet, dass fossile Brennstoffe irgendwann enden werden und die Zukunft Elektroautos gehört - auch beim US-Militär. Dort arbeitet man auch an einer Umstellung. Doch einige Republikaner wollen das verhindern - mit dämlichen Argumenten.
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Das US-amerikanische Verteidigungsministerium hat bereits vor einiger Zeit mehrere Programme gestartet, die die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten des Militärs zum Ziel haben. Das bedeutet nicht, dass diese Ziele ansatzweise so ambitioniert sind wie jene im Consumer-Bereich. So plant die EU ein Verbrenner-Aus für Neuzulassungen bis 2035 - die US-Streitkräfte haben sich hingegen das Jahr 2050 im Kalender notiert, das ist mehr als ein Vierteljahrhundert.

Freilich sind Kampffahrzeuge und deren Logistik eine wesentlich kompliziertere Angelegenheit, weshalb die Umstellung auch stufenweise und eben nur sehr langsam vorgenommen wird. Wie Electrek anmerkt, besitzt das US-Militär eine Flotte von hunderttausenden Fahrzeugen, damit ist das Pentagon weltweit der größte institutionelle Einzelverbraucher von fossilen Brennstoffen.

Es ist angesichts steigender Ölpreise und auch krisenbedingter Knappheit für viele Verbraucher mittlerweile selbstverständlich, auf ein Elektroauto umzusteigen oder dies zumindest zu erwägen. Das ist beim US-Militär nicht anders, denn dort verwendet man Mittel aus dem Militärbudget (dem "National Defense Authorization Act"), um die Elektrifizierung voranzutreiben.


"Unerprobte Technologie"?

Doch mehrere Republikaner, die zweifellos Lobby-Verbindungen in die Mineralölbranche haben, wollen das verhindern - mit Argumenten, die man teilweise als hirnrissig bezeichnen kann. Das Ziel ist, wie die Washington Post berichtet, aber im Wesentlichen immer das gleiche, nämlich dem US-Militär zu verbieten, Gelder in Elektroautos und dazugehörige Infrastruktur zu stecken.

Die Argumente sind dabei "lächerlich", wie Electrek meint. So schreibt etwa der republikanische Abgeordnete Paul A. Gosar: "Das Militär ist kein Ort, um mit unerprobter Technologie zu experimentieren. Die Kampfbereitschaft und die Ausbildung von Soldaten und Ausrüstung werden durch den erzwungenen Einsatz von Elektrofahrzeugen gefährdet. Außerdem funktionieren die Klimaanlagen in den Elektrofahrzeugen in der Wüstenhitze nicht, was ein Gesundheitsrisiko für das Personal darstellt."

Hier ist im Grunde jeder Satz falsch. Denn viele neue Technologien werden zuerst beim Militär getestet, geschweige denn, dass der Elektroantrieb mit seiner mehr als hundertjährigen Geschichte überhaupt als neue Technologie bezeichnet werden kann. Die Politiker wollen dem US-Militär sogar jedwede Forschung und Entwicklung untersagen.

Wohlgemerkt wollen die Militärs auch gar nicht Kampffahrzeuge elektrifizieren, sondern nur die "normalen" Pkw und Lkw der aus rund 150.000 Fahrzeugen bestehenden Flotte. Electrek abschließend: "Das ist so dumm. Diese Technologie hat sich nicht nur bewährt, sondern ist auch eine bessere finanzielle Entscheidung als Verbrenner-Fahrzeuge, weil die Betriebskosten viel niedriger sind."

Zusammenfassung
  • US-Militär will Fahrzeugflotte elektrifizieren
  • Republikaner wollen das verhindern, mit lächerlichen Argumenten
  • US-Militär ist größter Verbraucher von fossilen Brennstoffen
  • Elektroautos sind günstiger in Betrieb
  • Forschung und Entwicklung soll verboten werden
  • Militär will vorerst nur PKW und LKW elektrifizieren, keine Kampffahrzeuge

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