Microsoft gewinnt Streit um den Kauf von Activision Blizzard in den USA

Seit Monaten gibt es ein ständiges Hin und Her um die Genehmigung der Übernahme des Spielentwicklers Activision Blizzard durch Microsoft. Jetzt hat Microsoft im Streit mit der US-Handelsbehörde FTC einen Sieg eingefahren.
Microsoft, Gaming, Spiele, übernahme, Activision Blizzard, Wettbewerbsrecht, Gamer, Kartellrecht, übernahmeschlacht, Tony Hawk
Erst vor ein paar Tagen machte die Meldung die Runde, dass die FTC die Übernahme stoppen will. Ein kalifornisches Gericht erlaubt es Microsoft nun doch, die Übernahme von Activision Blizzard abzuschließen. Nach fünf Tagen Anhörungen beider Streitparteien kam das Gericht zu der Auffassung, den Antrag der FTC auf eine einstweilige Verfügung abzulehnen.

Gericht stellt sich auf die Seite von Microsoft

Das Gericht hat sich recht eindeutig auf die Seite von Microsoft gestellt und alle bisherigen Bemühungen des Konzerns, die Wogen zu glätten, gewürdigt. Das meldet das Online-Magazin The Verge und zitiert dabei den Richterspruch.


In einer heute vorgelegten Entscheidung erklärte die zuständige Richterin Corley:

"Microsofts Übernahme von Activision wurde als die größte in der Geschichte der Technologiebranche bezeichnet. Sie verdient eine genaue Prüfung. Diese Prüfung hat sich gelohnt: Microsoft hat sich schriftlich, öffentlich und vor Gericht verpflichtet, Call of Duty auf der PlayStation zehn Jahre lang auf Augenhöhe mit der Xbox zu halten. Es hat eine Vereinbarung mit Nintendo getroffen, um Call of Duty auf die Switch zu bringen.

Und es hat mehrere Vereinbarungen getroffen, um die Inhalte von Activision zum ersten Mal auf verschiedene Cloud-Gaming-Dienste zu bringen. Die Zuständigkeit des Gerichts in diesem Fall ist eng. Es hat zu entscheiden, ob der Zusammenschluss trotz dieser aktuellen Umstände bis zur Beendigung der FTC-Verwaltungsklage gestoppt - vielleicht sogar abgebrochen - werden sollte. Aus den dargelegten Gründen ist das Gericht der Auffassung, dass die FTC nicht nachgewiesen hat, dass sie sich mit ihrer Behauptung durchsetzen wird, dass dieser spezielle vertikale Zusammenschluss in diesem spezifischen Wirtschaftszweig den Wettbewerb erheblich beeinträchtigen könnte.

Im Gegenteil, die vorliegenden Beweise deuten darauf hin, dass die Verbraucher mehr Zugang zu Call of Duty und anderen Activision-Inhalten haben. Der Antrag auf eine einstweilige Verfügung wird daher abgewiesen."

Kampf noch nicht ausgestanden

Jetzt gibt es eigentlich nur noch zwei Hürden: Die erste - und wohl wichtigste - ist das geplante Anhörungsverfahren in Großbritannien. Die britischen Behörden hatten die Übernahme abgelehnt. Die Parteien treffen sich Ende Juli zur Schlichtung. Die zweite Hürde bleibt die FTC, denn auch nach dem jetzigen Richterspruch könnte die US-Behörde noch Berufung einlegen. Diese Frist läuft allerdings noch in dieser Woche ab.

In einer Erklärung nach der Entscheidung sagte Microsoft-Präsident Brad Smith, das Unternehmen sei "dem Gericht in San Francisco für diese schnelle und gründliche Entscheidung dankbar und hofft, dass andere Gerichtsbarkeiten weiterhin auf eine zeitnahe Lösung hinarbeiten werden".

Auch Activision Blizzard hat bereits reagiert: "Unsere Fusion wird Verbrauchern und Arbeitnehmern zugute kommen", sagte Bobby Kotick, CEO von Activision Blizzard. "Sie wird den Wettbewerb ermöglichen, anstatt es etablierten Marktführern zu erlauben, unsere schnell wachsende Industrie weiterhin zu dominieren."

Zusammenfassung
  • Microsoft darf Activision Blizzard übernehmen.
  • Microsoft hat sich verpflichtet, Call of Duty verfügbar zu halten.
  • Richterin Corley sieht den Zusammenschluss als genau geprüft an.
  • FTC muss jetzt zeigen, dass Zusammenschluss den Wettbewerb beeinträchtigt.

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Microsofts Aktienkurs in Euro
Beliebte Microsoft-Downloads
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!