Activision-Übernahme: Microsoft erwägt Rückzug aus Großbritannien
Bisher wurde die geplante Übernahme von Activision Blizzard von nahezu allen Wettbewerbsbehörden genehmigt, darunter Japan und sogar die Microsoft-kritische EU. Einzige Ausnahme ist Großbritannien - und dort erwägt Microsoft nun quasi die "nukleare" Option.
Vor einigen Wochen hat die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) entschieden, dass sie der Übernahme des Publishers durch den Redmonder Konzern keine Zustimmung geben kann. Als Grund wurde die Microsoft-Dominanz auf dem noch jungen Cloud-Gaming-Markt angegeben - zu einer drohenden Xbox- und PC-Exklusivität von Call of Duty hatte die CMA indes keine Bedenken (mehr).
Microsoft kritisiert die Entscheidung erwartungsgemäß heftig und hat erklärt, dass die britische Behörde zahlreiche Fehler gemacht und Missverständnissen aufgesessen ist. Eine Berufung ist bereits im Gange und soll noch im Sommer verhandelt werden.
Doch für den Fall, dass die CMA ihre Entscheidung nicht rückgängig macht und alle anderen Wettbewerbsbehörden der Activision Blizzard-Übernahme zustimmen (allen voran die US-amerikanische FTC), stellt Microsoft das Szenario in den Raum, dass sich der Publisher vom britischen Markt zurückziehen könnte.
Offiziell reist Smith, wie Microsoft bestätigt, nach London, um über das Thema KI und dessen Regulierung zu sprechen. Der hochrangige Manager werde aber auch private Gespräche über andere Themen führen, "einschließlich der vorgeschlagenen Übernahme von Activision Blizzard, da wir uns weiterhin bemühen", so ein Microsoft-Sprecher. Smith will dabei "kreative und konstruktive Wege finden, um verbleibende regulatorische Bedenken auszuräumen".
Smith kommt dabei nicht nur als freundlicher Bittsteller, er hat wohl auch eine Drohung im Gepäck: Denn laut Bericht schließt Smith auch eine "extreme Option" nicht aus, und zwar den Rückzug von Activision Blizzard vom britischen Markt. Das Wie ist derzeit noch offen, denn ein derartiger Rückzug hätte nicht zwangsläufig zur Folge, dass man im Vereinigten Königreich keine Spiele von Activision Blizzard mehr kaufen könnte - Microsoft könnte aber u. a. britische Standorte schließen und den Geschäftssitz ins Ausland verlegen.
Siehe auch:
Microsoft kritisiert die Entscheidung erwartungsgemäß heftig und hat erklärt, dass die britische Behörde zahlreiche Fehler gemacht und Missverständnissen aufgesessen ist. Eine Berufung ist bereits im Gange und soll noch im Sommer verhandelt werden.
Doch für den Fall, dass die CMA ihre Entscheidung nicht rückgängig macht und alle anderen Wettbewerbsbehörden der Activision Blizzard-Übernahme zustimmen (allen voran die US-amerikanische FTC), stellt Microsoft das Szenario in den Raum, dass sich der Publisher vom britischen Markt zurückziehen könnte.
"Extreme Option" möglich
Wie das Wirtschaftsportal Bloomberg berichtet, wird Microsoft-President Brad Smith diese Woche mit dem britischen Schatzkanzler Jeremy Hunt sprechen, um diesem seinen Frust über das Vorgehen der CMA mitzuteilen. Smith will sich außerdem mit Vertretern der Competition and Markets Authority treffen, schreibt Bloomberg unter Berufung auf Insider.Offiziell reist Smith, wie Microsoft bestätigt, nach London, um über das Thema KI und dessen Regulierung zu sprechen. Der hochrangige Manager werde aber auch private Gespräche über andere Themen führen, "einschließlich der vorgeschlagenen Übernahme von Activision Blizzard, da wir uns weiterhin bemühen", so ein Microsoft-Sprecher. Smith will dabei "kreative und konstruktive Wege finden, um verbleibende regulatorische Bedenken auszuräumen".
Smith kommt dabei nicht nur als freundlicher Bittsteller, er hat wohl auch eine Drohung im Gepäck: Denn laut Bericht schließt Smith auch eine "extreme Option" nicht aus, und zwar den Rückzug von Activision Blizzard vom britischen Markt. Das Wie ist derzeit noch offen, denn ein derartiger Rückzug hätte nicht zwangsläufig zur Folge, dass man im Vereinigten Königreich keine Spiele von Activision Blizzard mehr kaufen könnte - Microsoft könnte aber u. a. britische Standorte schließen und den Geschäftssitz ins Ausland verlegen.
Zusammenfassung
- Microsoft erwägt "extreme" Option bei Activision Blizzard-Übernahme in UK.
- CMA verweigert Zustimmung wegen Cloud-Gaming-Dominanz.
- Microsoft kritisiert Entscheidung, Berufung läuft.
- Microsoft-President Brad Smith will "kreative Wege" finden.
- Smith will auch "extreme Option" nicht ausschließen: Rückzug aus UK.
- Microsoft könnte Standorte in UK schließen & Geschäftssitz verlegen.
Siehe auch:
- EU erteilt Microsoft und Activision Blizzard grünes Licht für Mega-Deal
- Activision macht inzwischen mehr Geld auf dem PC als auf Konsolen
- 'Brüssel-Schreck': Star-Anwalt soll Microsofts Activision-Deal retten
- "Zombie-Deal": Ist die Activision Blizzard-Übernahme noch zu retten?
- Knalleffekt: Großbritannien blockiert Activision Blizzard-Übernahme
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