Peinlicher Vertipper: US-Militär sendet geheime E-Mails nach Mali

Ein niederländischer Unternehmer hat einen großen Skandal aufgedeckt: Millionen E-Mails, die das US-Militär versendete oder bekommen sollte, landen seit Jahren aufgrund eines einfachen Tippfehlers in großer Zahl bei falschen Empfängern.
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Militär war gewarnt

So landeten im Laufe der letzten zehn Jahre vermutlich Millionen sensibler Daten in dem westafrikanischen Land Mali. Gestört hat das bisher anscheinend niemanden, denn Warnungen verliefen im Sande. Nun hat der niederländische Unternehmer Johannes Zuurbier seine Erkenntnisse mit der Financial Times geteilt.

Demzufolge liegt das an der Endung, die das Militär nutzt. Anstatt an die .mil-Domäne des Militärs, wird häufig versehentlich .ml, die Länderkennung für Mali, eingegeben - sowohl bei internen E-Mails, als auch beim Versand an das Militär von Dritten. Infografik Cyberkriminalität: E-Mails bleiben größtes SicherheitsrisikoCyberkriminalität: E-Mails bleiben größtes Sicherheitsrisiko Johannes Zuurbier war bislang mit der Verwaltung der malischen Domäne beauftragt. Er hatte laut eigenen Angaben wiederholt versucht, die US-Regierung zu warnen. Schließlich hatte er Anfragen für nicht existierende Domains wie army.ml und navy.ml versucht abzufangen und zu sammeln, doch sein System war aufgrund der Menge "schnell überfordert und sammelte keine Nachrichten mehr".

117.000 fehlgeleitete E-Mails 2023

Allein seit Januar hat Zuurbier demnach 117.000 fehlgeleitete E-Mails abgefangen, von denen einige sensible Informationen im Kontext des US-Militärs enthalten.

Dabei sind laut der Auswertung der Financial Times unter anderem medizinische Daten, Informationen zu Ausweispapieren, Listen von Mitarbeitern auf Militärstützpunkten, Fotos von Militärstützpunkten, Inspektionsberichte der Marine, Listen von Schiffsbesatzungen, Steuerunterlagen und vieles mehr.

Einige der fehlgeleiteten E-Mails wurden von Mitarbeitern des Militärs, Reisebüros, die mit dem US-Militär zusammenarbeiten, US-Geheimdiensten, privaten Auftragnehmern und anderen verschickt.

Der Vertrag von Zuurbier mit Mali ist jedoch ausgelaufen, und so könnten nun die Behörden in Mali direkt Zugang zu den E-Mails erhalten. Noch heikler wird das, da Mali ein mit Russland verbündetes Land ist.

Mittlerweile liegen auch Informationen vor, wie das US-Militär mit der Sicherheitslücke umzugehen gedenkt. Weiterlesen in unserem Artikel: Geheimnis-Leck durch Vertippen: So will das US-Militär es stoppen

Zusammenfassung
  • Niederländischer Unternehmer deckt Skandal auf
  • Millionen Mails des US-Militärs landen bei falschen Empfängern.
  • Tippfehler bei Endung der Domäne verschickt E-Mails nach Mali.
  • Zuurbier versuchte, US-Regierung zu warnen.
  • Seit Januar 117.000 fehlgeleitete E-Mails.
  • Verschickt von Mitarbeitern des Militärs, Geheimdiensten etc.

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