Microsoft in der KI-Blase:
Gewinn explodiert, die Ausgaben genauso

Microsoft hat gestern Abend seine neuen Geschäftszahlen gemeldet. Während man massiv von Cloud- und KI-Diensten profitierte, stie­gen die Ausgaben auf kaum fassbare Höhen. Innerhalb von drei Mo­na­ten machte Microsoft dennoch fast 27,7 Milliarden Dollar Gewinn.
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Microsoft meldet Rekordgewinn

Microsoft hat die Geschäftszahlen für das erste Quartal seines neuen Fiskaljahres bekannt gegeben und dabei die Erwartungen der meisten Analysten übertroffen, auch weil der Umsatz der Cloud-Sparte Azure im Jahresvergleich um 40 Prozent zunahm. Insgesamt setzte Microsoft in dem Quartal, das am 30. September endete ganze 77,7 Milliarden Dollar um, was einem Zuwachs gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 18 Prozent entspricht.

Der Gewinn lag bei enormen 27,7 Milliarden Dollar, womit man die Erwartungen der Börse ebenfalls deutlich übertreffen konnte. Gleichzeitig meldete Microsoft jedoch Ausgaben in Höhe von 34,9 Milliarden US-Dollar - allein in den drei Monaten bis Ende September wohlgemerkt. Dies ist auf massive Investitionen in den Ausbau von Rechenzentren zurückzuführen, die hinter den Cloud- und KI-Diensten der Azure-Sparte stehen.

Fast 35 Milliarden Dollar für KI-Cloud

Microsoft hatte schon seit dem Ende des Geschäftsjahres 2023 begonnen, seine Ausgaben zu steigern, wobei damals aber "nur" gut 10 Milliarden Dollar investiert wurden. Seitdem ging es praktisch konstant aufwärts, wobei man die Kapitalaufwendungen zuletzt noch einmal erheblich steigerte und damit nun einen deutlichen Rekord in der Firmengeschichte aufgestellt hat. Im vorangegangenen Quartal waren bereits 24,2 Milliarden Dollar an Kapitalausgaben geflossen, womit die jetzt erreichte Summe von fast 35 Milliarden Dollar eine Steigerung um mehr als 44 Prozent darstellt.

Manche Beobachter fürchten nun, dass Microsoft zu schnell zu viel Geld in den Ausbau der Azure-Infrastruktur pumpt, womit man auf die aktuelle und künftige Nachfrage rund um KI-Dienste reagiert. Der Aktienkurs des Unternehmens gab deshalb als Reaktion auf die jüngsten Geschäftszahlen leicht nach und fiel im nachbörslichen Handel um bis zu vier Prozent. Allerdings geht Microsoft nach eigenen Angaben davon aus, dass die Einnahmen aus der Azure-Sparte auch in den kommenden Monaten und Jahren weiter stark steigen.

So betonte der Konzern bei der Bekanntgabe seiner neuesten Zahlen auch, dass man innerhalb der nächsten etwa zwei Jahre aus bereits bestehenden Verträgen Umsätze in Höhe von etwa 392 Milliarden US-Dollar erwartet. Der Konzern sieht diese Einnahmen also praktisch als gegeben an, womit man untermauern will, dass die Nachfrage rund um Dienste aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz nicht nur aufgrund einer aktuellen, kurzfristigen "Blase" besteht, sondern langfristiger Natur ist.

Zusammenfassung
  • Microsoft überrascht mit Umsatz von 77,7 Milliarden Dollar im Quartal
  • Gewinn erreicht beeindruckende 27,7 Milliarden Dollar bis 30. September
  • Rekordausgaben von 34,9 Milliarden Dollar für Rechenzentren und KI
  • Azure-Sparte verzeichnet starkes Wachstum von 40 Prozent im Jahresvergleich
  • Kapitalaufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorquartal um 44 Prozent
  • Aktienkurs fiel trotz guter Zahlen im nachbörslichen Handel leicht
  • Microsoft erwartet Einnahmen von 392 Milliarden Dollar aus bestehenden Verträgen

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