"Alles fehlt": Sanktionen stürzen Russland in technologische Krise
Heute gibt es ein trauriges Jubiläum, denn der russische Krieg gegen die Ukraine geht in seinen 100. Tag - und ein Ende ist nicht in Sicht. Das bedeutet auch, dass die Sanktionen gegen das Putin-Regime aufrecht bleiben und diese zeigen mittlerweile Folgen - vor allem im Tech-Sektor.
Die Sanktionen westlicher Staaten gegen Russland sind umfangreich, doch nicht alle haben eine sofortige Wirkung gezeigt. Das liegt natürlich daran, dass so manches Lager noch voll war. Betonung auf "war": Denn mittlerweile sind die russischen Unternehmen tief in die technologische Krise gestürzt. Wie die Financial Times (via Ars Technica) berichtet, gibt es längst zahlreiche, durch die Sanktionen ausgelöste Flaschenhälse. Diese haben zu Engpässen bei der Versorgung mit Halbleitern, elektrischen Geräten und Hardware für Rechenzentren geführt.
Für russische IT-Unternehmen gibt es keine Chip-Knappheit, man kann viel eher von Kahlschlag sprechen. Denn es gibt weder Low-End-Chips, die für die Produktion von Autos, Haushaltsgeräten und auch Militärequipment benötigt werden, noch High-End-Varianten, die für moderne Consumer-Elektronik und Computer erforderlich wird. Infografik Sanktionen: Internetblockaden kosten Russland 1,2 Milliarden Dollar
Einige Unternehmen versuchen deshalb, auf russische Produktion umzustellen. Dazu zählen die Elbrus-Chips von MCST. Diese sind aber keine echte Alternative - im Vorjahr hat das russische Geldinstitut Sberbank noch geurteilt, dass diese Chips "katastrophal" bei Tests in Sachen Speicher, Rechenleistung und Bandbreite versagt hätten.
Die russische Wirtschaft versucht, sich mit diversen Tricks zu helfen, dazu zählen Importe via Kasachstan, Einfuhren von chinesischen Herstellern aus der zweiten Reihe und andere "Grauimporte". Das ist aber nicht einfach und vor allem auch eines: teuer. Denn obwohl die chinesische Staatsführung den russischen Angriff auf die Ukraine nicht offiziell verurteilt hat, sind die meisten Hersteller aus China nicht bereit, Hardware an Russland zu liefern - wohl um ihre westlichen Partner nicht zu verprellen.
Siehe auch:
Für russische IT-Unternehmen gibt es keine Chip-Knappheit, man kann viel eher von Kahlschlag sprechen. Denn es gibt weder Low-End-Chips, die für die Produktion von Autos, Haushaltsgeräten und auch Militärequipment benötigt werden, noch High-End-Varianten, die für moderne Consumer-Elektronik und Computer erforderlich wird. Infografik Sanktionen: Internetblockaden kosten Russland 1,2 Milliarden Dollar
"Alles ist weg"
Die Auswirkungen der Sanktionen kommen allerdings relativ spät in Russland an. Grund dafür ist, dass das Land keine große IT-Industrie hat und weniger als ein Prozent aller weltweit hergestellten Halbleiter bezieht. Jene russischen Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, trifft die Knappheit nun aber umso härter. "Komplette Lieferwege für Server, Computer, Smartphones - alles ist weg", so ein Insider.Einige Unternehmen versuchen deshalb, auf russische Produktion umzustellen. Dazu zählen die Elbrus-Chips von MCST. Diese sind aber keine echte Alternative - im Vorjahr hat das russische Geldinstitut Sberbank noch geurteilt, dass diese Chips "katastrophal" bei Tests in Sachen Speicher, Rechenleistung und Bandbreite versagt hätten.
Die russische Wirtschaft versucht, sich mit diversen Tricks zu helfen, dazu zählen Importe via Kasachstan, Einfuhren von chinesischen Herstellern aus der zweiten Reihe und andere "Grauimporte". Das ist aber nicht einfach und vor allem auch eines: teuer. Denn obwohl die chinesische Staatsführung den russischen Angriff auf die Ukraine nicht offiziell verurteilt hat, sind die meisten Hersteller aus China nicht bereit, Hardware an Russland zu liefern - wohl um ihre westlichen Partner nicht zu verprellen.
Siehe auch:
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