Umstrittenes Gesetz gegen Facebook-Hetze ist beschlossen
Der Bundestag hat heute mit den Stimmen von Union und SPD das so genannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz beschlossen. Dieses soll hetzende Beiträge in sozialen Netzwerken bekämpfen - steht aber von verschiedenen Seiten in der Kritik, weil es gleich eine ganze Reihe von Problemen mitbringt.
Infografik: Wie die Deutschen mit Hate Speech im Netz umgehen
In einer Sache wird mit dem Gesetz ein lange bestehendes Problem in der Rechtsdurchsetzung angegangen. Große Plattformen wie Facebook werden verpflichtet, hierzulande einen Ansprechpartner für die Behörden bereitzuhalten. Bisher mussten die Strafverfolgungsbehörden stets als Bittsteller auftreten und hoffen, dass die Konzernzentrale in den USA sich bemüßigt zu helfen.
Facebook beispielsweise unterhält hierzulande zwar Büros - die dortigen Mitarbeiter fühlen sich aber im Grunde nur für den Verkauf von Werbung und für Marketing-Maßnahmen zuständig. Wer auf der Plattform bedroht oder beleidigt wurde, bekam hier keine Hilfe - auch nicht, wenn man mit Unterstützung der Polizei seine Rechte durchsetzen wollte. Das soll sich nun ändern.
Die Löschpflichten werden aber von verschiedenen Seiten als eine Privatisierung der Rechtsdurchsetzung kritisiert. In erster Linie sollen hier nun also privatwirtschaftliche Unternehmen für den Umgang mit rechtswidrigen Inhalten zuständig gemacht werden, womit der Staat einen Teil seiner Verantwortung abschiebt.
Es muss außerdem damit gerechnet werden, dass die Plattformbetreiber nicht den Einzelfall abwiegen, sondern lieber zu viel als zu wenig löschen, um einer Strafzahlung möglichst weit aus dem Weg zu gehen. Das kann dann dazu führen, dass völlig legitime Meinungsäußerungen aus der Öffentlichkeit verschwinden.
Infografik: Wie die Deutschen mit Hate Speech im Netz umgehen
In einer Sache wird mit dem Gesetz ein lange bestehendes Problem in der Rechtsdurchsetzung angegangen. Große Plattformen wie Facebook werden verpflichtet, hierzulande einen Ansprechpartner für die Behörden bereitzuhalten. Bisher mussten die Strafverfolgungsbehörden stets als Bittsteller auftreten und hoffen, dass die Konzernzentrale in den USA sich bemüßigt zu helfen.
Facebook beispielsweise unterhält hierzulande zwar Büros - die dortigen Mitarbeiter fühlen sich aber im Grunde nur für den Verkauf von Werbung und für Marketing-Maßnahmen zuständig. Wer auf der Plattform bedroht oder beleidigt wurde, bekam hier keine Hilfe - auch nicht, wenn man mit Unterstützung der Polizei seine Rechte durchsetzen wollte. Das soll sich nun ändern.
Privatisierung der Rechtsdurchsetzung
Das neue Gesetz soll aber auch Regel für den Umgang mit problematischen Inhalten festlegen. So werden die Betreiber der Plattformen dafür verantwortlich gemacht, dass "offensichtlich rechtswidrige Inhalte" binnen eines Tages gelöscht werden. Bei Inhalten, die nicht offenkundig gegen Gesetze verstoßen, aber trotzdem problematisch sind, soll eine Woche Zeit sein. Konsequenzen drohen zwar nicht in Einzelfällen, wohl aber, wenn die Plattform-Betreiber systematisch bei der Löschung solcher Inhalte versagen. Dann können Strafen von bis zu 50 Millionen Euro verhängt werden.Die Löschpflichten werden aber von verschiedenen Seiten als eine Privatisierung der Rechtsdurchsetzung kritisiert. In erster Linie sollen hier nun also privatwirtschaftliche Unternehmen für den Umgang mit rechtswidrigen Inhalten zuständig gemacht werden, womit der Staat einen Teil seiner Verantwortung abschiebt.
Es muss außerdem damit gerechnet werden, dass die Plattformbetreiber nicht den Einzelfall abwiegen, sondern lieber zu viel als zu wenig löschen, um einer Strafzahlung möglichst weit aus dem Weg zu gehen. Das kann dann dazu führen, dass völlig legitime Meinungsäußerungen aus der Öffentlichkeit verschwinden.
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
Metras Aktienkurs in Euro
Videos zum Thema Facebook
- The Social Reckoning: Erster Trailer zum brisanten Facebook-Thriller
- Super Bowl 2026: Oakley Meta-Brillen halten epische Sportmomente fest
- WhatsApp: Wie man ungewollte Gruppen-Einladungen vermeidet
- Super Bowl 2025: Eine Banane für Chris Pratt und Chris Hemsworth
- Mehr als eine Kamerabrille? Die Ray-Ban-Meta-Smart Glasses im Test
The Social Network im Preis-Check
Beiträge aus dem Forum
-
Facebook Werbung
Ler-Khun -
Facebook sperrt meinen Account und verlangt zum Entsperren Foto
Doodle -
Abfrage der Datenschutzeinstellungen bei jedem Neustart.
DK2000 -
Keine Anzeige meiner Beiträge in Facebook
IsabellaKrystynek -
deutscher Warcraft 3 Discord / deutsche Warcraft 3 Community Facebook
thielemann03 -
Forum und Newsseite datenschutzfreundlicher machen
DanielDuesentrieb -
Facebook Newsfeed Frage
Schlutopia
Neue Downloads
Weiterführende Links
Neue Nachrichten
- Musk will Trump-Anweisung folgen: wird SpaceXAI bald zu "SpaceXSI"?
- Fritz-Labor: Diese FritzBoxen priorisieren künftig Videocalls automatisch
- Schießübung des Next-Gen-Panzers: M1E3 Abrams feuert erstmals
- Physik-Rätsel geklärt: Darum glühen elektrifizierte Essiggurken
- Zu hohe Kosten: Xiaomi stoppt Pläne für sein "Kamera-Monster"-Phone
- Forscher entwickeln Material für viel günstigeren grünen Wasserstoff
- Höhere Speicherkosten: Google hebt Preis für das Pixel 10a an
Videos
Beliebte Downloads
Beliebte Nachrichten
Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
Ich empfehle ...
Meist kommentierte Nachrichten
Forum
-
LibreOffice News: V 26.8.1 freigegeben
rawjpeg - Heute 13:30 Uhr -
WPP-kompatible Etikettendrucker
rawjpeg - Heute 13:28 Uhr -
Wie alt sollte ein MacBook höchstens sein?
riq - Heute 09:47 Uhr -
removed-paywall-Links erlaubt?
rawjpeg - Gestern 22:39 Uhr -
Libreoffice auf der #OSCL 26 -
d-hubs - Gestern 21:45 Uhr
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen