"Absoluter Mist": EU-Mitarbeiter hassen Teams-Alternative Element Pro

Die EU-Kommission testet derzeit ein Backup für Microsoft Teams, um unabhängiger von US-Technologie zu werden. Doch die für Notfälle gedachte Software stößt bei einigen Mitarbeitern auf heftige Kritik und sorgt intern für teils drastische Worte.
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  • Die EU-Kommission testet Element Pro als Notfallersatz für Microsoft Teams
  • Das britische System soll die digitale Souveränität Europas stärken
  • Interne Forenbeiträge zeigen teils erhebliche Kritik der EU-Mitarbeiter
  • Der Chef von Element räumte gegenüber Politico Startschwierigkeiten ein
  • Auch Behörden in Frankreich und Österreich reduzieren US-Softwareabhängigkeit

EU testet Backup für den Notfall

Die EU-Kommission sucht nach Wegen, um bei der internen Kommunikation weniger abhängig von US-Konzernen zu sein. Dafür führte die Behörde im Sommer als Notfalllösung die Software Element Pro ein, die bei einem Ausfall von Microsoft Teams zum Einsatz kommen soll. Die Software wird derzeit noch erprobt. Doch dieser Test läuft eher suboptimal, um es vorsichtig zu formulieren.


Der Vorstoß ist Teil einer umfassenderen Strategie für mehr digitale Souveränität, die die Kommission laut einem Bericht im Juli 2026 in einem internen Schreiben bekräftigte. Ein Argument für die Anwendung ist die Datensicherheit. Ein Mitarbeiter merkte an, dass Microsoft bei Teams lediglich zusichere, keine Daten einzusehen. Das britische System Element Pro laufe hingegen auf der eigenen Infrastruktur der Kommission.

Das Projekt stößt intern jedoch auch auf heftige Kritik. Wie Politico unter Berufung auf interne Forenbeiträge berichtet, zweifeln Mitarbeiter an der Notwendigkeit des Systems. Ein Angestellter bezeichnete die Software demnach als "absoluten Mist". Ein weiterer Nutzer merkte an, die USA würden einen Krieg sofort gewinnen, wenn sie ihre Technologie abschalten und die neue Anwendung der Maßstab sei.

Reaktion und andere Behörden

Element-Chef Matthew Hodgson räumte gegenüber der Publikation gewisse Startschwierigkeiten ein. Beim Wechsel zu einer neuen Software gebe es immer "kognitive Dissonanz", zudem sei Veränderung immer schmerzhaft, besonders bei einem so verbreiteten Programm wie Teams. Hodgson verwies in diesem Zusammenhang aber darauf, dass beispielsweise auch die Vereinten Nationen sowie die NATO die Software nutzen.

Der (beabsichtigte) Schritt weg von Microsoft ist nicht ungewöhnlich: Auch andere Behörden wollen ihre Abhängigkeit von amerikanischer Software verringern. Die französische Regierung plant, bis zum Jahr 2027 bei Videokonferenzen von Teams und Zoom auf heimische Konkurrenzprodukte umzusteigen. Das österreichische Militär vollzog im vergangenen Jahr einen ähnlichen Schritt und verwendet für Büroarbeiten das Programm LibreOffice statt Microsoft Office.

Was haltet ihr von den Plänen der EU, eigene Software-Alternativen aufzubauen? Sind solche Backups sinnvoll oder reine Geldverschwendung? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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