Schießübung des Next-Gen-Panzers:
M1E3 Abrams feuert erstmals

Die US-Armee testet den neuen Kampfpanzer M1E3 Abrams erstmals mit scharfer Munition. Im Fokus der Entwicklung steht eine Gewichtsreduktion auf etwa 60 Tonnen durch einen unbemannten Turm. Zudem soll ein Hybrid-Antrieb den Verbrauch senken.
Militärtechnik, Panzer, Rüstung, Drohnenabwehr, Kampfpanzer, US-Armee, M1E3 Abrams
Alexander Miller/LinkedIn
  • Ein früher Prototyp des M1E3 Abrams feuerte erstmals scharfe Munition ab
  • Das Fahrzeuggewicht soll von fast 78 Tonnen auf etwa 60 Tonnen sinken
  • Dank Autolader und unbemanntem Turm besteht die Besatzung aus drei Personen
  • Ein Hybrid-Antrieb senkt den Verbrauch um bis zu 50 Prozent gegenüber früher
  • Zudem wurden Systeme zur Drohnenabwehr und leise Energieversorgungen getestet
  • Bis Ende 2026 erhalten Truppen in Texas Prototypen für umfassende Tests

Erste Schießübung absolviert

Die US-Streitkräfte testen derzeit neue Fahrzeugkonzepte und bei einer kürzlich durchgeführten Schießübung feuerte ein früher Prototyp des Kampfpanzers M1E3 Abrams erstmals scharfe Munition ab. Neben dem M1E3 kamen Anwärter für den Schützenpanzer XM30, der das Modell Bradley ersetzen soll, sowie unbemannte Drohnenabwehr-Systeme zum Einsatz. Das Ziel der Armee ist es, Masseeinsparungen und neue Betriebskonzepte unter Feldbedingungen zu evaluieren.

Im Zentrum der Entwicklung steht beim M1E3 eine deutliche Gewichtsreduktion. Im Jahr 2023 hatte das Militär die geplante Aufrüstung des aktuellen Modells M1A2 abgebrochen, da zusätzliche Elektronik und Panzerung das Fahrzeug zu schwer gemacht hätten. Während der M1A2 auf fast 78 Tonnen kommt, soll das Gewicht künftig auf etwa 60 Tonnen sinken. Das würde die Anforderungen an Brücken und Bergungsfahrzeuge reduzieren.

Erreicht werden soll das Ziel durch einen unbemannten Turm. Die Besatzung schrumpft durch den Einsatz eines Autoladers von vier auf drei Personen. Diese sitzen künftig besser geschützt in der stark gepanzerten Fahrzeugwanne. Durch den Wegfall der Besatzung im Turm muss dieser nicht mehr so stark gepanzert werden, was zur Gewichtsreduktion beitragen soll und Platz für andere Komponenten schafft.

Hybrid-Antrieb und Drohnenabwehr

Die Neuerungen umfassen zudem einen Hybrid-Antrieb, der einen modifizierten Sechszylinder-Dieselmotor nutzt. Dieser soll den Treibstoffverbrauch im Vergleich zur bisherigen Gasturbine um 40 bis 50 Prozent senken, was die logistische Abhängigkeit von Tankfahrzeugen reduziert. Gleichzeitig soll das System zumindest auf kurzen Strecken einen elektrischen Schleichantrieb ermöglichen. Das Fahren ohne Verbrennungsmotor verringert die Hitze- und Geräuschentwicklung und erschwert die Ortung durch feindliche Wärmebildkameras.

Überdies testete die Armee Systeme der Operation Jailbreak Falcon Fury, bei der Roboter Drohnen abschossen. Wie Army-CTO Alexander Miller auf LinkedIn (via Defense Blog) schreibt, rückt auch die mobile Stromversorgung zunehmend in den Fokus. Soldaten benötigen je nach Ausrüstung nahezu durchgehend 60 bis 120 Watt. Eine thermisch und akustisch unauffällige Energieversorgung sei daher entscheidend.

Miller betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit einer Kombination aus hochentwickelten Waffensystemen und günstiger Masse. Um Gebiete einzunehmen und zu halten, sei bezahlbare Masse mit autonomer Einsatzplanung unerlässlich. Ziel müsse es sein, den ersten Kontakt mit einem Gegner immer mit Maschinen statt mit Menschen auszutragen. Die Vernetzung der Systeme übernimmt dabei eine neue Datenplattform der Streitkräfte.

Zeitplan der Streitkräfte

Bis Ende 2026 sollen vier Vorabversionen des M1E3 sowie zwei XM30-Einheiten an eine Brigade in Texas übergeben werden. Die Soldaten erproben dort voraussichtlich bis März 2027 Aspekte wie Feuerkraft, Mobilität und die neue Logistik. Neben dem Abrams-Nachfolger konkurrieren aktuell die Unternehmen General Dynamics und American Rheinmetall um den Zuschlag für den XM30. Die Armee könnte nach den Tests einen Gewinner auswählen.

Die Einsatzbereitschaft war ursprünglich für 2030 geplant, die Armee hat die Entwicklung jedoch auf 24 bis 30 Monate verkürzt und will ab dem Haushaltsjahr 2028 zur Produktion übergehen. Die bis März 2027 gesammelten Testdaten aus den Schießübungen und Zuverlässigkeitstests sollen zeigen, ob die Verkleinerung der Besatzung und der Gewichtsverlust die logistische Belastung der Truppen im Feld tatsächlich verringern.

Was denkt ihr über die Entwicklung unbemannter Panzertürme und Hybrid-Antriebe im militärischen Bereich? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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