LiMux: München will Linux schnellstens begraben, Opposition schäumt
München war das Paradeprojekt in Sachen Umstellung auf Open-Source bzw. Linux. Anhänger der freien Software haben sich eine Signalwirkung für viele weitere Stadtverwaltungen in Deutschland erhofft. Doch das LiMux genannte Vorhaben ist nun definitiv am Ende. SPD und CSU haben sich auf eine Rückkehr zu Microsoft verständigt, von der Opposition gibt es natürlich Kritik.
Die Münchner Stadtregierung, eine Koalition aus SPD und CSU, hat vergangene Woche das De-facto-Aus für das von vielen Mitarbeitern so ungeliebte freie Betriebssystem Linux beschlossen (PDF). Im Grunde will die bayrische Landeshauptstadt so schnell wie möglich zu Microsoft, Windows und Office zurück, Linux soll dann nur noch eine untergeordnete Nebenrolle in der Stadtverwaltung spielen.
Roth rechnet vor, dass nun 14 Millionen Euro durch das "Experiment mit freier Software" verloren gegangen sind und der Austausch bestehender Linux-Rechner auf Windows-fähige PCs mindestens weitere 15 Millionen Euro kosten werde. Er schlägt eine Art Zwischenweg oder Kompromiss aus beiden Betriebssystemen vor, also eine Fortführung der Open-Source-Lösung mit "pragmatischen Ausnahmen".
Auch die Piraten kritisierten den Schritt scharf, Thomas Ranft bezeichnete die Entscheidung als "Verbrennung von Steuergeldern ohne Ende". Er kritisierte außerdem, dass sich dadurch Sicherheitsprobleme ergäben und meinte, dass die Zukunft von bis zu 70 Linux-Programmierern nicht geklärt sei.
Eine Überraschung ist das Aus für LiMux indes sicherlich nicht: Denn das Projekt war in vielen Abteilungen von Anfang an ungeliebt, ja verhasst. Das von Roth attestierte "Nebenbei"-Aus sollte auch niemanden überraschen, denn im vergangenen Herbst hat Oberbürgermeister Dieter Reiter das Personal- und Organisationsreferat (POR) bevollmächtigt, Wege zu einer Abkehr von LiMux und einen Umstieg auf Windows 10 sowie Office zu finden.
Siehe auch: München - Kritik an Linux nimmt zu, Microsoft-Rückkehr wird konkreter
Kritik der Opposition
Die Oppositionsparteien in München sind natürlich empört, wie Heise berichtet: Die Grünen sprechen von einem "Schildbürgerstreich", laut deren Chef Florian Roth sei das "ganz nebenbei mit einem unscheinbaren Absatz" beschlossen worden. Roth spricht sich nicht direkt für eine Beibehaltung von Linux aus, kritisiert wird aber vor allem das abrupte Tempo der Rückkehr zu Microsoft-Produkten.Roth rechnet vor, dass nun 14 Millionen Euro durch das "Experiment mit freier Software" verloren gegangen sind und der Austausch bestehender Linux-Rechner auf Windows-fähige PCs mindestens weitere 15 Millionen Euro kosten werde. Er schlägt eine Art Zwischenweg oder Kompromiss aus beiden Betriebssystemen vor, also eine Fortführung der Open-Source-Lösung mit "pragmatischen Ausnahmen".
Auch die Piraten kritisierten den Schritt scharf, Thomas Ranft bezeichnete die Entscheidung als "Verbrennung von Steuergeldern ohne Ende". Er kritisierte außerdem, dass sich dadurch Sicherheitsprobleme ergäben und meinte, dass die Zukunft von bis zu 70 Linux-Programmierern nicht geklärt sei.
Eine Überraschung ist das Aus für LiMux indes sicherlich nicht: Denn das Projekt war in vielen Abteilungen von Anfang an ungeliebt, ja verhasst. Das von Roth attestierte "Nebenbei"-Aus sollte auch niemanden überraschen, denn im vergangenen Herbst hat Oberbürgermeister Dieter Reiter das Personal- und Organisationsreferat (POR) bevollmächtigt, Wege zu einer Abkehr von LiMux und einen Umstieg auf Windows 10 sowie Office zu finden.
Siehe auch: München - Kritik an Linux nimmt zu, Microsoft-Rückkehr wird konkreter
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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