US-Provider: Wer nicht ausspioniert werden will, soll halt zahlen
Ein Blick auf die andere Seite des Atlantiks ist gelegentlich hilfreich, um sich darauf vorzubereiten, was demnächst auch auf die Nutzer hierzulande zukommen dürfte. Aktuell ist in den USA ein Streit darüber entbrannt, ob der Datenschutz beim Internet-Anschluss eine Luxus-Option sein sollte.
Infografik: Top 10-Breitband-Länder weltweit
Auslöser der Debatte ist eine neue Regelung, nach der Breitband-Provider gegenüber der Telekommunikations-Behörde FCC offenlegen müssen, welche Daten sie über ihre Nutzer speichern. Bei allem, was über Daten hinausgeht, die zu Abrechnungszwecken benötigt werden, muss den Kunden außerdem eine Opt-out-Option angeboten werden. Verschiedene Breitband-Anbieter versuchen nun daraus ein Geschäftsmodell zu machen: Wer nicht von seinem Provider ausgeleuchtet werden will, muss entweder in einen höherpreisigen Tarif wechseln oder eine entsprechend zusätzlich berechnete Option erwerben. Das berichtet das US-Magazin DSLReports
In einem Schreiben an die FCC führt beispielsweise der Kabelnetzbetreiber Comcast aus, dass es eine "völlig akzeptable" Geschäftspraktik sei, den Nutzer dafür zahlen zu lassen, wenn dieser nicht zu Werbezwecken ausspioniert werden will. Dies sei immerhin auch in vielen anderen Wirtschafts-Segmenten - auch im Online-Bereich - schon sehr lange gängig. Comcast bezieht sich hier offenbar auf die Wahlmöglichkeiten der Nutzer, im Web verschiedene Dienste kostenlos bereitgestellt zu bekommen, wo alles mit Werbung und dem damit verbundenen Tracking gegenfinanziert wird, oder sich eben für einen kostenpflichtigen Service zu entscheiden.
Kritiker einer solchen Praxis sehen schon den von Comcast gezogenen Vergleich als unsinnig an. Denn bei anderen, übergelagerten Diensten wie etwa dem eigenen E-Mail-Account steht den Anwendern eine breite Palette an Dienstleistern zur Verfügung, wo man sich die beste Mischung aus Preis und Datenschutz aussuchen kann. Internet-Zugänge sind hingegen ein Basis-Dienst und in vielen Regionen besteht faktisch überhaupt nicht die Möglichkeit, im Zweifelsfall einen anderen Provider zu bevorzugen. So ist in vielen ländlichen geprägten Gegenden eben nur der Provider verfügbar, der den Ausbau der Infrastruktur geleistet hat.
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Auslöser der Debatte ist eine neue Regelung, nach der Breitband-Provider gegenüber der Telekommunikations-Behörde FCC offenlegen müssen, welche Daten sie über ihre Nutzer speichern. Bei allem, was über Daten hinausgeht, die zu Abrechnungszwecken benötigt werden, muss den Kunden außerdem eine Opt-out-Option angeboten werden. Verschiedene Breitband-Anbieter versuchen nun daraus ein Geschäftsmodell zu machen: Wer nicht von seinem Provider ausgeleuchtet werden will, muss entweder in einen höherpreisigen Tarif wechseln oder eine entsprechend zusätzlich berechnete Option erwerben. Das berichtet das US-Magazin DSLReports
In einem Schreiben an die FCC führt beispielsweise der Kabelnetzbetreiber Comcast aus, dass es eine "völlig akzeptable" Geschäftspraktik sei, den Nutzer dafür zahlen zu lassen, wenn dieser nicht zu Werbezwecken ausspioniert werden will. Dies sei immerhin auch in vielen anderen Wirtschafts-Segmenten - auch im Online-Bereich - schon sehr lange gängig. Comcast bezieht sich hier offenbar auf die Wahlmöglichkeiten der Nutzer, im Web verschiedene Dienste kostenlos bereitgestellt zu bekommen, wo alles mit Werbung und dem damit verbundenen Tracking gegenfinanziert wird, oder sich eben für einen kostenpflichtigen Service zu entscheiden.
AT&T: Spionage-Freiheit kostet 30 Dollar
Den ersten Testballon in diese Richtung hatte der Netzbetreiber AT&T bereits im Jahr 2014 gestartet: Dort wurden die neuen Glasfaser-Anbindungen damit verbunden, dass der Provider via Deep Packet Inspection mitverfolgt, welche Webseiten der User besucht. Wer dies nicht wollte, musst einen mindestens 30 Dollar teureren Tarif buchen. Hierzulande wäre dies nicht möglich, da es den Providern gesetzlich verboten ist, in die Inhalte der Datenströme von Nutzern hineinzuschauen. AT&T redete sich übrigens damit heraus, dass man keinesfalls extra Geld für einen besseren Datenschutz verlange, sondern dass man lediglich Nutzern, denen ihre Daten nicht so wichtig sind, einen Rabatt gewähre.Kritiker einer solchen Praxis sehen schon den von Comcast gezogenen Vergleich als unsinnig an. Denn bei anderen, übergelagerten Diensten wie etwa dem eigenen E-Mail-Account steht den Anwendern eine breite Palette an Dienstleistern zur Verfügung, wo man sich die beste Mischung aus Preis und Datenschutz aussuchen kann. Internet-Zugänge sind hingegen ein Basis-Dienst und in vielen Regionen besteht faktisch überhaupt nicht die Möglichkeit, im Zweifelsfall einen anderen Provider zu bevorzugen. So ist in vielen ländlichen geprägten Gegenden eben nur der Provider verfügbar, der den Ausbau der Infrastruktur geleistet hat.
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