Energielabel: EU-Urteil zementiert praxisferne Geräte-Tests
Im Zuge des VW-Skandals brachte der Staubsauger-Hersteller Dyson auch die Prüfverfahren für das Energielabel bei Elektrogeräten in die Diskussion. Jetzt ist das Unternehmen in der Sache allerdings mit einer Klage vor dem Gericht der Europäischen Union gescheitert - teils zu Unrecht, wie die Stiftung Warentest findet.
Stein des Anstoßes war die Tatsache, dass in den Prüflaboren die Tests für den Stromverbrauch nach Ansicht Dysons unter unrealistischen Bedingungen durchgeführt werden. So misst man beispielsweise bei leerem Auffangbeutel. Modelle des Konkurrenten Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH) kämen so auf eine A-Wertung, obwohl sie bei zunehmender Beutel-Füllung die Motorleistung hochregeln.
Da in der Praxis nur sehr selten ein komplett leerer Beutel im Sauger ist, liege der Stromverbrauch in der Regel deutlich höher. Dyson sah seine eigenen Geräte durch das Verfahren diskriminiert, da diese so konzipiert sind, dass trotz zunehmender Füllung stets die gleiche Leistung gebracht wird. Eine Klage gegen die Regelungen scheiterte nun aber. Die EU-Richtlinie zum Test mit leeren Staubbeuteln sei rechtens, weil es kein zuverlässig reproduzierbares Verfahren zur Prüfung mit vollen Staubbeuteln gebe, entschied das Gericht in seinem jetzt veröffentlichten Urteil.
Dem wiederum widerspricht nun die Stiftung Warentest. "Wir sind auch nach dem Urteil davon überzeugt, dass sich hier sehr wohl reproduzierbare Messergebnisse erzielen lassen", sagte Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest. "Wir arbeiten dafür zum Beispiel mit Normstaub und mit klar definierten Füllmengen."
Wie die Tester weiter ausführten, sind die Angaben auf dem Energielabel aber nicht nur beim Stromverbrauch praxisfern. Auch bei der Bewertung der Reinigungskraft liegt Einiges im Argen. Hier wird beispielsweise stets nicht nur mit leerem Beutel, sondern auch mit voller Leistung getestet. "In früheren Tests saugten sich dabei einige Geräte so stark am Boden fest, dass sie kaum mehr zu schieben sind", hieß es seitens der Stiftung. Daher gehe auch diese Angabe völlig am realen Leben, wo die Nutzer die Leistung auf ein angenehmeres Niveau herunterregeln, vorbei.
Was aber die Auseinandersetzung zwischen Dyson und BSH an sich angeht, verwiesen die Tester lediglich auf ihre eigenen Prüfergebnisse. Die BSH-Sauger brachten es hier auf die besten Ergebnisse, wofür aber ein höherer Stromverbrauch als bei Dyson hingenommen werden muss, dessen Produkte ansonsten eher durchschnittlich abschnitten.
Da in der Praxis nur sehr selten ein komplett leerer Beutel im Sauger ist, liege der Stromverbrauch in der Regel deutlich höher. Dyson sah seine eigenen Geräte durch das Verfahren diskriminiert, da diese so konzipiert sind, dass trotz zunehmender Füllung stets die gleiche Leistung gebracht wird. Eine Klage gegen die Regelungen scheiterte nun aber. Die EU-Richtlinie zum Test mit leeren Staubbeuteln sei rechtens, weil es kein zuverlässig reproduzierbares Verfahren zur Prüfung mit vollen Staubbeuteln gebe, entschied das Gericht in seinem jetzt veröffentlichten Urteil.
Dem wiederum widerspricht nun die Stiftung Warentest. "Wir sind auch nach dem Urteil davon überzeugt, dass sich hier sehr wohl reproduzierbare Messergebnisse erzielen lassen", sagte Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest. "Wir arbeiten dafür zum Beispiel mit Normstaub und mit klar definierten Füllmengen."
Wie die Tester weiter ausführten, sind die Angaben auf dem Energielabel aber nicht nur beim Stromverbrauch praxisfern. Auch bei der Bewertung der Reinigungskraft liegt Einiges im Argen. Hier wird beispielsweise stets nicht nur mit leerem Beutel, sondern auch mit voller Leistung getestet. "In früheren Tests saugten sich dabei einige Geräte so stark am Boden fest, dass sie kaum mehr zu schieben sind", hieß es seitens der Stiftung. Daher gehe auch diese Angabe völlig am realen Leben, wo die Nutzer die Leistung auf ein angenehmeres Niveau herunterregeln, vorbei.
Was aber die Auseinandersetzung zwischen Dyson und BSH an sich angeht, verwiesen die Tester lediglich auf ihre eigenen Prüfergebnisse. Die BSH-Sauger brachten es hier auf die besten Ergebnisse, wofür aber ein höherer Stromverbrauch als bei Dyson hingenommen werden muss, dessen Produkte ansonsten eher durchschnittlich abschnitten.
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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