'Steve Jobs'-Kritiken: Schauspielerisch brillante Apple-'Masturbation'
Ashton Kutchers Film-Biografie war zwar die Erste, der nun auf einem Filmfestival erstmals gezeigte "große" Steve Jobs-Film soll hingegen der wesentlich bessere sein, zumindest kommen die ersten Kritiker zu diesem Schluss. Ähnliches gilt auch für den Hauptdarsteller: Kutcher hat zwar eine überraschende Ähnlichkeit zum Apple-Co-Gründer, Michael Fassbender ist hingegen der wesentlich bessere Schauspieler.
Das Branchenmagazin Variety bezeichnet Fassbenders Performance als "fesselnd", der 38-Jährige schaffe es demnach die "Casting-Hürde", Jobs nicht ansatzweise ähnlich zu sehen, beeindruckend zu überspringen. Auch der britische Guardian ist der Meinung, dass Fassbenders Leistung "überragend" ist. TimeOut spricht gar von einem "übernatürlichen" Spiel des Hauptdarstellers.
Was die beiden Zugpferde hinter der Kamera betrifft, also Regisseur Danny Boyle und Drehbuchautor Aaron Sorkin, gehen die Meinungen auseinander. Variety verliert kaum ein negatives Wort zu den beiden und lobt das unkonventionelle Storytelling sowie zahlreiche filmtechnische Aspekte, darunter die Entscheidung, die drei Akte in jeweils unterschiedlichen Formaten zu drehen (16mm für 1984, 35mm für 1988 und digital für 1998).
Der Guardian abschließend: "Wer schon mal stundenlang für ein iPhone angestanden hat, für den wird sich der Film als Masturbationsvorlage erweisen. Alle anderen werden ein PC bleiben und zurecht stolz darauf sein."
Fassbender als Gewinner
Fassbender erinnert so gar nicht an Steve Jobs, das ist und bleibt eine Tatsache. Und dennoch: Der deutsch-irische Schauspieler kann schon jetzt als großer Gewinner von "Steve Jobs" bezeichnet werden. Der Film feierte nämlich gerade auf dem Telluride Filmfestival (im US-Bundesstaat Colorado) seine Premiere und Lob gab es vor allem für den Hauptdarsteller.Das Branchenmagazin Variety bezeichnet Fassbenders Performance als "fesselnd", der 38-Jährige schaffe es demnach die "Casting-Hürde", Jobs nicht ansatzweise ähnlich zu sehen, beeindruckend zu überspringen. Auch der britische Guardian ist der Meinung, dass Fassbenders Leistung "überragend" ist. TimeOut spricht gar von einem "übernatürlichen" Spiel des Hauptdarstellers.
Was die beiden Zugpferde hinter der Kamera betrifft, also Regisseur Danny Boyle und Drehbuchautor Aaron Sorkin, gehen die Meinungen auseinander. Variety verliert kaum ein negatives Wort zu den beiden und lobt das unkonventionelle Storytelling sowie zahlreiche filmtechnische Aspekte, darunter die Entscheidung, die drei Akte in jeweils unterschiedlichen Formaten zu drehen (16mm für 1984, 35mm für 1988 und digital für 1998).
"iWorship" und "kandierter Bullshit"
Der Guardian und auch TimeOut haben ihre Probleme mit der Glorifizierung von Jobs durch Sorkins Script, insbesondere gegen Ende des Streifens. The Guardian meint, dass man hart an die Grenze zur Apple-gesponserten iVerehrung ("iWorship") kommt. Das Ende bezeichnet TimeOut als "gutgemeinten Schmalz, der nach kandiertem Bullshit" riecht.Der Guardian abschließend: "Wer schon mal stundenlang für ein iPhone angestanden hat, für den wird sich der Film als Masturbationsvorlage erweisen. Alle anderen werden ein PC bleiben und zurecht stolz darauf sein."
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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