Google in China nun ohne Zensurmaßnahmen
In der Ankündigung des Unternehmens heißt es, dass sich an der Situation, die erstmals am 12. Januar geschildert wurde, nichts verändert hat. Google wird nicht mehr akzeptieren, dass die E-Mail-Konten von Menschenrechtsaktivisten gehackt werden, um an Informationen zu gelangen. Mit den Zensurmaßnahmen der chinesischen Regierung ist man nicht mehr einverstanden. Aus diesem Grund hat man beschlossen, die Zensur mit sofortiger Wirkung abzuschalten.
Google hofft nun, dass die chinesische Regierung die Entscheidung des Unternehmens respektiert. Man ist sich bewusst, dass die Behörden jederzeit eine Sperre der Google-Dienste implementieren könnten. Um darauf aufmerksam zu werden, hat man eine spezielle Seite geschaffen, auf der man einsehen kann, auf welche Dienste die chinesischen Bürger noch Zugriff haben. Updates sollen täglich erfolgen.
Ein kompletter Rückzug aus China findet nicht statt. Google wird weiterhin eine Forschungsabteilung betreiben und mit Partnern zusammenarbeiten, die das Werbesystem nutzen. Die Anzahl der Mitarbeiter macht man von der Tatsache abhängig, ob es für chinesische Internetnutzer weiterhin möglich sein wird, die Google-Dienste aufzurufen.
Google betont in der Ankündigung ganz besonders, dass sämtliche Entscheidung von US-Führungskräften getroffen worden sind. Sämtliche Mitarbeiter aus China hatten mit der Entscheidungsfindung nichts zu tun und können daher nicht zur Verantwortung gezogen werden. Offenbar will man vermeiden, dass die chinesische Regierung ein Verfahren gegen die Mitarbeiter von Google China anstrebt oder andere Strafmaßnahmen ergreift.
Es wird nun interessant werden, wie China auf den Wegfall der Zensurmaßnahmen reagiert. Erst kürzlich hatte die Regierung verlauten lassen, dass dies für Google Konsequenzen haben wird. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass man den Zugriff für Chinesen auf die Google-Dienste komplett sperren wird. China hatte in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass man auf keinen Fall nachgeben wird und die chinesischen Gesetze mit aller Kraft durchsetzt.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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