Demonstrationen: Thailand weitet Web-Zensur aus
Wie 'SeattlePI' berichtet, wurde Anfang April zunächst eine Notstandsregelung in Kraft gesetzt, die den Medien die Veröffentlichung von Nachrichten verbietet, die "Panik auslösen, Gewalt hervorrufen oder die Stabilität gefährden". Bei Verstößen droht Zensur oder gar ein Verbot.
Binnen kürzester Zeit wurden 36 politisch orientierte Websites gesperrt. Gleichzeitig ging die Regierung auch gegen kleine Radiostationen vor, weil diese von den oppositionellen "Rothemden" zur Koordination ihrer Proteste genutzt werden. Bisher wurden fast ausschließlich Medienangebote der Opposition gesperrt.
Bisher sei unklar, warum die Seiten blockiert wurden, so Vertreter einer Organisation, die sich für die Meinungsfreiheit im Internet einsetzt. Inzwischen soll die Zahl der gesperrten Websites bei über 420 liegen, doch man geht davon aus, dass die Dunkelziffer noch deutlich höher ist. Auch Nachrichtenportale freier Journalisten wurden blockiert.
Wie üblich lassen sich die Web-Sperren recht einfach unter Verwendung von Proxy-Servern umgehen. Thailand hatte vor einiger Zeit sogar den gesamten Zugriff auf das Videoportal YouTube gesperrt, weil dort Videos erschienen waren, die nach Auffassung der Behörden den König des Landes beleidigten.
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