Windows 11: LG-Monitore installieren Bloatware - Microsoft reagiert
Wer einen LG-Monitor an einen Windows-PC anschließt, bekommt teils ungefragt Werbung für Antivirensoftware präsentiert. Nach massiver Kritik und einer Einmischung von Microsoft lenkt LG nun ein. Das eigentliche Problem mit Bloatware bleibt aber bestehen.
Die ungefragte Installation der LG-App erfolgt über die Geräte-Metadaten-Pipeline in Windows. Die Funktion soll Hardwareherstellern eigentlich die nahtlose Einrichtung von Peripheriegeräten ermöglichen. Bei Gaming-Bildschirmen der Serie UltraGear, die teilweise deutlich über 1000 Euro kosten, sorgte die ausgespielte Werbung jedoch für großen Unmut bei der Kundschaft. Da das Betriebssystem über einen integrierten Schutz verfügt, ist ein zusätzliches Antivirenprogramm meist ohnehin überflüssig.
LG ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das die Windows-Schnittstelle für eigene Zwecke nutzt. In der Vergangenheit fielen bereits andere Hardwarehersteller wie Razer, Asus oder Gigabyte negativ auf, weil sie beim Anschließen von Tastaturen oder Mainboards ungefragt Begleitsoftware auf den Rechnern der Nutzer platzierten. Entwickler bemängeln das Vorgehen, da solche Programme oft Systemressourcen verbrauchen.
Zudem kann das Programm durch automatische Inhaltserkennung das Verhalten der Anwender detailliert überwachen. Solche Funktionen sammeln oft sensible Daten über Online-Aktivitäten, persönliche Kontakte oder genaue Standortinformationen. Dass ein reines Anzeigegerät derartige Datenmengen im Hintergrund erfassen kann, stellt ein ernst zu nehmendes Risiko für die Privatsphäre dar. Microsoft hat sich zu diesem Aspekt bisher jedoch nicht geäußert.
Anwender, die den LG Monitor App Installer bereits auf ihrem System haben, können das Programm über die Systemeinstellungen manuell entfernen. Um künftige Installationen zu verhindern, lässt sich der automatische Download von Begleit-Apps für Geräte über die Gruppenrichtlinien von Windows unter Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > System > Geräteinstallation und die Aktivierung des Punkts "Automatischen Download von Anwendungen verhindern, die Gerätemetadaten zugeordnet sind" dauerhaft unterbinden.
Nutzt ihr einen LG-Monitor und habt die LG-App auf eurem Computer? Wie geht ihr mit unerwünschter Software von Hardwareherstellern um? Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema gerne in die Kommentare!
Siehe auch:
Ende der unerwünschten Monitor-Werbung
Nach massiven Beschwerden von Nutzern über unerwünschte Softwareinstallationen und Werbung hat Microsoft eingegriffen. Besitzer von LG-Monitoren hatten festgestellt, dass Windows 11 beim Anschließen der Hardware automatisch den LG Monitor App Installer herunterlädt. Die Begleitsoftware präsentierte Anwendern daraufhin aufdringliche Werbung für eine Testversion der Antivirensoftware McAfee.Die ungefragte Installation der LG-App erfolgt über die Geräte-Metadaten-Pipeline in Windows. Die Funktion soll Hardwareherstellern eigentlich die nahtlose Einrichtung von Peripheriegeräten ermöglichen. Bei Gaming-Bildschirmen der Serie UltraGear, die teilweise deutlich über 1000 Euro kosten, sorgte die ausgespielte Werbung jedoch für großen Unmut bei der Kundschaft. Da das Betriebssystem über einen integrierten Schutz verfügt, ist ein zusätzliches Antivirenprogramm meist ohnehin überflüssig.
Microsoft mischt sich ein
Der öffentliche Druck veranlasste Microsoft schließlich zu einer Intervention. Wie Windows-Chef Pavan Davuluri auf X mitteilt, hat sich Microsoft mit dem Team von LG in Verbindung gesetzt. Als sofortige Maßnahme stimmte der südkoreanische Elektronikhersteller zu, die Werbeeinblendungen für die McAfee-Software vollständig zu deaktivieren.LG ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das die Windows-Schnittstelle für eigene Zwecke nutzt. In der Vergangenheit fielen bereits andere Hardwarehersteller wie Razer, Asus oder Gigabyte negativ auf, weil sie beim Anschließen von Tastaturen oder Mainboards ungefragt Begleitsoftware auf den Rechnern der Nutzer platzierten. Entwickler bemängeln das Vorgehen, da solche Programme oft Systemressourcen verbrauchen.
Datenschutzbedenken bleiben ungelöst
Trotz des schnellen Eingreifens besteht das grundlegende Problem weiterhin. Die Deaktivierung der Werbung ändert nichts an der Tatsache, dass die LG-App installiert wird und dabei tiefgreifende Berechtigungen auf dem System erhält. Sobald die Begleitsoftware installiert ist, verfügt sie technisch gesehen über die Erlaubnis, auf sämtliche Systemressourcen zuzugreifen.Zudem kann das Programm durch automatische Inhaltserkennung das Verhalten der Anwender detailliert überwachen. Solche Funktionen sammeln oft sensible Daten über Online-Aktivitäten, persönliche Kontakte oder genaue Standortinformationen. Dass ein reines Anzeigegerät derartige Datenmengen im Hintergrund erfassen kann, stellt ein ernst zu nehmendes Risiko für die Privatsphäre dar. Microsoft hat sich zu diesem Aspekt bisher jedoch nicht geäußert.
Anwender, die den LG Monitor App Installer bereits auf ihrem System haben, können das Programm über die Systemeinstellungen manuell entfernen. Um künftige Installationen zu verhindern, lässt sich der automatische Download von Begleit-Apps für Geräte über die Gruppenrichtlinien von Windows unter Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > System > Geräteinstallation und die Aktivierung des Punkts "Automatischen Download von Anwendungen verhindern, die Gerätemetadaten zugeordnet sind" dauerhaft unterbinden.
Nutzt ihr einen LG-Monitor und habt die LG-App auf eurem Computer? Wie geht ihr mit unerwünschter Software von Hardwareherstellern um? Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema gerne in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Microsoft reagiert auf unerwünschte Werbeeinblendungen bei LG-Monitoren
- Der Monitor-Hersteller LG deaktiviert die ungeliebten McAfee-Anzeigen
- Die automatische Installation der Begleit-App sorgt weiter für Kritik
- Kritiker weisen auf die tiefgreifenden Systemrechte der Begleit-Apps hin
- Nutzer können automatische Downloads über Gruppenrichtlinien stoppen
Siehe auch:
- Windows 11: Datei-Explorer-Dialog aus Win-95-Ära wird endlich ersetzt
- Windows 10 noch auf jedem sechsten PC - und die Umstellung stagniert
- Windows 11: Microsoft stellt drei neue Recovery-Updates bereit
- Windows 11: Microsoft startet Notfall-Patch KB5121767 gegen Abstürze
- Windows: Hacker macht Drohung wahr, teilt kritische Zero-Day-Lücke
Thema:
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