Windows Deployment Services:
So plant Microsoft nächstes WDS-Aus

Microsoft leitet das Ende eines bekannten Werkzeugs zur Windows-Installation im Netzwerk ein. Die Windows Deployment Services (WDS) sollen mit der nächsten Version von Windows Server als veraltet eingestuft werden.
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    So plant Microsoft den Abschied von WDS

    In vielen IT-Abteilungen gehört WDS seit Jahren zum Werkzeugkasten: Administratoren können damit Windows über das Netzwerk auf zahlreiche Rechner verteilen, ohne jeden PC einzeln mit einem Installationsmedium versorgen zu müssen. Das Verfahren basiert auf einem Netzwerkstart per PXE und eignet sich vor allem für die Einrichtung größerer Gerätebestände.

    Microsoft will die in Windows Server integrierte Serverrolle nun mit der nächsten Windows-Server-Ausgabe abkündigen. Betroffen sind nicht nur die eigentliche WDS-Rolle, sondern auch die zugehörigen Dienste, Verwaltungswerkzeuge, Schnittstellen und die von WDS bereitgestellte PXE-Startfunktion. Auch der Multicast-Transport sowie spezielle Komponenten der Windows-Vorinstallationsumgebung für WDS sollen betroffen sein.


    Eine Abkündigung bedeutet zunächst nicht, dass die Funktion sofort verschwindet. Microsoft stellt aber die aktive Weiterentwicklung ein und empfiehlt den Einsatz künftig nicht mehr. Erst in einer späteren Windows-Server-Version soll WDS vollständig entfernt werden. Einen Termin oder die konkrete Server-Version ohne WDS hat das Unternehmen bislang nicht genannt.

    Microsoft plant, die Serverrolle Windows-Bereitstellungsdienste (Windows Deployment Services, WDS) ab der nächsten Version von Windows Server zu veralten. Dazu gehören die WDS-Rolle im Posteingang, WDS-Dienste, Verwaltungstools und Schnittstellen sowie die von WDS bereitgestellte PXE-Startfunktionalität (Preboot Execution Environment).
    Microsoft

    Bestehende Installationen laufen weiter

    Für Unternehmen mit bereits eingerichteten WDS-Servern besteht vorerst kein unmittelbarer Handlungsdruck. Nach Angaben von Microsoft bleibt WDS auf allen aktuell unterstützten Windows-Server-Versionen verfügbar, darunter Windows Server 2025 und ältere unterstützte Ausgaben. Die Unterstützung richtet sich weiterhin nach dem jeweiligen Produktlebenszyklus.

    Nicht betroffen sind unabhängige PXE-Lösungen und Bereitstellungsprodukte anderer Hersteller, sofern sie nicht auf die integrierte WDS-Rolle angewiesen sind. Auch die Betriebssystembereitstellung mit Microsoft Configuration Manager bleibt grundsätzlich verfügbar. Unternehmen sollen jedoch prüfen, ob ihre Configuration-Manager-Umgebung PXE oder Multicast über WDS nutzt, und diese Abhängigkeiten schrittweise ablösen.

    Das Ende der Windows Deployment Services (WDS)

    • 2021
      Mit Windows 11
      Windows-Setup-Workflows, die im WDS-Modus die boot.wim von Installationsmedien nutzen, gelten ab Windows 11 als veraltet. PXE-Szenarien mit benutzerdefinierten Images bleiben weiterhin verfügbar.
    • 2026
      14. April
      Mit den Windows-Updates ab diesem Datum werden unbeaufsichtigte WDS-Bereitstellungsszenarien (Hands-free Deployment) standardmäßig deaktiviert und nicht mehr unterstützt.
    • Aktuell
      Vorankündigung
      Microsoft informiert frühzeitig darüber, dass die WDS-Serverrolle samt der von WDS bereitgestellten PXE-Funktionalität mit der nächsten Version von Windows Server als veraltet eingestuft werden soll.
    • Künftig
      Nächste Windows-Server-Version (geplant)
      Die WDS-Serverrolle und die integrierte WDS-Funktionalität sind als veraltet eingestuft. Einen konkreten Zeitplan für Veröffentlichung und weitere Meilensteine nennt Microsoft noch nicht.

    "Rückbau" in Etappen

    Der Schritt kommt nicht völlig überraschend. Microsoft hatte WDS in den vergangenen Jahren bereits an mehreren Stellen eingeschränkt. Der Support für boot.wim-Dateien wurde 2021 eingestellt. Die unbeaufsichtigte Bereitstellung wurde zudem nach einer Sicherheitsmaßnahme Anfang 2026 standardmäßig deaktiviert, sofern die entsprechenden Windows-Updates installiert sind.

    Für die Installation gewöhnlicher Desktop-Systeme hatte WDS zudem schon mit Windows 11 an Bedeutung verloren. Die Rolle konzentrierte sich zuletzt vor allem auf die Bereitstellung von Windows Server sowie auf den Start individueller Bereitstellungsumgebungen.

    Was Administratoren tun sollten

    Für Privatanwender hat die Änderung praktisch keine Folgen. Sie betrifft vor allem Firmen, Behörden, Schulen und IT-Dienstleister, die viele Windows-Rechner zentral einrichten und verwalten.

    Microsoft rät betroffenen Organisationen, die Umstellung auf Alternativen vorzubereiten. Als mögliche Option nennt das Unternehmen den Microsoft Configuration Manager, der mehr Möglichkeiten bei der Verteilung und Verwaltung von Windows-Images bieten soll. Entscheidend ist vor allem eine Bestandsaufnahme: IT-Teams sollten klären, ob WDS noch für Netzwerkstarts, Multicast-Verteilungen oder automatisierte Installationsabläufe im Einsatz ist.

    Wie steht ihr zu den neuen Vorgaben - sinnvolle Sicherheitsmaßnahme oder übervorsichtige Einschränkung? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

    Zusammenfassung
    • Microsoft kündigt Windows Deployment Services im nächsten Server ab
    • Bestehende WDS-Installationen bleiben vorerst weiterhin unterstützt
    • Der Abschied betrifft Verwaltungstools und die PXE-Startfunktionen
    • Lösungen von Drittanbietern ohne WDS-Abhängigkeit laufen normal weiter
    • Unternehmen sollten frühzeitig auf moderne Alternativen umsteigen

    Siehe auch:
    Nadine Juliana Dressler

    Redakteurin für Windows & Netzwerke

    Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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