Digital Markets Act: Apple sieht europäische Nutzer als klare Verlierer

Apple kritisiert den Digital Markets Act der EU in einer neuen Stel­lung­nahme scharf. Der iPhone-Hersteller sieht sich benachteiligt und warnt vor Nachteilen für europäische Nutzer durch verzögerte Features und Sicherheitsrisiken.
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Apple attackiert Digital Markets Act

Der Digital Markets Act (DMA) trat in Teilen Ende 2022 erstmals in Kraft. Das Gesetzespaket soll die Konkurrenz im Tech-Markt beleben und die Monopolstellung großer Unternehmen einschränken. Mehrere Firmen wie Meta mussten ihre Apps und Plattformen anpassen bzw. öffnen und aufgrund von Verstößen Strafzahlungen leisten. Und auch Apple wurde bereits zur Kasse gebeten. Jetzt hat das Unternehmen hinter CEO Tim Cook eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der man hart ins Gericht mit der EU und ihrer Regelung geht. Vor allem sieht man sich gegenüber anderen Firmen benachteiligt und die Sicherheit der Nutzer in Gefahr.

Die Europäische Kommission hat Apple bereits am 5. September 2023 als Gatekeeper unter dem DMA in Bezug auf iOS, App Store und Safari eingestuft. Später folgte am 29. April 2024 die Einstufung für iPadOS. Diese Entscheidungen haben weitreichende Konsequenzen für Apples Geschäftsmodell in Europa.


Apple argumentiert, dass man aufgrund des DMA besorgniserregende Änderungen an den eigenen Produkten für europäische Nutzer vornehmen musste. Der iPhone-Hersteller warnt, dass die Liste verzögerter Features in der EU wahrscheinlich länger werden wird und die Nutzererfahrung weiter zurückfallen könnte. Außerdem würde Kriminellen Tür und Tor geöffnet. Das Unternehmen fordert die Regulierungsbehörden daher auf, das Gesetz grundlegend zu überdenken.

Sicherheitsbedenken und Datenschutzrisiken

Der DMA verlangt von Apple unter anderem, Sideloading, andere App-Marktplätze und alternative Zahlungssysteme zuzulassen. Da diese laut Apple nicht die gleichen hohen Datenschutz- und Sicherheitsstandards wie die eigenen Angebote erfüllen würden, warnt der Konzern, dass EU-Nutzer dadurch ähnlichen Risiken wie auf anderen mobilen Plattformen ausgesetzt werden könnten. Besonders problematisch sieht man die Anfragen anderer Firmen nach Zugang zu sensiblen Nutzerdaten, die benötigt werden, um ihre Dienste anzubieten.

Diese Datenanfragen würden etwa den kompletten Inhalt der Benachrichtigungen eines Nutzers sowie die vollständige Historie der WLAN-Netzwerke umfassen, mit denen sich ein Nutzer verbunden hat. Diese Daten könnten laut Apple den Aufenthaltsort und die Aktivitäten der Nutzer preisgeben. Das Unternehmen argumentiert, dass solche Zugriffe die Privatsphäre der Nutzer erheblich gefährden könnten.

Unfaire Behandlung und Wettbewerbsverzerrung

Apple kritisiert zudem, dass die DMA-Regeln hauptsächlich für das Unternehmen mit dem Apfel gelten würden:

Die Vorschriften der DMA gelten nur für Apple, obwohl Samsung in Europa Marktführer im Smartphone-Bereich ist und chinesische Unternehmen schnell wachsen. Apple hat eine Vorreiterrolle beim Aufbau eines einzigartigen, innovativen Ökosystems übernommen, das andere kopiert haben - zum Vorteil der Nutzer überall. Anstatt diese Innovation zu belohnen, greift die DMA jedoch gezielt Apple heraus, während unsere Wettbewerber weiterhin wie bisher agieren können.
Apple
Apple argumentiert, der DMA erreiche daher nicht seine erklärten Ziele. Statt mehr Wettbewerb und Auswahl zu fördern, führe das Gesetz zu weniger Wahlmöglichkeiten für EU-Nutzer, da Funktionen verzögert oder gar nicht verfügbar seien. Apple sieht sich durch die Regulierung in seiner Innovationsfähigkeit eingeschränkt und befürchtet langfristige Nachteile.

Weitere Entwicklung

Der Digital Markets Act trat im November 2022 in Kraft und gilt seit März 2024 vollständig. Das Gesetz zielt darauf ab, die Marktmacht großer Technologiekonzerne zu begrenzen und kleineren Unternehmen bessere Chancen zu geben. Neben Apple sind auch Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und ByteDance als Gatekeeper eingestuft worden. Die Regulierung umfasst verschiedene Bereiche wie Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Messaging-Dienste und App-Stores.

In den vergangenen Monaten hat die für den DMA zuständige Europäische Kommission um mehr Feedback von Unternehmen und EU-Bürgern über die Auswirkungen des Gesetzes gebeten. Apple hat seine Stellungnahme am letzten möglichen Tag eingereicht und nun auch seine EU-Nutzer über die bereits sichtbaren Änderungen und zukünftige Entwicklungen informiert.

Die ersten Ergebnisse werden im März erwartet, wenn die Berichte der ersten Nichtkonformitätsuntersuchungen gegen Alphabet, Apple und Meta fällig sind. Diese Untersuchungen könnten wegweisend für die weitere Umsetzung des Gesetzes sein und zeigen, wie streng die EU-Kommission die neuen Regeln durchsetzen wird.

Was denkt ihr über Apples Kritik am Digital Markets Act? Seht ihr die Argumente des Unternehmens als berechtigt an oder als Versuch, regulatorische Einschränkungen zu umgehen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.

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Zusammenfassung
  • Apple kritisiert den Digital Markets Act der EU und sieht sich benachteiligt
  • Unternehmen warnt vor verzögerten Features und Sicherheitsrisiken für EU-Nutzer
  • DMA verlangt von Apple das Zulassen von Sideloading und alternativen App-Stores
  • Konzern bemängelt Zugriff anderer Firmen auf sensible Nutzerdaten
  • Apple beklagt ungleiche Behandlung im Vergleich zu Samsung und anderen Firmen
  • Das Unternehmen befürchtet weniger Innovation und langfristige Nachteile für Europa
  • EU-Kommission untersucht Umsetzung des DMA bei großen Tech-Unternehmen

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