Daten-Goldgrube Infotainment:
EU will Autobranche mehr Zugriff geben
Die EU plant ein Gesetz, das Versicherern, Leasingfirmen und Werkstätten "fairen" Zugang zu Fahrzeugdaten ermöglichen soll. Der Vorstoß könnte den Streit um die Monetarisierung derartiger Daten beenden und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.
Die Daten umfassen ein breites Spektrum an Informationen, von Fahrgewohnheiten über Kraftstoffverbrauch bis hin zum Reifenverschleiß. Moderne Fahrzeuge sind mit sogenannten Event-Data-Rekordern (EDR) ausgestattet, die ähnlich wie Flugschreiber bei Flugzeugen funktionieren und kritische Daten vor, während und nach Unfällen aufzeichnen. Überdies sammeln vernetzte Autos kontinuierlich Daten über Fahrzeugzustand, Standort und Nutzungsverhalten.
Versicherer könnten etwa maßgeschneiderte Tarife basierend auf dem individuellen Fahrverhalten anbieten, während Werkstätten präventive Wartungsarbeiten aufgrund von Echtzeit-Verschleißdaten durchführen könnten. Die Automobilhersteller äußern jedoch Bedenken gegenüber einer möglichen Gesetzgebung, die ihnen weitreichende Verpflichtungen auferlegen könnte.
Sie warnen vor Risiken für Geschäftsgeheimnisse und möglichem Datenmissbrauch. Zudem wächst in der Branche die Sorge vor dem zunehmenden Einfluss großer Technologieunternehmen auf die Infotainment-Systeme in Fahrzeugen. Eine andere Erklärung ist aber auch: Man will die lukrativen Daten schlichtweg nicht mit anderen teilen.
Während in Europa noch um einen regulatorischen Rahmen gerungen wird, haben andere Länder bereits Gesetze zur Datenhoheit erlassen. In den USA regelt der Driver Privacy Act von 2015, dass die Fahrzeugdaten grundsätzlich dem Fahrzeughalter gehören und Dritte nur mit dessen Zustimmung oder unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen darauf zugreifen dürfen. Das bedeutet aber auch, dass der Fahrzeugbesitzer entscheiden kann, mit wem er seine Daten teilt.
Was denkt ihr über die Pläne der EU-Kommission? Seht ihr eher Chancen oder Risiken in der Öffnung von Fahrzeugdaten? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren - wir sind gespannt auf eure Meinungen!
Siehe auch:
Fahrzeugdaten: Wem gehören die digitalen Schätze?
Die Europäische Kommission bereitet laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters einen Gesetzentwurf vor, der den Zugang zu kritischen Fahrzeugdaten neu regeln soll. Das geplante Gesetz zielt darauf ab, Versicherern, Leasingunternehmen und Werkstätten einen fairen Zugriff auf wertvolle Informationen aus vernetzten Fahrzeugen zu ermöglichen. Dieser Schritt könnte den anhaltenden Konflikt zwischen Autodienstleistern, Tech-Unternehmen und Automobilherstellern um die Monetarisierung von Fahrzeugdaten beenden.Die Daten umfassen ein breites Spektrum an Informationen, von Fahrgewohnheiten über Kraftstoffverbrauch bis hin zum Reifenverschleiß. Moderne Fahrzeuge sind mit sogenannten Event-Data-Rekordern (EDR) ausgestattet, die ähnlich wie Flugschreiber bei Flugzeugen funktionieren und kritische Daten vor, während und nach Unfällen aufzeichnen. Überdies sammeln vernetzte Autos kontinuierlich Daten über Fahrzeugzustand, Standort und Nutzungsverhalten.
Aufgrund der vielen Besonderheiten vernetzter Kraftfahrzeuge und ihres Potenzials, neue Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen, einschließlich bidirektionalem und intelligentem Laden, sind ergänzende (gesetzliche) Maßnahmen erforderlich
Neue Chancen für innovative Dienste
Der Vorstoß der EU-Kommission soll die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen im Automobilsektor vorantreiben. Experten kategorisieren die Anwendungsmöglichkeiten vernetzter Fahrzeuge in acht Bereiche:- Mobilitätsmanagement
- Handel
- Fahrzeugmanagement
- Pannenprävention
- Sicherheit
- Unterhaltung
- Fahrerassistenz
- Wohlbefinden
Versicherer könnten etwa maßgeschneiderte Tarife basierend auf dem individuellen Fahrverhalten anbieten, während Werkstätten präventive Wartungsarbeiten aufgrund von Echtzeit-Verschleißdaten durchführen könnten. Die Automobilhersteller äußern jedoch Bedenken gegenüber einer möglichen Gesetzgebung, die ihnen weitreichende Verpflichtungen auferlegen könnte.
Sie warnen vor Risiken für Geschäftsgeheimnisse und möglichem Datenmissbrauch. Zudem wächst in der Branche die Sorge vor dem zunehmenden Einfluss großer Technologieunternehmen auf die Infotainment-Systeme in Fahrzeugen. Eine andere Erklärung ist aber auch: Man will die lukrativen Daten schlichtweg nicht mit anderen teilen.
Während in Europa noch um einen regulatorischen Rahmen gerungen wird, haben andere Länder bereits Gesetze zur Datenhoheit erlassen. In den USA regelt der Driver Privacy Act von 2015, dass die Fahrzeugdaten grundsätzlich dem Fahrzeughalter gehören und Dritte nur mit dessen Zustimmung oder unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen darauf zugreifen dürfen. Das bedeutet aber auch, dass der Fahrzeugbesitzer entscheiden kann, mit wem er seine Daten teilt.
Was denkt ihr über die Pläne der EU-Kommission? Seht ihr eher Chancen oder Risiken in der Öffnung von Fahrzeugdaten? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren - wir sind gespannt auf eure Meinungen!
Zusammenfassung
- EU plant ein Gesetz für fairen Zugang zu Fahrzeugdaten für Drittanbieter
- Daten umfassen Fahrgewohnheiten, Kraftstoffverbrauch und Reifenverschleiß
- Ziel: neue Geschäftsmöglichkeiten und Dienstleistungen im Automobilsektor
- Acht Anwendungsbereiche für vernetzte Fahrzeuge identifiziert
- Automobilhersteller äußern Bedenken bezüglich Datenschutz und Missbrauch
- USA: Driver Privacy Act regelt Datenhoheit zugunsten der Fahrzeughalter
- Diskussion über Chancen und Risiken der Datenöffnung in der EU
Siehe auch:
- "Datenschutz-Albtraum": Umgang mit Daten in Autos ist "gruselig"
- Bestandsflotte in Gefahr: Automarken kappen Datenfluss nach Russland
- Angriff per E-Mail: Deutsche Autohersteller im Visier von Datendieben
- Polizei und Behörden greifen immer häufiger Daten aus Autos ab
- Auto-Industrie könnte massenhaft interne Daten verloren haben
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