Polizei und Behörden greifen immer häufiger Daten aus Autos ab

Mit der Einführung von immer leistungsfähigeren Unterhaltungs- und Kommunikationssystemen in Autos wird die moderne Technik auch immer häufiger zur Informationsquelle für Polizei und andere Behörden. Die bei der Nutzung gespeicherten Daten helfen, Kriminalfälle aufzuklären.
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Wie der US-Nachrichtensender NBC News berichtet, greifen amerikanische Ermittler immer öfter auf die bei der Nutzung von modernen In-Car-Systemen anfallenden Daten zurück. Sie können so unter anderem Rückschlüsse daraus ziehen, wo sich das Fahrzeug befunden hat und was die Passagiere in dem jeweiligen Wagen getan haben.

Unter anderem lässt sich ermitteln, wie schnell das Auto fuhr oder beschleunigte, wann Türen geöffnet oder geschlossen wurden und welche Nachrichten oder Anrufe darüber abgewickelt wurden. Teilweise werden auch Sprachkommandos und Internetzugriffe aufgezeichnet. Der Zugriff auf diese Daten ist bei den in Fahrzeugen verbauten Computern zudem oft einfacher als bei PCs oder Smartphones.

Autos sammeln mehr Daten als der Fahrer denkt

Die Ermittlungsbehörden greifen deshalb immer häufiger auf telematische Systeme und das Unterhaltungssystem von Autos zu. Die Telematik liefert ihnen Informationen über Navigation, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Bremsvorgänge, aber auch über Dinge wie das Einschalten von Lampen, die Verwendung von Anschnallgurten, das Auslösen von Airbags oder das Öffnen und Schließen der Türen.

Das Unterhaltungssystem gibt hingegen oft Informationen über Fahrziele, Kontakt- und Anruflisten, Sprachkommandos, Textnachrichten, Videos, Bilder, E-Mails und diverse weitere Daten preis. Außerdem lässt sich nachvollziehen, welche Geräte per Kabel oder drahtlos verbunden wurden und manchmal auch, welche Apps auf den angeschlossenen Geräten installiert sind.

Ermittler haben leichter Zugang als bei Smartphones

Dank weiterer Sensoren können Autos sogar ermitteln, wie schwer der Fahrer ist und andere Rückschlüsse auf Eigenschaften oder Verhalten des Fahrers und der weiteren Passagiere ermöglichen. So finden die Ermittler etwa heraus, wann und wie viele Menschen ein Auto genutzt haben. Weil keine Fingerabdrücke oder PIN-Codes nötig sind, können die Behörden oft leichter an die Daten kommen als bei Smartphones oder Computern.

Spezialisierte Anbieter haben auf das Interesse an den Daten aus Autos reagiert. So gibt es spezielle Software bzw. Systeme zum Auslesen der Daten, die in Verbindung mit mehr als 14.000 verschiedenen Automodellen funktionieren. In den USA ist die Erfassung der Daten aus Fahrzeugen mittlerweile sogar Standardwerkzeug der Ermittler, so dass selbst bei kleineren Vergehen darauf zurückgegriffen wird, so der Bericht.

Problematisch ist dabei auch, dass es in den USA und vielen anderen Ländern, darunter auch Deutschland, schlichtweg keine gesetzlichen Rahmenbedingungen gibt, die den Schutz der Privatsphäre in Verbindung mit den in Fahrzeugen verbauten Computern und Sensoren regeln. Die Hersteller können daher bisher fast unreguliert Daten sammeln, auswerten und auf den Systemen in den Autos speichern, ohne dass sie dafür zur Verantwortung gezogen werden könnten.
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