Autos erzählen Geschichten:
Kaum löschbare Daten übers ganze Leben
Modernere Autos speichern weit mehr Daten, als vielen Fahrern bewusst sein dürfte: Sicherheitsforscher haben detaillierte GPS-Informationen, die über Jahre hinweg mitgeschrieben wurden, aus Unfallwagen herausgeholt.
Neben Systeminformationen fanden sich darin vor allem Protokolle mit präzisen Standortdaten, die den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs dokumentierten - von der Produktion in China über den Einsatz in Großbritannien bis hin zum Unfall in Polen.
Besonders auffällig war eine Häufung von Positionsdaten an einem Ort. Diese ließ sich mit einem konkreten Unfallereignis in sozialen Netzwerken abgleichen. Für Marchand zeigt der Fall, dass solche Geräte "mehr als nur Technik, sondern regelrechte Datenarchive" sind. Selbst nach Verkauf, Beschädigung oder Verschrottung eines Autos bleiben viele Informationen erhalten und zugänglich.
Das Problem beschränkt sich laut dem Forscher nicht auf einen einzelnen Hersteller. Die grundlegende Architektur solcher Systeme sei branchenweit ähnlich. Zwar bieten viele Fahrzeuge die Möglichkeit eines sogenannten Werksresets, doch dieser löscht nicht alle Daten vollständig. Selbst nach mehrfacher Zurücksetzung können Spuren wiederhergestellt werden. Hinzu kommt, dass zahlreiche elektronische Steuergeräte im Auto gar keine Benutzeroberfläche besitzen und daher kaum manuell bereinigt werden können.
Experten raten daher zu Vorsicht: Nutzer sollten, wenn möglich, die Datenweitergabe deaktivieren und sich genau über die Datenschutzbestimmungen informieren. Besonders bei Mietwagen empfiehlt es sich zudem, persönliche Geräte wie Smartphones nicht mit dem Fahrzeug zu koppeln.
Siehe auch:
Steuergerät ausgewertet
Der französische Ingenieur Romain Marchand untersuchte dazu ein Steuergerät aus einem Schrott-Fahrzeug, das er über einen Online-Marktplatz aus Polen bezogen hatte. Das Telematik-Kontrollgerät stammte aus einem Elektroauto und enthielt laut Analyse umfangreiche, unverschlüsselte Daten.Neben Systeminformationen fanden sich darin vor allem Protokolle mit präzisen Standortdaten, die den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs dokumentierten - von der Produktion in China über den Einsatz in Großbritannien bis hin zum Unfall in Polen.
Besonders auffällig war eine Häufung von Positionsdaten an einem Ort. Diese ließ sich mit einem konkreten Unfallereignis in sozialen Netzwerken abgleichen. Für Marchand zeigt der Fall, dass solche Geräte "mehr als nur Technik, sondern regelrechte Datenarchive" sind. Selbst nach Verkauf, Beschädigung oder Verschrottung eines Autos bleiben viele Informationen erhalten und zugänglich.
Das Problem beschränkt sich laut dem Forscher nicht auf einen einzelnen Hersteller. Die grundlegende Architektur solcher Systeme sei branchenweit ähnlich. Zwar bieten viele Fahrzeuge die Möglichkeit eines sogenannten Werksresets, doch dieser löscht nicht alle Daten vollständig. Selbst nach mehrfacher Zurücksetzung können Spuren wiederhergestellt werden. Hinzu kommt, dass zahlreiche elektronische Steuergeräte im Auto gar keine Benutzeroberfläche besitzen und daher kaum manuell bereinigt werden können.
Erhebliche Risiken
Datenschützer sehen darin erhebliche Risiken. Die gesammelten Bewegungsdaten erlauben es, detaillierte Profile über das Verhalten von Fahrern zu erstellen. Diese Informationen könnten nicht nur für Hersteller interessant sein, sondern auch für Versicherungen oder andere Dienstleister. Zwar schreibt die Datenschutz-Grundverordnung in der EU eine Anonymisierung bestimmter Daten vor, doch in der Praxis bleiben viele Informationen mit dem Fahrzeug verknüpft, etwa für Navigations- oder Wartungsdienste.Experten raten daher zu Vorsicht: Nutzer sollten, wenn möglich, die Datenweitergabe deaktivieren und sich genau über die Datenschutzbestimmungen informieren. Besonders bei Mietwagen empfiehlt es sich zudem, persönliche Geräte wie Smartphones nicht mit dem Fahrzeug zu koppeln.
Zusammenfassung
- Moderne Autos speichern oft jahrelang präzise GPS-Daten im Hintergrund
- Ein Forscher las aus einem Schrottwagen unverschlüsselte Telematikdaten aus
- Die Protokolle zeichneten den Weg von China bis zum Unfall in Polen nach
- Werksresets löschen viele Fahrzeugdaten nicht vollständig und dauerhaft
- Viele Steuergeräte haben keine Oberfläche und sind kaum manuell bereinigbar
- Datenschützer warnen vor Profilbildung durch Bewegungsdaten von Fahrern
- Empfohlen werden deaktivierte Datenfreigaben und Vorsicht bei Mietwagen
Siehe auch:
Thema:
Neueste Downloads
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
Ich empfehle ...
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen