Auto-Industrie könnte massenhaft interne Daten verloren haben

Wenn in den laufenden Betrugsverfahren gegen verschiedene Automobilkonzerne demnächst plötzlich neue Beweisstücke angemeldet werden, braucht man sich nicht wundern. Diese dürften dann aus einem plötzlichen Datenreichtum kommen, den ein Zulieferer der Automobilindustrie aus Kanada verursacht hat.
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Philip Halling (CC-SA 2.0)
Die Firma heißt Level One Robotics and Controls und ist selbst zwar relativ klein, unterhält aber viele Geschäftspartnerschaften in der Automobilbranche. Der Sicherheitsexperte Chris Vickery entdeckte nun, dass das Unternehmen komplette Backups seiner Systeme auf einem Server abgelegt hatte, der frei von außen zugänglich war. Derzeit kann schlicht nicht gesagt werden, ob auch irgendwer sonst schon die Informationen entdeckte und herunterlud.

Bei einer Analyse fand Vickery zahlreiche Dokumente wie Verträge, Rechnungen und auch Dutzende Verschwiegenheits-Vereinbarungen. "Das war die rote Linie", erklärte er gegenüber der New York Times. "Spätestens wenn man Verschwiegenheits-Vereinbarungen entdeckt, kann man sich sofort klar darüber sein, dass das nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt war. Das gilt natürlich auch für Scans von Führerscheinen und Pässen."

Verträge und Kundendaten

Der Gesamtumfang soll sich auf rund 47.000 Dateien belaufen, die Beziehungen zu über hundert Unternehmen weltweit dokumentieren. Unter anderem gibt es den Angaben zufolge diverse Interna und Geschäftsgeheimnisse von Volkswagen, Toyota und Tesla. Welche weiteren Unternehmen von dem Problem betroffen sind ist unbekannt.

Solche Daten sind natürlich vor allem für die Konkurrenten in dem globalen Netzwerk von Autokonzernen und Zulieferern ein gefundenes Fressen. Aber auch den NGOs und Ermittlern, die sich mit den jüngsten Skandalen der Branche befassen, könnten sie wertvolle Aufschlüsse liefern - selbst wenn keine direkten Belege für beispielsweise Fälschungen bei Abgaswerten oder Absprachen enthalten wären. Manchmal sind es auch einfach nur klare Belege für Geschäftsbeziehungen in solch komplexen und undurchsichtigen Netzwerken, die viel bringen können.

Siehe auch: Software-Update bringt im VW-Skandal nichts - doch das ist völlig egal
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