Viele Musiker stellen sich in 621-Mio.-$-Klage hinters Internet Archive
Über 300 Musiker haben das Internet Archive gegen eine 621-Millionen-Dollar-Klage wegen Urheberrechtsverletzungen verteidigt. In dem Rechtsstreit geht es um das "Great 78 Project", in dessen Rahmen alte Schallplatten digitalisiert und bereitgestellt werden.
In einem von der Aktivistengruppe Fight for the Future initiierte offenen Brief kritisierten zahlreiche Musiker die Klage scharf und beschreiben sie als Versuch, "die Gewinne von Aktionären" über die Interessen der Künstler zu stellen. Die Unterzeichner erklären: "Wir glauben nicht, dass das Internet Archive in unserem Namen zerstört werden sollte. Die großen Akteure der Musikindustrie brauchen bessere Ideen, um uns, die Künstler, zu unterstützen."
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Die Musikerin Amanda Palmer erklärte gegenüber dem Magazin Rolling Stone: "Es ist ein ironischer Schlag ins Gesicht für Musiker und Publikum, dass das Internet Archive im Namen des Schutzes von Musikern zerstört werden könnte." Sie lobte die Arbeit des Archivs, das ein sicherer Ort für Kreativität und Geschichtenerzählen sei und einzigartige kulturelle Beiträge für die Nachwelt bewahre. Neben Palmer unterstützen zahlreiche weitere Musiker die Initiative, darunter Deerhoof, Cloud Nothings, Real Estate und Julia Holter.
Das Internet Archive hingegen sieht sich als digitale Forschungsbibliothek und bestreitet die Vorwürfe. Es warnt davor, dass eine Verurteilung nicht nur das "Great 78 Project", sondern das gesamte Archiv existenziell bedrohen könnte. Die Auseinandersetzung hat auch weitreichende Folgen, die über diesen Fall hinausgehen: Es geht um die Grundsatzfrage, wie kulturelles Erbe im digitalen Zeitalter bewahrt werden kann.
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Alte Platten im Fokus
Es handelt sich jeweils um Aufnahmen, die in den Jahren 1890 bis 1950 veröffentlicht wurden und für die Allgemeinheit erhalten werden sollen. Seitens der Musikindustrie versucht man dies mit der Klage zu unterbinden.In einem von der Aktivistengruppe Fight for the Future initiierte offenen Brief kritisierten zahlreiche Musiker die Klage scharf und beschreiben sie als Versuch, "die Gewinne von Aktionären" über die Interessen der Künstler zu stellen. Die Unterzeichner erklären: "Wir glauben nicht, dass das Internet Archive in unserem Namen zerstört werden sollte. Die großen Akteure der Musikindustrie brauchen bessere Ideen, um uns, die Künstler, zu unterstützen."
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Die Musikerin Amanda Palmer erklärte gegenüber dem Magazin Rolling Stone: "Es ist ein ironischer Schlag ins Gesicht für Musiker und Publikum, dass das Internet Archive im Namen des Schutzes von Musikern zerstört werden könnte." Sie lobte die Arbeit des Archivs, das ein sicherer Ort für Kreativität und Geschichtenerzählen sei und einzigartige kulturelle Beiträge für die Nachwelt bewahre. Neben Palmer unterstützen zahlreiche weitere Musiker die Initiative, darunter Deerhoof, Cloud Nothings, Real Estate und Julia Holter.
Kulturelles Erbe
Die Klage wurde von führenden Musikrechteinhabern wie der Universal Music Group und Sony Music eingereicht. Sie werfen dem Archiv vor, mit der Digitalisierung von rund 4000 Aufnahmen, darunter Werke von Billie Holiday, Frank Sinatra und Elvis Presley, urheberrechtlich geschützte Inhalte illegal zu verbreiten. Die Kläger argumentieren, das Projekt sei ein klarer Fall von Urheberrechtsverletzung und der Anspruch auf Forschung und Bewahrung sei lediglich ein Vorwand.Das Internet Archive hingegen sieht sich als digitale Forschungsbibliothek und bestreitet die Vorwürfe. Es warnt davor, dass eine Verurteilung nicht nur das "Great 78 Project", sondern das gesamte Archiv existenziell bedrohen könnte. Die Auseinandersetzung hat auch weitreichende Folgen, die über diesen Fall hinausgehen: Es geht um die Grundsatzfrage, wie kulturelles Erbe im digitalen Zeitalter bewahrt werden kann.
Zusammenfassung
- Über 300 Musiker verteidigen Internet Archive gegen 621-Mio.-$-Klage
- Streit um 'Great 78 Project': Digitalisierung alter Schallplatten umstritten
- Musiker kritisieren Klage als Priorisierung von Aktionärsgewinnen
- Amanda Palmer: Klage ist 'ironischer Schlag ins Gesicht für Musiker'
- Musikrechteinhaber werfen Archiv illegale Verbreitung geschützter Inhalte vor
- Internet Archive sieht sich als digitale Forschungsbibliothek
- Grundsatzfrage: Wie kann kulturelles Erbe im digitalen Zeitalter bewahrt werden
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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