Internet Archive kann den Rechtsstreit mit der Musikindustrie beilegen

Das Internet Archive hat einen langwierigen Urheberrechtsstreit mit führenden Musikkonzernen wie Universal Music beigelegt. Damit endet ein viel beachtetes Verfahren um die Rechte an historischen Tonträgern.
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Stillschweigen im Walde

Im Rahmen des Great 78 Project wurden durch das Internet Archive hunderttausende historische Tonträger digitalisiert und online verfügbar gemacht. Dagegen zog die Musikindustrie zu Felde und handelte sich Kritik von vielen Seiten ein.

Wie aus einem gemeinsamen Schriftsatz hervorgeht, der nun bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht wurde, haben beide Seiten eine außergerichtliche Einigung erzielt. Die Klage soll offiziell fallen gelassen werden, sobald die Bedingungen vollständig umgesetzt sind. Über den genauen Inhalt der Vereinbarung schweigen die Beteiligten - die Details bleiben vertraulich. Wie es genau mit der Sammlung nun weitergeht, ob sie also online bleibt oder abgeschaltet werden muss, werden Außenstehende somit erst in den kommenden Wochen erfahren.


Das Internet Archive, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in San Francisco, versteht sich als digitale Bibliothek mit dem Ziel, "universellen Zugang zu Wissen" zu ermöglichen. Chris Freeland, Leiter der Bibliotheksdienste, bestätigte die Einigung in einer kurzen Mitteilung. Er betonte, dass sämtliche Ansprüche beigelegt worden seien und keine weiteren öffentlichen Kommentare erfolgen würden.

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob das Streaming der digitalisierten Schellackplatten aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gegen das Urheberrecht verstößt. Zu den mehr als 400.000 Tonträgern gehören Aufnahmen von Größen wie Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Billie Holiday. Die beteiligten Labels, darunter Universal, Sony Music Entertainment und Capitol Records, hatten Schadensersatzforderungen in Höhe von 621 Millionen Dollar erhoben.

Musiker vs. Musikindustrie

Das Verfahren sorgte nicht nur in der Musikbranche, sondern auch in kulturpolitischen Kreisen für Aufsehen. Zahlreiche Musikerinnen und Musiker stellten sich hinter das Projekt des Internet Archive. In einem offenen Brief vom Dezember 2023 forderten unter anderem Tegan and Sara, Kathleen Hanna (Bikini Kill) und der Rapper Open Mike Eagle die Plattenfirmen auf, die Klage zurückzuziehen. Die Sammlung sei ein unverzichtbarer Beitrag zur Bewahrung kulturellen Erbes, hieß es darin.

Für das Internet Archive bedeutet die Einigung zwar das Ende dieses spezifischen Konflikts, doch die Organisation bleibt juristisch unter Druck. In einem separaten Verfahren zur digitalen Ausleihe von E-Books hatte das Archiv kürzlich eine Berufung verloren.

Zusammenfassung
  • Internet Archive erzielt außergerichtliche Einigung mit Musikkonzernen
  • Great 78 Project digitalisierte über 400000 historische Tonträger
  • Einzelheiten der Vereinbarung bleiben vertraulich und nicht öffentlich
  • Musikkonzerne forderten ursprünglich 621 Millionen Dollar Schadensersatz
  • Zahlreiche Musiker unterstützten das Internet Archive in einem offenen Brief
  • Verfahren betraf Urheberrechte an digitalisierten Schellackplatten
  • Organisation bleibt trotz Beilegung in anderen Rechtsstreitigkeiten unter Druck

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