Tesla: Werksleitung "besucht" kranke Mitarbeiter jetzt zuhause
Der Automobilkonzern Tesla hat - wie viele andere Unternehmen auch - mit einem hohen Krankenstand in seinem deutschen Werk zu kämpfen. Die Werksleitung rückte den Arbeitern sogar zuhause auf die Pelle und wunderte sich über negative Reaktionen.
Das Tesla-Werk in Grünheide musste zumindest im August einen Höchststand bei den Krankmeldungen hinnehmen: Rund 17 Prozent der 12.000 Beschäftigten waren betroffen. Anfang September sei der Wert auf rund 11 Prozent gesunken, wie aus einem Bericht des Handelsblatts hervorgeht. Dieser ist aber eben immer noch vergleichsweise hoch.
Die Werksleitung hatte daraufhin begonnen, die krankgeschriebenen Mitarbeiter zuhause aufzusuchen und zu kontrollieren. Personalchef Erik Demmler wunderte sich, dass ihm dabei teils eine aggressive Haltung entgegenschlug, wie er dem Handelsblatt erklärte. So sei es vorgekommen, dass man ihm einfach die Tür vor der Nase zugeschlagen habe. Es sei sogar vorgekommen, dass damit gedroht wurde, die Polizei zu rufen.
Im Juli hat Tesla es mit einem Belohnungsprogramm versucht: Wer besonders wenige Fehlzeiten hat, erhält einen besonderen Status und kann mit einer Prämie von tausend Euro rechnen. Das führte allerdings nicht zu einer signifikanten Verringerung des Krankenstandes - vielleicht ja schlicht aus dem Grund, dass die Arbeiter wirklich krank sind und sich in diesem Zustand nicht in der Lage sehen, mit schweren und gefährlichen Maschinen zu arbeiten.
Siehe auch:
- Tesla-Werk in Grünheide kämpft mit hohem Krankenstand
- Im August waren 17% der Mitarbeiter krankgemeldet
- Anfang September sank der Krankenstand auf 11%
- Werksleitung kontrollierte krankgeschriebene Mitarbeiter zuhause
- Mitarbeiter reagierten teils aggressiv auf Hausbesuche
- Tesla versuchte, mit Belohnungsprogramm Krankenstand zu senken
- Krankenstand bleibt über dem Branchendurchschnitt
Hoher Krankenstand
Aus vielen Bereichen ist aktuell zu vernehmen, dass sehr viele Beschäftigte über längere Zeit oder auch vorübergehend arbeitsunfähig sind. Einer der Gründe ist weiterhin Covid-19. Nicht nur, dass es viele Menschen gibt, die mit den Spätfolgen einer oder mehrere Infektionen zu kämpfen haben. Es gibt auch faktisch keinerlei Schutzmaßnahmen mehr, während das Virus erneut zahlreiche Menschen erkranken lässt.Das Tesla-Werk in Grünheide musste zumindest im August einen Höchststand bei den Krankmeldungen hinnehmen: Rund 17 Prozent der 12.000 Beschäftigten waren betroffen. Anfang September sei der Wert auf rund 11 Prozent gesunken, wie aus einem Bericht des Handelsblatts hervorgeht. Dieser ist aber eben immer noch vergleichsweise hoch.
Die Werksleitung hatte daraufhin begonnen, die krankgeschriebenen Mitarbeiter zuhause aufzusuchen und zu kontrollieren. Personalchef Erik Demmler wunderte sich, dass ihm dabei teils eine aggressive Haltung entgegenschlug, wie er dem Handelsblatt erklärte. So sei es vorgekommen, dass man ihm einfach die Tür vor der Nase zugeschlagen habe. Es sei sogar vorgekommen, dass damit gedroht wurde, die Polizei zu rufen.
Boni halfen nicht
Der Krankenstand im Tesla-Werk liegt tatsächlich über dem Branchendurchschnitt. Ob das Unternehmen nun aber ausgerechnet die fauleren Leute anzieht oder die Arbeitsbedingungen im Werk eine gewisse Mitschuld tragen, bedürfte einer näheren Untersuchung.Im Juli hat Tesla es mit einem Belohnungsprogramm versucht: Wer besonders wenige Fehlzeiten hat, erhält einen besonderen Status und kann mit einer Prämie von tausend Euro rechnen. Das führte allerdings nicht zu einer signifikanten Verringerung des Krankenstandes - vielleicht ja schlicht aus dem Grund, dass die Arbeiter wirklich krank sind und sich in diesem Zustand nicht in der Lage sehen, mit schweren und gefährlichen Maschinen zu arbeiten.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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