Wegen Elon Musk: Immer mehr Besitzer schämen sich, Tesla zu fahren

Tesla kämpft im Silicon Valley mit großen Problemen, da die Verkaufs­zahlen stark sinken. Elon Musks kontroverse Äußerungen und veraltete Modelle tragen zur Kundenabkehr bei. Der Elektroauto-Pionier steht vor großen Herausforderungen in seinem einstigen Kernmarkt.
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Teslas Stern verblasst im Silicon Valley

Das Silicon Valley war einst die Hochburg von Tesla, kein Wunder, denn schließlich wurde es dort von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet. Doch die Zeiten haben sich geändert. Wie Automotive News berichtet, wenden sich immer mehr Kunden in der Technologie-Metropole von der Marke ab. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Santa Clara County, dem Herzen des Silicon Valleys, sind die Tesla-Neuzulassungen von Januar bis Juli 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum verzeichneten andere Elektroautohersteller ein Wachstum von 41 Prozent.

Die Gründe für Teslas Rückgang sind vielschichtig. Einerseits kämpft das Unternehmen mit alternden Modellen. Die wichtigsten Varianten Model 3 und Model Y sind seit Jahren optisch weitgehend unverändert. Im Automarkt, der sich traditionell alle paar Jahre neu erfinden will, ist das ein Nachteil. Andererseits macht sich der wachsende Wettbewerb bemerkbar. Infografik Elektromobilität: Die USA sind Teslas wichtigster AbsatzmarktElektromobilität: Die USA sind Teslas wichtigster Absatzmarkt

Musks Kontroversen schrecken Kunden ab

Doch es ist nicht nur die Produktpalette, die Tesla Probleme bereitet. Auch das Verhalten von CEO Elon Musk spielt eine entscheidende Rolle. Seine kontroversen Äußerungen in sozialen Medien und seine immer weiter nach rechts rückende politische Ausrichtung schrecken viele potenzielle Käufer ab. Mario Natarelli, geschäftsführender Partner der Markenagentur MBLM, erklärt gegenüber Automotive News:

Es steht außer Frage, dass dieses Verhalten der Marke geschadet hat. Tesla war der Marktführer bei Elektrofahrzeugen, der Innovativste, vertreten durch einen Visionär, jemanden, der ... den Planeten sauberer machen wollte. Jetzt verkaufen die Leute ihre Teslas und schämen sich, sie zu fahren, weil sie mit ihm in Verbindung gebracht werden.
Mario Natarelli, geschäftsführender Partner der Markenagentur MBLM
Dieser Trend zeigt sich nicht nur bei demokratisch orientierten Käufern. Laut einer Umfrage des Datenanalyseunternehmens CivicScience sank die Beliebtheit von Tesla erstaunlicherweise auch bei Republikanern von 36 Prozent im Januar auf 22 Prozent im Juli 2024. Bei Demokraten fiel sie sogar von 39 Prozent auf 18 Prozent. Das zeigt, dass die Krawall-Rhetorik Musks auf Twitter/X auch bei gemäßigten konservativen Wählern alles andere als gut ankommt.

Tesla sucht Wege aus der Krise

Trotz des Rückgangs bleibt Tesla der Marktführer in Kalifornien mit einem Marktanteil von 56 Prozent bei Elektroautos. Allerdings ist dies ein deutlicher Rückgang gegenüber den 64 Prozent im Vorjahreszeitraum. Um gegenzusteuern, setzt Tesla nun verstärkt auf neue Technologien. Für den 10. Oktober 2024 ist die Vorstellung von Robotaxis geplant. Musk behauptet, dass das Robotaxi-Geschäft zusammen mit dem Verkauf von humanoiden Robotern den Unternehmenswert in den Billionenbereich katapultieren könnte.

Zusammenfassung
  • Tesla erlebt im Silicon Valley einen deutlichen Rückgang der Verkaufszahlen
  • Elon Musks kontroverse Äußerungen beeinflussen das Markenimage negativ
  • Veraltete Modelle wie das Model 3 und Model Y hemmen die Attraktivität
  • Wettbewerber im Elektroautomarkt verzeichnen hingegen Wachstum
  • Politische Äußerungen Musks stoßen sogar moderate Republikaner ab
  • Trotz Rückgang bleibt Tesla Marktführer in Kalifornien mit 56% Marktanteil
  • Neue Projekte wie Robotaxis sollen Teslas Marktposition stärken

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