Abschaltung aller DSL-Anschlüsse in Deutschland wird vorbereitet

Es ist so nachvollziehbar wie kontrovers: Die Bundesnetzagentur hat erste Planungen für die Abschaffung von Internet-Zugängen über DSL vorgestellt. Stand heute wären von dieser Maßnahme rund 20 Millionen Haushalte betroffen.
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EU-Planung für Deutschland zu schnell

Ein entsprechendes Impulspapier der Behörde fußt auf entsprechenden Vorgaben der EU-Kommission. Demnach wird bei den kabelgebundenen Internet-Anbindungen in Zukunft eine klare Priorität auf der Glasfaser liegen. Ein paralleler Weiterbetrieb von Kupfernetzen wird dabei als unwirtschaftlich angesehen - und deren Stilllegung als Ziel ausgegeben.

Klar ist dabei allerdings: "Die Abschaltung von DSL ist beschlossene Sache, aber sie wird nicht von heute auf morgen passieren", wie es in dem Papier der Bundesnetzagentur heißt. Die Behörde sieht es hier als ihre Aufgabe an, einen geordneten Übergang zu organisieren, der sowohl den Netzbetreibern als auch den Nutzern Planungssicherheit bietet.


Die komplette Umstellung auf Glasfaser ist dabei allerdings auch kein Projekt, das sich über die kommenden Jahrzehnte hinziehen soll. Die EU-Kommission hat eigentlich das Ziel formuliert, die Kupfernetze bis zum Jahr 2030 abzuschalten. Das kann in Ländern, die in den letzten Jahrzehnten konsequent ihre digitalen Infrastrukturen weiterentwickelten, durchaus funktionieren.

Hierzulande war dies aber nicht der Fall. "Das scheint aufgrund der Entwicklung des Ausbaus und von der Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen für Deutschland jedoch unrealistisch", räumt die Bundesnetzagentur entsprechend ein. Mit einem Stufenplan will man nun aber dafür sorgen, dass die Umstellung zumindest auf den Weg gebracht wird.

Drei Stufen

Die erste Phase dessen läuft im Grunde bereits. Sie sieht den Ausbau der Glasfasernetze parallel zum Kupfernetz vor - Nutzer sollen dabei mit attraktiven Angeboten für die neue Technologie gewonnen werden. Wenn eine Region zu mindestens 95 Prozent mit Glasfaser erschlossen ist, geht es in die zweite Stufe: Der Netzbetreiber kann dann Planungen zur Abschaltung des Kupfernetzes einreichen, der dann beispielsweise auch die Kündigung bestehender DSL-Verträge beinhaltet.

Nach der Genehmigung solcher Pläne geht es dann in die dritte Phase. Mit einem Jahr Vorlauffrist werden die Nutzer über den endgültigen Abschalttermin informiert. In Verbindung damit sollen sie Angebote für alternative Netzanbindungen erhalten. Eine Regelung besagt hier auch, dass das Kupfernetz erst abgeschaltet werden darf, wenn alle Kunden gewechselt sind und niemand plötzlich ohne Internet dasteht - wie das in der Praxis funktionieren kann, bleibt abzuwarten.

Zusammenfassung
  • Bundesnetzagentur stellt Pläne zur Abschaffung von DSL-Anschlüssen vor
  • Rund 20 Millionen Haushalte werden von der geplanten DSL-Abschaltung betroffen
  • EU-Kommission strebt vollständige Umstellung auf Glasfaser bis 2030 an
  • Bundesnetzagentur hält Zeitplan für Deutschland aufgrund des Ausbaus für unrealistisch
  • Dreistufenplan soll den geordneten Übergang vom Kupfernetz zum Glasfasernetz sicherstellen
  • Kupfernetz darf erst abgeschaltet werden, wenn alle Kunden alternative Anschlüsse haben
  • Netzbetreiber können Abschaltung beantragen, wenn Region zu 95 Prozent mit Glasfaser versorgt

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